Analyse | Parteien / Wahlanalysen - Westafrika Côte d’Ivoire: Zwischen politischen Blockaden und demokratischen Impulsen

Am 25.10. findet eine richtungsweisende Präsidentschaftswahl in dem westafrikanischen Land statt

Information

Alassane Ouattara, Präsident der Republik Côte d'Ivoire, bei der Verleihung des Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreises für Friedensforschung am 14. September 2011 bei der UNESCO.
Alassane Ouattara, Präsident der Republik Côte d'Ivoire, bei der Verleihung des Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreises für Friedensforschung am 14. September 2011 bei der UNESCO. CC BY-SA 2.0, Foto: Hugo Passarello Luna, via Wikimedia Commons

Am 7. August 2025 feierte die Republik Côte d’Ivoire den 65. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von der französischen Kolonialmacht. Das Land liegt in Westafrika und grenzt im Süden an den Atlantischen Ozean, im Norden an Burkina Faso und Mali, im Westen an Liberia, im Nordwesten an Guinea und im Osten an Ghana. Côte d’Ivoire hat eine Fläche von 322 462 km²; die Bevölkerung wird im Jahr 2025 auf 32,8 Millionen geschätzt. Die Hauptstadt ist Yamoussoukro, das Wirtschaftszentrum ist Abidjan. Das Land ist in 31 Regionen und die zwei autonomen Stadtdistrikte Abidjan und Yamoussoukro gegliedert. Die offizielle Währung ist der CFA-Franc, die Amtssprache das Französische. Hier leben rund 60 Ethnien zusammen.

In den ersten drei Jahrzehnten seiner Unabhängigkeit – also zwischen 1960 und 1990 – wurde die Côte d’Ivoire von einer Einheitspartei regiert, unter dem damaligen Präsidenten Félix Houphouët-Boigny, der bis zu seinem Tod im Jahr 1993 ganze 33 Jahre lang an der Macht war. Die weltweiten Demokratisierungsschübe der 1990er Jahre eröffneten auch in der Côte d’Ivoire den Weg zum Mehrparteiensystem.

Gbanse Douadé Alexis ist Journalist und Autor, Kommunikationsberater und Medienunternehmer. Mit seiner Leidenschaft für Kommunikation und Digitalwissenschaften hat er sich eine akademische und berufliche Karriere zwischen Côte d‘Ivoire und den Niederlanden aufgebaut.

Die Côte d’Ivoire gilt als führende Wirtschaftsmacht im frankophonen Subsahara-Afrika – eine durchaus schmeichelhafte Formulierung, die jedoch die sehr hohe Arbeitslosigkeitsquote unter jungen Hochschulabsolvent*innen kaschiert. Am 25. Oktober 2025 steht die sechste Präsidentschaftswahl seit der Unabhängigkeit an. Doch alles deutet darauf hin, dass es erneut, wie bei nahezu allen vorherigen Wahlen, zu politischer Gewalt mit unschuldigen Opfern kommen könnte. Anders als im Senegal, in Benin oder Ghana ist die Demokratie in Côte d’Ivoire fragil: Seit dem Tod des sogenannten Gründervaters Félix Houphouët-Boigny im Jahr 1993 hat das Land keinen einzigen friedlichen Machtwechsel der Exekutive gesehen.

Weniger als einen Monat vor der Präsidentschaftswahl ist die Stimmung von Misstrauen und der Furcht vor einer neuen Krise, sei es vor oder nach der Wahl, geprägt. Die Opposition kritisiert die endgültige Wahlliste, die von massiven Unregelmäßigkeiten belastet sei und auch von einer Mehrheit der Ivorer*innen angezweifelt wird. Seit Monaten fordern Oppositionsparteien eine unabhängige Überprüfung, jedoch ohne Erfolg.

