
Die Selbstorganisierung türkeistämmiger Menschen in Deutschland hat eine lange Geschichte, die wesentlich von sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in der Bundesrepublik, der DDR und der Türkei bestimmt wurde. Insofern könnte man durchaus von einer langen deutsch-deutsch-türkischen Geschichte sprechen. Es sollte aber zugleich nicht unerwähnt bleiben, dass – gerade für türkische Linke – die Selbstorganisierung in Deutschland lange vor dem deutsch-türkischen Anwerbeabkommen begann und bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs zurückreicht.
Murat Çakır leitete bis vor Kurzem das Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen.
Moskau, Berlin, Leipzig
Vor dem Ersten Weltkrieg hatte das Osmanische Reich Tausende Arbeiter und Studierende nach Deutschland geschickt. Nach dem Krieg wurden einige von ihnen Zeugen der Novemberrevolution, manche nahmen gar aktiv an den Berliner Januarkämpfen 1919 teil.[1] Sie organisierten sich im «Türkischen Club in Berlin» und gründeten Anfang 1919 die Arbeiter- und Bauernpartei der Türkei (Türkiye İşçi ve Çiftçi Fırkası – TİÇF) sowie die Türkische Arbeiterassoziation. Aus diesem Kreis heraus wurde auch die Theoriezeitschrift Kurtuluş (Befreiung) herausgegeben, die auf Deutsch und auf Türkisch (in osmanischer Schrift) gedruckt wurde; die Zeitschrift sollte später, ab den 1960er Jahren, erneut in Berlin erscheinen. Zu den Aktivistinnen und Aktivisten zählten auch Linke, die bald führende Mitglieder in verschiedenen sozialistischen, kommunistischen und kemalistisch-nationalistischen Organisationen werden sollten, darunter Ethem Nejat, der zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) aufstieg. Diese «türkischen Spartakisten», und insbesondere die 1920 in Baku gegründete TKP, sollten in den Jahren der türkischen Arbeitsmigration nach 1961 eine wichtige Rolle bei der Selbstorganisierung türkeistämmiger Migrantinnen und Migranten spielen.
Neuankömmlinge mussten sich selbst Gedanken darüber machen, wie sie ihre spezifischen Alltagsprobleme lösen wollten.Dabei ging es um Fragen wie etwa Nahrungsmittelbeschaffung oder Freizeitbeschäftigung, aber auch um Sprachprobleme, Behördengänge oder betriebliche Sorgen der Beschäftigten.
Aus diesem Grund wird hier von einer «deutsch-deutsch-türkischen Geschichte» gesprochen: Denn seit ihrer Gründung – und nach der Ermordung von 15 Mitgliedern des Zentralkomitees der TKP, darunter auch Ethem Nejat, durch kemalistische Schergen im Januar 1921 – musste die Partei vom Exil aus operieren. Die TKP-Leitung agierte überwiegend von Moskau aus, saß aber vor 1933 mit ihrem Auslandsbüro zeitweise auch in Berlin. Erst später, wahrscheinlich im Laufe des Jahres 1957, entstand in Leipzig eine TKP-Zentrale, die bis zur politischen Wende in der DDR 1989/90 bestand und ab den 1960er Jahren die türkeistämmige Arbeitsmigration in Westdeutschland zu ihrem Operationsfeld machte. Deklariert als zypriotische Flüchtlinge lebten und arbeiteten die TKP-Kader in Leipzig – einige starben dort sogar. So sind beispielsweise die Gräber von Zeki Baştımar (Parteiname Yakup Demir), Aram Pehlivanyan (Ahmet Saydam) und einigen anderen Kommunisten im ehemaligen «Sozialistischen Ehrenhain» auf dem Leipziger Südfriedhof zu finden. Im Kontext dieses Beitrags muss indessen der Verweis auf die hervorragende Arbeit von Nelli Tügel genügen, in der sie die Leipziger Zeit der türkischen Kommunistinnen und Kommunisten ausführlich beschreibt.[2] Aber das ist eine andere Geschichte.
In den Wohnheimen und darüber hinaus
Schon in den ersten Monaten nach der Unterzeichnung des Anwerbevertrags mit der Türkei 1961 und der Ankunft der ersten «türkischen Gastarbeiter» in Deutschland entstanden erste Ansätze der Organisierung. Die Arbeiter wurden in Wohnheimen untergebracht, die von den Betrieben zur Verfügung gestellt wurden, aber mit ihren betrieblichen, sozialen und alltäglichen Problemen völlig allein gelassen. Auch aufgrund der Sprachschwierigkeiten suchten sie die Nähe von Landsleuten und blieben unter sich. Am Anfang fungierten Bahnhöfe und Bahnhofsvorplätze als Treffpunkte für die Informations- und Hilfesuchenden.
