Nachricht | Geschichte - Südostasien - 30 Jahre 89/90 «Bruderhilfe»

Kambodscha, Deutschland und der Kalte Krieg – Ein Multi-Media-Projekt

Solidarität mit den Völkern der Welt gehörte in der DDR zur Staatsraison. Entlang der außenpolitischen Linie der Partei standen dem kleinen Land Solidaritätsaktionen und sozialistische Bruderhilfe auf dem internationalen Parkett gut zu Gesicht. Wo sich auch immer ein Volk von den Fesseln des «Postkolonialismus» und «Imperialismus» befreien konnte und sich politisch im sozialistischen Lager wiederfand, war DDR-Hilfe nicht weit.

In den 1980er Jahren stand die DDR erfolgreich den Kambodschaner*innen bei, die den Pol-Pot-Genozid überlebt hatten – einen der größten des 20. Jahrhunderts. Bis 1989 kamen über 4000 Kambodschaner*innen («Khmer») zur Ausbildung oder zum Studium nach Deutschland-Ost während Deutschland-West zur Zeit des Kalten Krieges Waffen an die Täter verkaufte und ein Handels-und Hilfsembargo der West- Alliierten mittrug. Ohne die sozialistische Bruderhilfe der Sowjetunion, Vietnams und der DDR wären noch weitaus mehr Opfer in Kambodscha zu beklagen gewesen.

Zum 30. Jahrestag der Vereinigung von West- und Ostdeutschland präsentieren die Rosa-Luxemburg-Stiftung und das Kambodschanisch-Deutsche Kulturzentrum Meta House Phnom Penh das Multi-Media-Projekt «Bruderhilfe». Der deutsche Journalist und Filmemacher Nico Mesterharm sammelt mit einem internationalen Team seit zehn Jahren Filme, Fotos und Dokumente, die sich mit diesem fast vergessenen Thema befassen, dass auch eine Untersuchung der deutsch-deutschen Beziehungen von den 1960er bis 1989 beinhaltet.

Mehr Informationen finden Sie auf der neuen Website www.gerkam.de.