Besonders brisant ist der Ausschluss zentraler politischer Persönlichkeiten: des ehemaligen Präsidenten Laurent Gbagbo, dem Vorsitzenden der PPA-CI (Parti des Peuples Africains-Côte d’Ivoire), von Charles Blé Goudé, des früheren Anführers der «Jungen Patrioten» während der Rebellion Anfang der 2000er-Jahre und heutigen Vorsitzenden der COJEP (Congrès Panafricain pour la Justice et l’Égalité des Peuples) sowie von Guillaume Soro, dem ehemaligen Anführer der Rebellion, späteren Premierminister sowie Präsident der Nationalversammlung, heute Vorsitzendem der Générations et Peuples Solidaires (GPS). Sie alle wurden aufgrund juristischer Verurteilungen (etwa zu einer Haftstrafe von 20 Jahren) oder vergangener politischer Konflikte von den Wahllisten gestrichen, wodurch ihnen unmittelbar ihre zivilen und politischen Rechte entzogen wurden. Dadurch sind sie, gemäß Wahlgesetz, unwählbar. Die betroffenen Politiker und ihre Anhänger*innen sprechen von «politischen Urteilen», die den demokratischen Wettbewerb blockieren sollen.

Das Wahlgesetz schließt auch Kandidaturen von Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft aus und verlangt für die Validierung einer Kandidatur eine bestimmte Zahl an Unterschriften der Wahlberechtigten (das sog. «parrainage citoyen»). Infolgedessen wurde auch Tidjane Thiam, der Vorsitzende der PDCI-RDA (Parti Démocratique de Côte d’Ivoire – Rassemblement Démocratique Africain), von der Liste der Kandidat*innen gestrichen.

Die Entscheidungen des Verfassungsrates sind unanfechtbar. Die abgewiesenen Kandidat*innen haben also keinerlei Möglichkeit, Berufung einzulegen, auch wenn das Wahlgesetz eine Frist von 72 Stunden nach Veröffentlichung der provisorischen Kandidat*innenliste vorsieht, um Einwände und Stellungnahmen zu den Kandidat*innen vorzubringen.

Die Ungültigkeitserklärung dieser Kandidaturen und die unter intransparenten Umständen erfolgten Festnahmen politischer Aktivist*innen befeuern sowohl den Zorn ihrer Anhänger*innen als auch die wachsende Sorge der Bevölkerung, dass die sozio-politischen Spannungen im Vorfeld der Wahlen in Gewalt münden könnten, wie es auch in den Wahljahren 2000, 2010 und 2020 der Fall war.

Zwei politische Blöcke, tiefe Spaltungen

Die ivorische politische Landschaft zeichnet sich durch zwei große ideologische Blöcke aus. Der Block der kapitalistischen rechten Parteien umfasst die PDCI-RDA unter der Führung Tidiane Thiams sowie die RHDP (Rassemblement des Houphouëtistes pour la Démocratie et la Paix), die Marktwirtschaft, Wachstum, makroökonomische Stabilität und eine Stärkung der Partnerschaften mit dem Globalen Westen predigt. Die Partei RHDP wurde 2005 von der ehemaligen Partei von Alassane Ouattara gegründet, der Rassemblement des Républicains. PDCI-RDA ist die Partei von Henri Konan Bédié, der bis zu seinem Tod im Jahr 2023 Präsident der Republik Côte d’Ivoire war. Die fortschrittlichen, sozialdemokratischen und panafrikanischen linken Parteien, deren zentrale Figur der ehemalige Präsident der Republik Laurent Gbagbo ist, umfassen die Front Populaire Ivoirien, die PPA-CI, die COJEP und die MGC (Mouvement des Générations Capables). Sie setzen sich für mehr staatliche Intervention, soziale Gerechtigkeit, Souveränität und eine verstärkte Öffnung zum Globalen Süden ein.

Die beiden großen politischen Blöcke haben allerdings auch interne Meinungsverschiedenheiten, die bisweilen den Austritt einzelner wichtiger Vertreter*innen zur Folge hatten, die nun, im Wahljahr 2025, als mögliche Präsidentschaftskandidaten auftreten: Ahoua Don Mello (PPA-CI) und Jean Louis Billon (PDCI-RDA). Ihre Kandidaturen wurden zugelassen. 

