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Nachricht , : Jack Jacobs: Sozialisten und die „jüdische Frage“ nach Marx, Mainz 1994.

Jack Jacobs' Buch ist vor allem eine Darstellung der Vielfalt der Ansichten und Einstellungen von Sozialist*innen zur „jüdischen Frage“.

Wichtige Fakten

Autor
Peter Ullrich,

Details

Jack Jacobs' Buch ist vor allem eine Darstellung der Vielfalt der Ansichten und Einstellungen von Sozialist*innen zur „jüdischen Frage“. Er wendet sich explizit gegen „übersimplistische“ (S. 14) Positionen wie die von Edmund Silberner, der wichtige linke Vordenker*innen wahllos zu Antisemiten stempelt, wie auch gegen jene, die eine Immunität des Sozialismus gegenüber dem Antisemitismus als per se gegeben annehmen. Sie alle jedoch teilten, so Jacobs, die Tendenz, vornehmlich Ähnlichkeiten wahrzunehmen.

Er selbst stellt dagegen die Bandbreite von Positionen anhand wichtiger zeitgleich wirkender Vertreter*innen des Sozialismus (Karl Kautsky, Eduard Bernstein, Rosa Luxemburg, Otto Bauer sowie Victor und Friedrich Adler als Vertreter der „Austro-Marxisten“) in den Vordergrund und versucht, Deutungen aus den konkreten familiären, nationalen und politischen Hintergründen der untersuchten Personen abzuleiten. Jacobs Augenmerk gilt dabei immer der Herausstellung von Unterschieden, die er für weit wichtiger hält als die unterstellten Gemeinsamkeiten, weil es „zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts keine allgemeingültige sozialistische oder marxistische Einstellung zur jüdischen Frage gab(S. 144).

Der zweite Teil des Buches widmet sich den jüdischen Reaktionen auf die marxistischen oder sozialistischen Positionierungen zur „jüdischen Frage“ – und kommt zu dem Resultat, dass diese noch heterogener gewesen seien.
 


Jacobs, Jack: Sozialisten und die „jüdische Frage“ nach Marx, Mainz 1994: Decaton-Verlag.

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