Während der türkische Staat, der durch die Arbeitsmigration einen Teil seines Beschäftigungsproblems exportieren und auf zusätzliche Deviseneingänge hoffen konnte, keinerlei Handlungsbedarf sah, überließ der westdeutsche Staat die Arbeiter der Obhut der Unternehmen, die ebenfalls keinen Handlungsbedarf erkennen wollten. Neuankömmlinge mussten sich deshalb selbst Gedanken darüber machen, wie sie ihre spezifischen Alltagsprobleme lösen wollten. Dabei ging es um Fragen wie etwa Nahrungsmittelbeschaffung oder Freizeitbeschäftigung, aber auch um Sprachprobleme, Behördengänge oder betriebliche Sorgen der Beschäftigten. In diesem Kontext entstanden die ersten Vereine, die zu Treffpunkten für die türkeistämmigen Migranten wurden.
Damals war es nicht unüblich, dass Migrantinnen und Migranten, die in der Türkei kaum etwas miteinander zu tun gehabt hatten, in den Betrieben und vor allem in den Wohnheimen gegenseitig ihre Nähe suchten. In einigen Werkswohnheimen, in denen manchmal bis zu zehn Personen sich ein Zimmer teilen mussten, gab es zwangsläufig kaum eine andere Möglichkeit; quasi sprachlos in der Fremde und ohne Hilfe von außen waren die Arbeiter schlicht aufeinander angewiesen – und sie hatten gemeinsame Interessen.
Anfänglich stellte schon die Besorgung von Lebensmitteln die Neuankömmlinge vor Herausforderungen. Obst, Gemüse, Kräuter und vor allem Rind- bzw. Lammfleisch mussten irgendwie organisiert werden. Während manche das überreiche Angebot der Supermärkte und die Freizügigkeit der westdeutschen Gesellschaft sichtlich genossen, mussten die gläubigen Muslime nach Wegen und Möglichkeiten suchen, wie sie koscheres (Halal) Fleisch beschaffen konnten. Jene, die etwas Deutsch sprachen, kamen zusammen und suchten gemeinsam in ländlichen Regionen Schafzüchter. Wurden sie fündig, konnten sie Schafe bzw. Lämmer kaufen und vor Ort schächten. Obwohl das Schächten eigentlich verboten war, war das Geschäft für die Züchter und Bauern so einträglich, dass sie über das Verbot hinwegschauten.
Für diejenigen, die derartige (Geschäfts-)Kontakte hergestellt hatten, eröffneten sich neue Einkommensquellen. Ein Teil des Fleisches der geschächteten Tiere wurde in den Wohnheimen verkauft – meist zum doppelten Preis. Auch andere Bewohner machten dort kleine Geschäfte, etwa indem sie in großen Blumentöpfen Kohl, Tomaten, Petersilie etc. pflanzten und den Überschuss verkauften. In wenigen Jahren wurden dann aus kleinen Geschäften größere: Dem Autor ist beispielsweise ein Arbeiter aus Malatya bekannt, der bei Thyssen-Henschel in Kassel angestellt war, im Henschel-Wohnheim lebte und nach einigen Jahren von seinem Ersparten, gemeinsam mit einem deutschen Geschäftspartner, ein türkisches Lebensmittelgeschäft eröffnete. Es war 1968 das erste und einzige Lebensmittelgeschäft in Kassel, in dem koscheres Fleisch und türkische Lebensmittel verkauft wurden.
Während türkeistämmige Arbeiterinnen, die allein in die Bundesrepublik gekommen waren und bis 1973 rund ein Viertel der türkischen Beschäftigten ausmachten, gerne in den Wohnheimen blieben und dort viel Zeit verbrachten, suchten die Männer nach Möglichkeiten, der Enge der Wohnheimzimmer zu entfliehen. Der Bedarf an möblierten Zimmern außerhalb der Wohnheime wuchs binnen weniger Jahre so stark, dass neben Billighotels und Gaststätten auch Privatpersonen Zimmer an türkische «Gastarbeiter» vermieteten.