Eine unvollständige politische Neuordnung

Die politische Landschaft wird weiterhin von etablierten Führungspersönlichkeiten dominiert. Der amtierende Präsident Alassane Ouattara hat seine Kandidatur für eine umstrittene vierte Amtszeit angekündigt, obschon bereits die dritte Anlass für Kontroversen gab. Die Diskussionen über die Rechtmäßigkeit und Legitimität seiner erneuten Kandidatur zur Präsidentschaftswahl sind erneut entfacht.

Ihm gegenüber steht Laurent Gbagbo, der jedoch von der Wahl ausgeschlossen wurde, infolge einer Verurteilung zu zwanzig Jahren Haft. Diese Verurteilung geht auf die Krise nach den Wahlen 2010–2011 und die von ihm angeordnete Zwangsverstaatlichung der Westafrikanischen Zentralbank zurück (BCEAO). Er wurde von den Wahllisten gestrichen und kann nicht als Kandidat berücksichtigt werden.

Die PDCI-RDA ist nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Henri Konan Bédié verwaist und versucht, sich um den aktuellen Präsidenten Tidjane Thiam neu aufzustellen. Doch auch er wurde von der Wahlliste ausgeschlossen; offiziell aufgrund seiner doppelten Staatsbürgerschaft.

Auch die Generation der 2000er-Jahre der FESCI (Fédération Estudiantine et Scolaire de Côte d’Ivoire), des ivorischen Schüler*innen- und Studierendenverbands, ist betroffen: Charles Blé Goudé und Guillaume Soro wurden ausgeschlossen. Soro, der sich seit Dezember 2019 im Exil befindet, verfügt zwar weiterhin über eine militante Basis, wirkt jedoch geschwächt. Charles Blé Goudé hingegen verfolgt seinen politischen Kurs weiter, an der Seite von Simone Ehivet Gbagbo, der Präsidentin der MGC (Mouvement des Générations Capables) und Gründerin der CAP-CI (Coalition pour une Alternative Pacifique). Auch über diese Allianz hinweg wirkt Ehivet Gbagbo wie die naheliegende Kandidatin dieser Koalition.

Neben diesen bekannten Namen sind neue Figuren auf den Plan getreten: Assalé Tiémoko, Journalist und Abgeordneter und Bürgermeister von Tiassalé, sowie Vincent Toh Bi Irié, Verwalter, Experte für Wahlfragen, Regierungsführung und Konfliktmanagement. Beide sind bei der städtischen Jugend, die nach Veränderung drängt, sehr beliebt. Daneben gibt es noch Ahoua Don Mello, den früheren Führungskader der PPA-CI und heutigen Verfechter einer souveränistischen Linie, der dem Westen kritisch gegenübersteht und der Konföderation der Sahelstaaten (aus Burkina Faso, Mali und Niger, die sich allesamt unter Militärherrschaft befinden) sowie den BRICS-Staaten verbunden ist.

Spannungen im Vorfeld der Wahlen

Die ivorische Zivilgesellschaft versucht, als Wachorgan der Demokratie zu wirken. Gestärkt durch die Erfahrungen aus dem Jahr 2020, wurden die Initiativen zur Überwachung des Wahlprozesses multipliziert. Organisationen wie Tournons la Page, l’Association des Jeunes Entrepreneurs (ADJE) oder Observatoire de la Démocratie bringen sich ein, stoßen dabei allerdings auf große Hindernisse: Aktivist*innen werden festgenommen, Demonstrationen verboten, der öffentliche Raum wird eingeschränkt und der Zugang zu den Medien ist ungleich verteilt. Die Medien werden vorwiegend von den großen Parteien vereinnahmt oder von ihnen instrumentalisiert, weswegen ihre Glaubwürdigkeit und ihre Unabhängigkeit in Zweifel gezogen werden müssen. Nur wenige Wochen vor den Wahlen wirken sie geschwächt und weit von der Rolle entfernt, sie sie noch in den 1990er-Jahren spielten.

