Nachricht | Kunst / Performance - Krieg / Frieden Aktuelle Ausstellung «Krieg und Frieden»

«War ist over! If you want it....» Eine Ausstellung im Foyer der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Foto: Rosa-Luxemburg-Stiftung New York Büro

Pablo Picasso war verwundert darüber, dass seine Mailänder Lockentaube zu so einem berühmten Friedenssymbol wurde. Mit «Guernica» (1939) schuf er eines der wichtigsten Bilder gegen den Krieg. Seine Friedenstaube (1949) und sein Bild «Der Krieg und Der Frieden» (1952) sind neben Otto Dix «Die sieben Todsünden» (1933), John Heartfields «Adolf der Übermensch: Schluckt Gold und redet Blech» (1932) und weiteren Kunstreproduktionen Teil der neuen Ausstellung am Sitz der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Mit «Krieg und Frieden» widmet sich diese einem alten Thema der Menschheitsgeschichte, das gleichzeitig hochaktuell ist.

Die Ausstellung kann regulär von Mo. bis Fr. in der Zeit von 10 bis 18 Uhr im Haus besucht werden. Dieses ist nur unter Einhaltung der üblichen Hygiene-, Abstands-, und Maskenregelung zu betreten. An Feiertagen ist das Haus geschlossen.

Die Vernissage findet am Montag 21.06.21 in der Zeit von 10.30 bis 11.30 Uhr statt. Die Teilnahme an der Ausstellungseröffnung ist aufgrund der Pandemie- Situation ausschließlich angemeldeten/eingeladenen Gästen gestattet.

Ausstellungsort
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Was so schlicht binär daherkommt und scheinbar so einfach zu erfassen ist, wie der Gegensatz Krieg – Frieden, ist facettenreich und bietet eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten. Bezüge zu historischen Ereignissen sind ebenso gegeben, wie zu aktuellen politischen Diskussionen. Für diese aufwändig recherchierte Ausstellung wurden verschiedene Kunstformate, Bild- und Text-Dokumente, Zahlen und Fakten zu Krieg und Friedensbewegung, Waffenexport und Migration, Zerstörung und Hoffnung zusammengetragen. Im Wechsel von Kunst und Politik, Fakten und Eindrücken/Impressionen bestehet der Reiz und die Einmaligkeit der Ausstellung, die ab dem 21.Juni am Sitz der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu sehen sein wird.

«Bei Kriegen und Konflikten wird gern auf Personen und Länder fokussiert, Trump gegen Putin oder Israel gegen den Iran. Doch fast immer geht es um Herrschaftsinteressen, um kapitalistische Ökonomie und Handel, um Ressourcen und Technologiepolitik von Machtgruppen. Die Leidtragenden sind andere», so Dagmar Enkelmann, Vorstandsvorsitzende. Diese Strukturen und Interessen gelte es offenzulegen, um sich nicht mit den Falschen zu solidarisieren. Das Beispiel Syrien zeige, wie ein Land durch die Aufrüstung religiös-fundamentalistischer Befreiungskämpfer gegen das diktatorische Assad-Regime zum Spielfeld großer und regionaler Mächte wurde.

Auf 92 Tafeln wird das komplexe Thema mit sehr verschiedenen Formaten kaleidoskopisch aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt. Kurze Texte beleuchten Kriegsbegeisterung und Friedenssehnsucht im Laufe der Menschheitsgeschichte. Gezeigt werden 100 Fotos, 12 Kunstreproduktionen und 12 Cartoons aus der Zeit des Ersten Weltkrieges bis in die Gegenwart. Zitate, Gedichte und Prosa von Gerhard Gundermann, Rio Reiser, Bertolt Brecht, Gisela Steineckert, Rosa Luxemburg, Medea Benjamin, John Lennon, Yoko Ono, Papst Franziskus, aber auch der Schwur von Buchenwald regen zum Nachdenken an. Zeit- und Epochensprünge sind aufgrund der Materialfülle unabdingbar und beabsichtigt. Als Ausstellungsfläche dienen die großen Fenster im Foyer. Teile der Ausstellung können von innen und außen betrachtet werden und stehen im Verhältnis zueinander, sind ein Angebot für politische Bildung und Debatte und wirken damit in den Stadtraum hinein. 

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung beschäftigt sich seit jeher mit den Ursachen von Kriegen und ihrem Zusammenhang mit kapitalistischen Strukturen sowie den sozial-ökonomischen und politischen Bedingungen für Frieden. «Wir sind dem Frieden, ziviler Konfliktbearbeitung, Prävention, Abrüstung und einer gerechten Friedens- und Wirtschaftsordnung, an der Seite der Unterdrückten in dieser Welt verpflichtet », so Enkelmann.Die Ausstellungseröffnung findet anlässlich des 80. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion statt.

Beteiligte Autor*innen und Fotograf*innen der Ausstellung

Autor*innen der Texte

Ingar Solty, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Referent für Außen-, Friedens- und Sicherheitspolitik am Institut für Gesellschaftsanalyse
Jan van Aken, ehemaliger MdB, Parteivorstand DIE LINKE, Friedensaktivist, Experte für Waffenexporte
René Heilig, Journalist
Erhard Crome, geschäftsführender Direktor des WeltTrends-Instituts für Internationale Politik in Potsdam
Lutz Brangsch, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Referent Transformation des Staates am Institut für Gesellschaftsanalyse
Norman Paech, Jurist, Politikwissenschaftler, ehemaliger MdB Fraktion DIE LINKE im Bundestag
Eva Wuchold, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Zentrum für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit, Programmleitung Soziale Rechte
Cornelia Möhring (MdB), stellv. Vorsitzende Fraktion DIE LINKE im Bundestag
Bernd Havenstein, Buchautor
Anne Rieger, Gewerkschafts- und Friedensaktivistin
Mathias Monroy, Wissensarbeiter, Autor
Christine Buchholz (MdB), Fraktion DIE LINKE im Bundestag
Jürgen Nieth, Journalist und Friedensaktivist
Jörg Kronauer, Journalist und Autor
Wilfried Schreiber, Militärökonom, Mitglied der Dresdner Studiengemeinschaft für Sicherheitspolitik e.V.

Fotograf*innen

Nikita Teryoshin
Gabriele Senft
Gert Gampe
Olaf Krostitz
Jürgen Hohmuth
Klaus Rose


«War ist over! If you want it....» ist ein Zitat von John Lennon und Yoko Ono

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Einblick in die Ausstellung