Auf Arbeit
Die sogenannten Gastarbeiter wurden ganz überwiegend für einfache Tätigkeiten ins Land geholt. Und da die Zahl der zu besetzenden «Arbeitsplätze mit geringeren Anforderungen an beruflicher Ausbildung» bis 1970 relativ hoch war, vernachlässigte man die Qualifizierung der angeworbenen «Gastarbeiter». Nach und nach zeigte sich innerhalb der Unternehmen auch die Tendenz, für diese einfachen Arbeiten vorzugsweise «Gastarbeiter» der gleichen Nationalität einzustellen. Das geschah unter anderem dadurch, dass man die Arbeiter ermutigte, Bekannte und Verwandte in den Heimatregionen anzuwerben. So kam es dazu, dass immer mehr Türkeistämmige in denselben Betrieben arbeiteten. In den Kölner Ford-Werken beispielsweise kamen zeitweilig rund 40 Prozent der Beschäftigten aus der Türkei. Gerade das Ruhrgebiet mit Steinkohlebergbau und Stahlindustrie – Branchen, die einen großen Bedarf an Hilfskräften hatten – wurde zum Ziel der Einwanderer aus der Türkei. In diesem Zusammenhang kann man durchaus davon sprechen, dass im Ruhrgebiet sehr früh Kettenmigrationsprozesse begannen.
Die Tatsache, dass der Alltagsrassismus der westdeutschen Gesellschaft sich erst in den Krisenzeiten der 1970er Jahre voll entfaltete, führte im Zusammenhang der sich verstärkenden Familienzusammenführung dazu, dass Deutschland als zweite Heimat angesehen wurde.
Angesichts dieser Entwicklungen wurde früh erkannt, dass die sogenannte Ausländerbeschäftigung politisch und sozial gestaltet werden musste. Schon im Mai 1962 beauftragte das Bundesinnenministerium daher die Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit der sozialen Beratung und Betreuung der türkeistämmigen «Gastarbeiter». Im Laufe der Jahre wurde mit der Einstellung von türkeistämmigen Beraterinnen und Beratern daraus das sogenannte Türk Danış, die «Türkischen Beratungsstellen der AWO».
Die Vereinslokale (Cemiyets)
Doch trotz der Bemühungen der Arbeiterwohlfahrt, die von den «Betreuten» teilweise als sehr paternalistisch empfunden wurden, blieben die Vereinslokale, die sogenannten Cemiyets, die erste Anlaufstelle für Hilfesuchende. Die Cemiyets waren zugleich Orte der Netzwerkbildung. Hier kamen Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammen, wie jene, die gerne Fußball spielen wollten und später Fußballvereine gründeten, aber auch Menschen mit unterschiedlichen Geschäftsinteressen. In der Nähe der Cemiyets entstanden daher Export-Import-Läden, die alle möglichen Waren aus der Türkei verkauften, türkische Lebensmittelgeschäfte und Reisebüros, die Flugzeuge in die Türkei charterten. Zeitweise fungierten die Reisebüros zudem als Geldüberweisungsstellen: Jene türkeistämmigen Arbeiter, die Geld an ihre Verwandten schicken wollten, kamen in diese Reisebüros und übergaben das Geld an die Inhaber, die dann per Telefon über ihre Mittelsmänner das Geld – natürlich nach Abzug einer horrenden «Kommissionsabgabe» – an die Adressaten in der Türkei übergaben. Bis in die späten 1970er Jahre wurde der Geldtransfer über Reisebüros organisiert.
In den Cemiyets und anderen Vereinen wurden mit Hilfe der AWO und anderer Einrichtungen Deutschkurse angeboten. Junge Studierende oder Arbeiter, die der deutschen Sprache mächtig waren, wurden zu Dolmetschern und boten in den Vereinen ihre Dienste an. Die AWO rekrutierte ihre «türkischen Berater» zumeist aus diesen Kreisen.
