Nachricht | J. Echternkamp u.a. (Hrsg.): Perspektiven der Militärgeschichte, München 2010

Philipp Münch, Forschungsgruppe Sicherheitspolitik, Stiftung Wissenschaft und Politik, rezensiert für den Arbeitskreis Historische Friedensforschung bei H-Soz-u-Kult

Echternkamp, Jörg; Schmidt, Wolfgang; Vogel, Thomas (Hrsg.): Perspektiven der Militärgeschichte. Raum, Gewalt und Repräsentation in historischer Forschung und Bildung (= Beiträge zur Militärgeschichte 67). München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2010. ISBN 978-3-486-58816-3; gebunden; 404 S.; 39,80 EUR.

Er schreibt: "Hervorgegangen ist der vorliegende Sammelband aus der 48. Internationalen Tagung für Militärgeschichte (ITMG), die das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) der Bundeswehr 2007  veranstaltete. Die Tagung war gleichzeitig Anlass, den fünfzigsten Geburtstag dieser Institution und damit auch der institutionalisierten Militärgeschichte in der Bundesrepublik zu begehen. Dementsprechend nutzten die Organisatoren der Tagung die Gelegenheit, sowohl die Geschichte der deutschen Militärgeschichtsschreibung nach 1945 als auch den Nutzen der in jüngerer Zeit hervorgebrachten neuen Ansätze zu betrachten."
(...) "Neben dem Aufsatz von Thoß widmen sich weitere Beiträge auch in
international vergleichender Perspektive der Geschichte der Militärgeschichtsschreibung. Besonders ausführlich tut dies Jörg Echternkamp, der gleichzeitig ein Resümee der deutschen Militärgeschichte nach 1945 liefert. Hier wie auch in den meisten Kommentaren zu den einzelnen Sektionen der Tagung wird positiv auf die jüngste, in der Regel als "kulturgeschichtlich" bezeichnete Erweiterung der Militärgeschichte verwiesen. Dies geht jedoch einher mit der Warnung, die historische militärische Praxis und somit insbesondere die "Operationsgeschichte" nicht zu vernachlässigen."

Abschließend urteilt er: "Der Sammelband ist sehr gut lektoriert, in einem Anhang finden sich zudem zahlreiche, teilweise farbige Bilder. Leider fehlt jedoch ein Autorenverzeichnis. Wer einen Überblick über die Entwicklung der Militärgeschichtsschreibung seit 1945 und die derzeit verwendeten Ansätze und bearbeiteten Themenfelder sucht, dem sei der vorliegende Band auf jeden Fall empfohlen."