Nachricht | Sozialökologischer Umbau - GK Zukunft Auto Umwelt Mobilität «Spurwechsel»

Eine zweisprachige Veranstaltungsreihe im Herbst 2020 zu gerechter Mobilität und alternativer Produktion

Blick nach Süden auf Interstate 80, den Eastshore Freeway, bei Berkeley, Kalifornien an einem Samstagnachmittag
Blick auf die Interstate 80, den Eastshore Freeway bei Berkeley, Kalifornien an einem Samstagnachmittag, CC BY-SA 3.0, User Minesweeper on en.wikipedia

Die Klimabewegung um Fridays for Future macht deutlich: radikale Maßnahmen zum Klimaschutz sind unumgänglich. Dabei gerät besonders der Verkehr in den Blick, der in Deutschland ein Fünftel des CO2-Ausstoßes ausmacht. Andererseits sind viele Mobilitätsbedürfnisse unzureichend erfüllt: Wer Auto fährt, steht Stunden im Stau, der öffentliche Nahverkehr ist überlastet, unterfinanziert, oft nicht barrierefrei, im ländlichen Raum ausgedünnt. Die Beschäftigten sind meist schlecht bezahlt, die Tickets zu teuer. Städtischer Raum wird von Autos beansprucht, Fußgänger- und Radfahrer*innen haben das Nachsehen.

Die Alternative ist nicht einfach mehr Mobilität, sondern bessere: Viele wollen nicht zwangsweise ständig mobil sein, sondern bessere Möglichkeiten haben, um sich ihren Bedürfnissen entsprechend fortzubewegen. Wie sieht gerechte Mobilität für alle mit weniger Verkehr aus? Welche Projekte und Ansätze einer öffentlichen und nachhaltigen Mobilität gibt es? Welche Technologien und Infrastrukturen sind nötig? Wie lassen sich gerechte Übergänge gestalten – auch für Beschäftigte der Autoindustrie?  Wie lassen sich Mehrheiten dafür gewinnen?

Auf dem Feld der Mobilität werden zentrale gesellschaftliche Konflikte ausgetragen. Die Transformation der Autoindustrie ist im vollen Gange, Rationalisierung und Digitalisierung führen zu Arbeitsplatzabbau. Nun kommt die E-Mobilität hinzu. Jenseits einer Antriebswende wird aber von Konversion kaum gesprochen. Dabei braucht eine Mobilitätswende, die auf öffentlichen Verkehr setzt, alternative Produktion jenseits des Autos und ist somit eine Chance zu Sicherung und Aufbau von Beschäftigung. Hier stellen sich Fragen gerechter Übergänge, erweiterter Mitbestimmung, der Investitions- und Innovationslenkung, des Eigentums, kurz: der Wirtschaftsdemokratie.

Es geht um viel: Ein nie dagewesenes Investitionspaket in öffentliche, und nachhaltige Infrastruktur, die Mobilität für alle flächendeckend sichert und gleichzeitig gute Arbeit in Industrie und Dienstleistungen schafft, muss durchgesetzt werden. Unter Bedingungen von globaler Überproduktion in der Branche, Absatzkrise und Pandemie ist dies noch schwieriger, zugleich die Notwendigkeit noch dringlicher geworden. Doch um wirkmächtig zu werden, müssen sich die Akteure zusammen tun. Mit einer Vielzahl von Gästen aus der Arbeiter*innen- und Umweltbewegung wollen wir gemeinsame Strategien entwickeln.

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Rolle Persondetails
Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Wohnungs- und Stadtpolitik, Mobilität Anastasia Blinzov
E-Mail: Anastasia.Blinzov@rosalux.org
Telefon: +49 30 44310148
Raum: 6.07