Die Cemiyets sowie die dort gebildeten Netzwerke förderten auch die Mitgliedschaft in den Gewerkschaften, was nach kurzer Zeit dazu führte, dass in den Betrieben zahlreiche türkeistämmige Vertrauensleute und Betriebsräte gewählt wurden. In den 1970er Jahren gründeten die Gewerkschaften, allen voran die IG Metall, vielerorts ihre «Ausländerausschüsse».[3]
«Burası Köln Radyosu»
In den Vereinsräumen wie auch privat verfolgten die türkeistämmigen Migrantinnen und Migranten gerne Radiosendungen in türkischer Sprache. Exportgeschäfte verkauften damals günstige Mittelwellenradios, mit denen man Radiosendungen aus der Türkei, aber auch aus anderen Ländern empfangen konnte. Ab November 1964 wurde in den Vereinen und Haushalten der türkeistämmigen «Gastarbeiter» dann täglich um 18 Uhr das Radio eingeschaltet. Denn um diese Zeit begann «Köln Radyosu» (Das Kölner Radio) des WDR – die bundesweit erste Sendung einer westdeutschen Rundfunkanstalt in türkischer Sprache. Noch heute wird diese Sendung, die traditionell mit den Worten «Burası Köln Radyosu» («Hier ist das Kölner Radio») beginnt, vom WDR produziert.
Informationen aus unterschiedlichen Radiosendungen, die täglichen Besuche in den Cemiyets (oder auch in sogenannten Hinterhofmoscheen), soziale Betreuung durch Türk Danış und der Zusammenhalt als Gewerkschaftsmitglieder in den Betrieben gaben den türkeistämmigen Migrantinnen und Migranten in den ersten Jahren ein Gefühl des «Geborgenseins in der Fremde». Auch die Tatsache, dass der Alltagsrassismus der westdeutschen Gesellschaft sich erst in den Krisenzeiten der 1970er Jahre voll entfaltete, führte im Zusammenhang der sich verstärkenden Familienzusammenführung dazu, dass «Almanya» (Deutschland) als zweite Heimat angesehen wurde. Hinzu kommt, dass gerade der Anwerbestopp der Bundesregierung vom 23. November 1973 eine sprunghafte Verstärkung der Niederlassung bewirkte. Es zeigte sich, dass die Vereine nicht nur als Treffpunkte, sondern auch als Förderer dieser Niederlassungstendenzen fungierten und die Eingliederung erleichterten.
Die ersten Arbeitervereine
Der allererste türkische Verein in der Bundesrepublik war der Ende 1961 gegründete «Verein der türkischen Arbeiter in Köln und Umgebung», dessen Gründungsmitglieder überwiegend in den Ford-Werken beschäftigt waren. Zu den Mitbegründern gehörten unter anderen Salih Güldiken, ein späterer Ford-Betriebsrat, und Yılmaz Karahasan, der erste und bisher einzige türkeistämmige Migrant, der in den Bundesvorstand der IG Metall gewählt wurde. Innerhalb kurzer Zeit entstanden so in den größeren westdeutschen Städten Vereine, die als Treffpunkte für Türkeistämmige fungierten. Man folgte dem Kölner Beispiel: So gründete sich beispielsweise 1965 in Frankfurt am Main das Türkische Volkshaus Frankfurt (Frankfurt Türk Halkevi), das sich als politisch links verortete.
In den ersten Vereinen kamen türkeistämmige Migranten unterschiedlicher Weltanschauung zusammen. Diese Tatsache führte wiederum unweigerlich dazu, dass sowohl innerhalb der Mitgliedschaft als auch in den Vorständen politische Konflikte entstanden. Während ein großer Teil der Mitglieder die Vereinslokale als Treffpunkte nutzte, wo sie der fremden Außenwelt entfliehen, Landsleute treffen, ihre freie Zeit verbringen, Hilfe in aufenthalts- bzw. arbeitsrechtlichen Fragen finden, aber auch kostengünstige Friseurdienste erhalten konnten, organisierten sich zunehmend auch politisch aktive Gruppen.
Die Vereine motivierten ihre Mitglieder zudem, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Dies hatten die türkeistämmigen Linken so sehr verinnerlicht, dass sie sogar bei privaten Besuchen Mitgliedsanträge der Gewerkschaften mitbrachten.
Die politische Entwicklung und die sozialen Kämpfe in der Türkei hatten, trotz der spärlichen Nachrichten aus der Heimat, großen Einfluss auf die sogenannten Arbeitervereine. Mit der Zeit kamen auch türkische und kurdische Studierende in die Vereine und suchten die Nähe der gewerkschaftlich aktiven Vereinsmitglieder. Die Ängste und das «Fremdsein» der ersten Jahre waren zwar nicht vorüber, machten nun aber auch Platz für soziale und kulturelle Sorgen und für die Suche nach Lösungen. Gleichzeitig wuchs für religiöse Migrantinnen und Migranten der Bedarf an Gebetsräumen und seelsorgerischer Unterstützung. So begann das Auseinanderdriften der Community in unterschiedliche Gruppierungen.
