Nachricht | Sozialökologischer Umbau - Klimakrise in der Stadt Safe as houses

Wie die Klimakrise die Wohnungskrise verschärft und wie sich die Menschen dagegen wehren können

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Safe as houses

Städte sind nicht nur Orte, an denen viele Menschen auf engem Raum zusammentreffen, sondern auch Orte, an denen die soziale Ungleichheit in Gesellschaften besonders deutlich wird. Mit zunehmender Spekulation und Gentrifizierung spitzen sich die bestehenden Verteilungskämpfe zu. Die Nachfrage nach (bezahlbarem) Wohnraum, nach einem Angebot an funktionierendem öffentlichen Nachverkehr, einer für alle zugänglichen Gesundheitsversorgung und guten Bildungsangeboten ist um ein Vielfaches größer als das Angebot, sowohl in Städten des Globalen Nordens als auch in denen des Globalen Südens.

Mit den Folgen des Klimawandels, die sich weltweit immer deutlicher zeigen, nehmen diese Verteilungskämpfe zu. In Städten spielen dabei klassische Themen der Umweltgerechtigkeit eine Rolle, die mit der globalen Erwärmung und der Zunahme von Extremwetterereignissen an Bedeutung gewinnen: Etwa der Zugang zu kühlenden Grünflächen, effiziente Regenwasserableitungssysteme oder die Sicherung von Häuserfundamenten im Fall von Überschwemmungen. Der Zugang zu Ressourcen, die etwa bei Hitze Erleichterung versprechen oder bei extremen Regenfällen vor Schäden schützen, ist dabei sehr ungleich verteilt – und diese ungleiche Verteilung überschneidet sich mit anderen Formen der Ungleichheit und Benachteiligung, die in Städten besonders ausgeprägt sind.

Das Webstory-Projekt Safe as houses, das das New Yorker Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung durchgeführt hat, untersucht, wie diese verschiedenen Ungerechtigkeit zusammenwirken. Es betrachtet die Klimafrage gemeinsam mit der Wohnungsfrage. Grafiken und Bilder veranschaulichen die Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klimakrise und zur Wohnungskrise. Sie machen deutlich, wie diese beiden Krisen zusammenhängen, weshalb marginalisierte Bevölkerungsgruppen davon besonders betroffen sind und wie sich Städte des Globalen Nordens und des Globalen Südens in dieser Hinsicht unterscheiden. Das Projekt fragt aber auch, was nötig ist, um die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten zu verringern – etwa, dass kommunale Regierungen und Verwaltungen marginalisierte Bevölkerungsgruppen in wesentliche Entscheidungen einbeziehen, um zu verhindern, dass Klimaanpassungsmaßnahmen bestehende Ungerechtigkeiten verstärken, statt sie zu verringern. Die Ergebnisse des Projektes zeigen deutlich: Klima- und Wohnungskrise müssen gemeinsam betrachtet und angegangen werden. Um die schlimmsten Auswirkungen die Klimakrise zu verhindern, muss im Bereich Wohnen massiv investiert werden, um wieder eine öffentliche Wohnungsversorgung sicherzustellen und Wohngebäude und öffentliche Räume an die globale Erwärmung anzupassen.

Mehr dazu auf der (englischsprachigen) Projektseite unseres New Yorker Büros.