Die unabhängige Wahlkommission (Commission électorale indépendante, CEI) sammelt all diese Kritikpunkte. Doch auch sie gilt als parteiisch: Kritiker*innen beklagen, dass sie den Interessen der Machthabenden diene. Ihre gegenwärtige Zusammensetzung (die von 18 auf 16 Mitglieder reduziert wurde) ist das Ergebnis politischer Vereinbarungen. Das 2020 eingeführte System, das für die Validierung einer Kandidatur eine bestimmte Zahl an Unterschriften der Wahlberechtigten voraussetzt, wird oft als Filter wahrgenommen, der von der Regierungspartei als «unerwünscht» eingestufte Kandidaturen blockieren soll. Auch der Verfassungsrat steht unter genauer Beobachtung: Nur wenn er unabhängige und unparteiische Entscheidungen treffen kann, sind die Glaubwürdigkeit der Wahlergebnisse und der soziale Frieden gewährleistet.

Ein politischer Dialog, der alle Beteiligten einschließt, ist unverzichtbar. Die CAP-CI, unter der Führung von Simone Ehivet Gbagbo und Charles Blé Goudé, hat am 16. Juli 2025 in der Zentrale des MGC Gespräche mit der Regierungspartei RHDP aufgenommen. Dieses Treffen, das Minister-Gouverneur Cissé Ibrahim Bacongo als «unerwartet» bezeichnete, führte zur Einrichtung eines technischen Begleitausschusses. Weitere Treffen folgten und finden weiterhin statt, um einen formelleren Rahmen für den politischen Dialog mit allen politischen Kräften zu schaffen.

Am 6. August 2025, anlässlich des 65. Unabhängigkeitstages, ging Präsident Alassane Ouattara jedoch nicht auf die Forderungen der Opposition ein, insbesondere nicht auf die Öffnung des politischen Dialogs. Einige deuten sein Schweigen als Ausdruck seiner Geringschätzung dieses Anliegens: «Wir haben Pech mit Alassane Ouattaras Regierungsführung. Offensichtlich missachtet der Staatschef die Opposition», erklärte ein Mitglied der CAP-CI. Dieses Schweigen schürt ein Klima des Misstrauens und vertieft die Kluft zwischen Regierenden und Bevölkerung. Für eine Gesellschaft, die bereits unter hohen Lebenshaltungskosten und einem schweren Alltag leidet, wirkt diese politische Verhärtung wie ein Vorzeichen möglicher politischer Gewalt im Zuge der Präsidentschaftswahl.

Präsidentschaftswahl 2025: Stärken, Schwächen und mögliche Ergebnisse

Am 8. September veröffentlichte der Verfassungsrat die endgültige Liste der zugelassenen Kandidaturen für die Präsidentschaftswahl am 25. Oktober 2025. Fünf Namen wurden bestätigt: der amtierende Präsident Alassane Ouattara, Simone Ehivet Gbagbo, Ahoua Don Mello, Jean-Louis Billon und Adjoua Henriette Lagou.

In den vergangenen 15 Jahren seiner Präsidentschaft hat Alassane Ouattara das Wirtschaftswachstum, die Stärkung des Wirtschaftsmilieus, den Ausbau der Straßen-, Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur sowie Justizreformen priorisiert. In seiner umstrittenen vierten Amtszeitwill er den Schwerpunkt auf die weitere Steigerung des Wirtschaftswachstums und die Fortsetzung der Infrastrukturentwicklung legen. Jean-Louis Billon hingegen tritt für den Aufbau einer starken und leistungsfähigen Wirtschaft, die Stärkung des Humankapitals, die Verbesserung der Sicherheit, echte nationale Versöhnung und den Kampf gegen Korruption ein. Ahoua Don Mello setzt auf wirtschaftliche und institutionelle Souveränität und will die geopolitischen Kräfteverhältnisse neu durchmischen; zugunsten des Globalen Südens und der BRICS-Staaten. Simone Ehivet Gbagbo schließlich fasst ihr Programm in drei Hauptpunkten zusammen: nationale Versöhnung, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel sowie staatliche Souveränität.