Die Politisierung der Selbstorganisationen
Sowohl die politische Entwicklung in der Türkei als auch die wachsende gewerkschaftliche Organisierung der türkeistämmigen Migrantinnen und Migranten hatte zur Folge, dass sich nun auch linksorientierte Selbstorganisationen bildeten (politisch rechtsstehende Gruppen formierten sich erst später). So gründeten 20 Mitglieder des Kölner Arbeitervereins am 29. August 1966 den linken Kulturklub der türkischen Jugendlichen (Türk Gençleri Kültür Klubü – TGKK). Mit der Bezeichnung «türkische Jugend», die für die neue republikanische Gesellschaft stand, wollten die Gründungsmitglieder die Bedeutung des «antiimperialistischen Befreiungskampfs in Anatolien» betonen. Ein Jahr später waren bereits 50 türkeistämmige und kurdische Studierende Vereinsmitglieder geworden. Die Kontakte zum DGB und seinen Mitgliedsgewerkschaften intensivierten sich. Der TGKK begrüßte im Februar 1967 mit einer viel beachteten Solidaritätsveranstaltung die Gründung der Konföderation der revolutionären Gewerkschaften (Devrimci İşçi Sendikaları Konfederasyonu – DİSK) und beteiligte sich als Verein erstmalig an der 1.-Mai-Kundgebung des DGB. In der Folge entstanden in verschiedenen westdeutschen Städten vergleichbare linke Selbstorganisationen.
Diese Entwicklung wurde vom türkischen wie vom bundesdeutschen Staat mit Argusaugen beobachtet. Der türkische Staat versuchte über die Generalkonsulate, seinen Einfluss innerhalb der türkeistämmigen Community geltend zu machen. Doch die Arbeiter- und Jugendbewegung der «68er» in der Türkei, die sozialen Kämpfe dort und die gewerkschaftliche Organisierung in der Bundesrepublik führten zunehmend zur linksorientierten Politisierung der Türkeistämmigen. Die linken Selbstorganisationen beteiligten sich vermehrt an gewerkschaftlichen und betrieblichen Auseinandersetzungen und auch Streiks in Westdeutschland, nahmen an Ostermärschen und 1.-Mai-Kundgebungen teil und organisierten kulturelle und politische Veranstaltungen. Gleichzeitig boten diese Vereine ein breit gefächertes Bildungsangebot, das sich von Sprachkursen über Seminare zum Arbeits- und Aufenthaltsrecht bis hin zu politischen Themen erstreckte.
Obwohl die linken Selbstorganisationen zum größten Teil heimatlandorientiert waren, wurden sie auch für lokale Probleme der Migranten sensibilisiert. Vereinsmitglieder besuchten die Wohnheime, sorgten für Beratungs- und Übersetzungsdienste und halfen bei Mietproblemen. Um von den Beratungsangeboten zu profitieren, traten allmählich auch konservative und religiöse Türkeistämmige diesen Vereinen bei.
Die Vereine motivierten ihre Mitglieder zudem, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Dies hatten die türkeistämmigen Linken so sehr verinnerlicht, dass sie sogar bei privaten Besuchen Mitgliedsanträge der Gewerkschaften mitbrachten. Sie verteilten nicht nur Flugblätter, sondern gaben auch Vereinsbulletins heraus. So enthielt die Arbeiterpost (İşçi Postası) der TGKK allgemeine Informationen über Vereinsaktivitäten, rechtliche und soziale Fragen, Nachrichten aus der Türkei und politische Artikel. Ein längerer Artikel in der Arbeiterpost vom Dezember 1968 aus der Feder von Yılmaz Karahasan diskutierte beispielsweise das Thema Wirtschaftsdemokratie.[4]
Die Rolle der TKP
Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder dieser linken Selbstorganisationen war in keiner türkischen Partei organisiert. Das änderte sich schlagartig, als die Kader der Kommunistischen Partei der Türkei Ende 1968 in diesen Vereinen aktiv wurden. Die Partei hatte in ihrer sogenannten 1962er-Konferenz, die Anfang April 1962 in Leipzig stattgefunden hatte, unter anderem beschlossen, die «türkischen Gastarbeiter in Europa zu organisieren». Das ZK der TKP gründete daraufhin ein Büro, das die Organisationstätigkeiten vor allem in West-Berlin und der Bundesrepublik koordinierte. Binnen weniger Jahre rekrutierten die TKP-Aktivisten unter den Türkeistämmigen zahlreiche Neumitglieder, die nun ihre illegalen Parteistrukturen in der Bundesrepublik und in Westeuropa aufzubauen begannen.
