Nachricht | Sozialökologischer Umbau Atommülltransport am 8. November 2008

Und wieder rollt der Castor. Ab dem 08. November erwarten die GorlebenerInnen den nächsten Atom-Müll-Transport, der zuvor in La Hague, in Frankreich, aufbereitet wurde, wieder vor Ihrer Haustür.

Nicht nur im Wendland, wo das giftige Gut dauerhaft gelagert werden soll, bereiten sich Anti-Atom-AktivistInnen, Bürger-Inis und weitere Umwelt-Engagierte auf den Widerstand an den Schienen vor. 

Der sich formierende Protest ist nicht nur Ausdruck unmittelbarer Betroffenheit der AnwohnerInnen, sondern wendet sich ganz generell gegen die weitere Nutzung der gefährlichen Atomenergie. Trotz einem von der Bundesregierung zunächst angekündigten Atomausstiegs werden jetzt defacto die Laufzeiten der Atommeiler verlängert – ein realer Ausstieg rückt mit der derzeitigen Politik in weite Ferne. Indessen stehen Hunderte von Atomkraftwerken weltweit wie tickende Zeitbomben herum. Dass die Atom-Müll-Lager sicher wären, glaubt kein Mensch mehr - für die jüngste Panne steht das niedersächsische ehemalige Salzbergwerk Asse II – dort wurde diesen Sommer bei einer Prüfung festgestellt, dass seit Jahren unkontrolliert Wasser - etwa 12.000 Liter täglich- in die Grube eindringt, in der seit Jahrzehnten rund 130.000 Fässer schwach und mittelradioaktiver Abfall offiziell einlagern.

(Bericht u.a.: externer Link in neuem Fenster folgthttp://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,562263,00.html)

Eine Lösung für das Problem der sicheren Verwahrung des strahlenden Mülls gibt es nicht. Die Zwischenlagerungspolitik folgt seit Anbeginn der Logik kurzfristiger kapitalistischer Profitmaximierung und ist zugleich Ausdruck eines patriarchalen Machbarkeitswahns. Regelungen und Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz sind demnach auch nur insoweit politisch durchsetzbar wie sie dem wirtschaftlichen Nutzen dienlich sind. Die Atom-GegnerInnen wollen das Feld Atomstrom/Atommüll indessen nicht dem Diktat des Marktes überlassen und werden auch diese Mal ihren Widerstand formieren – auch entgegen den Repressionen, die von Seiten des Polizeiapparats zu erwarten sind.

Da auch in näherer Zukunft keine Lösung von Seiten der Bundesregierung zu erwarten ist, bleibt die Durchsetzung des sofortigen und endgültigen Stopps der militärischen und „zivilen" Atomenergienutzung die Aufgabe einer linksoppositionellen Bewegung.

Link zu Anti-Atom-Gruppen und Initiativen im Wendland:externer Link in neuem Fenster folgt http://www.castor.de/

Aufruf vom Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim: externer Link in neuem Fenster folgthttp://neckarwestheim.antiatom.net/index.php?option=com_content&task=view&id=344&Itemid=93

 

Weitere Links:

Mitmach-Angebot von X-tausendmalquer:
Die Initiative organisiert eine große gewaltfreie Sitzblockade auf der Transportstrecke:
http://www.x-tausendmalquer.de/

Unterstützung des Demo-Aufrufs durch die niedersächsische Landtagsfraktion:
http://linksfraktion-niedersachsen.linkes-cms.de/politik/texte/atomkraft_nein_danke_stopp_castor_gorleben_soll_leben/

Die Linke. beteiligt sich an den Protesten vor Ort im Wendland mit zahlreichen Aktivitäten:
http://www.die-linke.de/index.php?id=2746  

Auch die CDU räumt ein, dass die Energiequelle die ein oder andere Schwachstelle in sich trägt – alles eine Frage der Kommunikation?:

„[…] Die Vorgänge im Forschungsbergwerk Asse haben uns in den vergangenen Monaten beschäftigt. Da gab es schwerwiegende Kommunikationsdefizite […]“ (Katherina Reiche, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU), mehr:
http://www.cducsu.de/Titel__Rede_Moratorium_in_Gorleben_aufheben/TabID__1/SubTabID__2/InhaltTypID__2/InhaltID__10749/Inhalte.aspx