Die Präsidentschaftswahl findet vor dem Hintergrund eines gestärkten Präsidialsystems statt. Das politische Klima ist von anhaltender Instabilität und Gewalt geprägt – denselben Faktoren, die bereits die Wahlen von 2000, 2010 und 2020 überschatteten, zahlreiche Todesopfer forderten und zu massiven Vertreibungen führten. 2020 wurde Präsident Alassane Ouattara für eine dritte Amtszeit gewählt, obwohl die Opposition die Präsidentschaftswahlen boykottierte. Die Opposition kritisierte die dritte Amtszeit nach Inkrafttreten der neuen Verfassung von 2016, deren Abstimmung von Gewaltausschreitungen und Kontroversen begleitet wurde, als verfassungsrechtlich umstrittene Auslegung der Mandatsbegrenzung.

Politische und wahlbedingte Gewalt bleibt eine permanente Bedrohung, denn sie ist tief in der politischen Geschichte der Côte d’Ivoire verwurzelt, die durch den Bürgerkrieg von 2002 bis 2005 und die seither anhaltende sozio-politische Instabilität gezeichnet ist. Die Streichung prominenter Oppositionspersönlichkeiten von den Wahllisten sowie das fehlende Vertrauen in die Institutionen haben die Furcht vor erneuten Unruhen wieder aufleben lassen. Im Mai, August und September 2025 demonstrierten Tausende Ivorer*innen in Abidjan gegen Präsident Ouattaras Kandidatur für eine vierte Amtszeit und gegen die Streichung der Oppositionskandidat*innen. Auf die Proteste folgten willkürliche Festnahmen von Anhänger*innen der Opposition.

Fazit

Nur wenige Wochen vor den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2025 ist die politische Atmosphäre spürbar angespannt: einerseits aufgrund des Ausschlusses zentraler Oppositionsfiguren, andererseits infolge der Weigerung der Regierung, einen echten politischen Dialog zuzulassen.

Die größte Herausforderungen liegen darin, Gewalttaten während der Wahlen zu verhindern, die Transparenz und Integrität des Wahlprozesses zu gewährleisten und den Gang zu den Urnen sicher zu gestalten. Sofern sich die Forderungen der Opposition nicht durch einen politischen Dialog lösen lassen, drohen jedoch gewalttätige Ausschreitungen. 

Dabei stellt sich eine entscheidende Frage: Wird eine Bevölkerung, die sich nur mit Mühe über Wasser halten kann und unter Armut und den ständig steigenden Lebenshaltungskosten leidet, politischen Führungsfiguren in eine erneute Konfrontation folgen, auch wenn dies das Land in eine Abwärtsspirale chronischer Instabilität führen könnte?

Die kommenden Wochen werden richtungsweisend sein. Sie werden zeigen, ob die Republik Côte d’Ivoire ein weiteres Mal von gewalttätigen Ausschreitungen gekennzeichnet sein wird, oder ob sie diese zaghaften demokratischen Impulse in solide Politik umwandeln kann. Mehrere Szenarien sind denkbar: Entweder entscheidet sich die RHDP-Regierung, die Wahlen zu vertagen und sucht das Gespräch mit der Opposition; oder die Wahlen finden am 25. Oktober statt – trotz der Möglichkeit eines Boykotts durch PDCI-RDA und PPA-CI; oder aber die Vorwürfe der Wahlfälschung münden wie schon bei früheren Präsidentschaftswahlen in einer Anfechtung der Wahlergebnisse und Gewaltausschreitungen nach den Wahlen.
 

Übersetzung von Claire Schmartz & Charlotte Thießen für Gegensatz Translation Collective.