Die Zahl der von TKP-Mitgliedern beeinflussten Vereine nahm in dieser Zeit sprunghaft zu. Da derartige Vereine sich auch in anderen europäischen Staaten etabliert hatten, entstand bald das Bedürfnis nach Vernetzung. So wurde Ende Oktober 1968 in Köln die internationale Föderation der türkischen Sozialisten in Europa (Avrupa Türk Toplumcular Federasyonu – ATTF) gegründet. Gründungsmitglieder waren die Gemeinschaft der türkischen Sozialisten in Berlin, die Sozialistenunion Braunschweig, die Union der türkischen Arbeiter in Dachau, die Türkische Kulturunion München, die Union der sozialen Hilfe Stuttgart, der Kulturklub der türkischen Jugendlichen Köln, der Verein der Geschwister London, die Union der türkischen Sozialisten Paris und die Türkische Union Stockholm. Als Zentralorgan der ATTF fungierte die Arbeiterpost. Die Gründungserklärung trug eindeutig die Handschrift der TKP: «Wir wollen zur Organisierung und Hebung des Klassenbewusstseins der türkischen Werktätigen im Ausland unseren Beitrag leisten, ihnen die Notwendigkeit der Einheit der ausgebeuteten Klassen gegen die ausbeutende Klasse erläutern und uns bis zur Errichtung der sozialistischen Macht der Arbeiterklasse am Klassenkampf beteiligen sowie uns im Lichte des wissenschaftlichen Sozialismus mit den fortschrittlichen Kräften solidarisch zeigen.»[5]
Nicht nur die türkischen Neofaschisten, sondern auch andere nationalistische und islamistische Organisationen wurden von deutscher Seite geradezu hofiert.
Der türkische Staat reagierte auf diese Entwicklung mit dem verstärkten Versuch der Beeinflussung unterschiedlicher «Gastarbeitervereine» und Hinterhofmoscheen. Besonders Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre kam es zur Gründung von nationalistischen und religiös-islamistischen Selbstorganisationen sowie regierungsnahen Vereinen. Diese Vereine, Verbände und Zusammenschlüsse entstanden zumeist mit Unterstützung deutscher und türkischer staatlicher Stellen, denen die linken Gruppen ein Dorn im Auge waren. Schon 1967 wurden erste «Islamische Kulturzentren» gegründet. So entstand beispielsweise aus dem 1973 in Köln gegründeten Islamischen Kulturzentrum im Jahr 1980 der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V., der den Lehren des Islamisten (und Mitglieds des Nakschibendi-Ordens) Süleyman Hilmi Tunahan nahesteht.[6] Schlagartig stieg auch die Zahl der Korankurse und der nationalistisch-islamistischen Aktivitäten, mit denen gewerkschaftliche und linke Organisierung diffamiert wurde.
Die neofaschistische MHP in Deutschland
Ein besonders interessantes Beispiel für die «deutsch-türkische Zusammenarbeit» bilden die Organisationstätigkeiten der neofaschistischen Partei der nationalistischen Bewegung (Milliyetçi Hareket Partisi – MHP), die in der deutschen Öffentlichkeit auch als «Graue Wölfe» bekannt sind. Die MHP, die ihren ersten «kleinen Parteitag» 1969 in der Bundesrepublik abhielt und hier auch ihren Europarat konstituierte, legalisierte ihre Tätigkeit am 9. April 1973 mit ihrer Anmeldung beim Ordnungsamt der Stadt Kempten. Bis zum 28. Juli 1976 war die Auslandsvertretung der MHP mit Duldung bundesrepublikanischer Behörden in Deutschland aktiv. Deren Auflösung erfolgte erst durch eine Verfügung des Verfassungsgerichts der Türkei, das mit dem Parteiverbot drohte. Trotz der offiziellen Auflösung blieben die Neofaschisten durchaus aktiv und konnten dann am 17. und 18. Juni 1978 in Schwarzenborn nahe Bad Hersfeld mit Unterstützung des CDU-Politikers Hans-Eckhardt Kannapin die Föderation der demokratisch-idealistischen türkischen Vereine in Europa (kurz: Türk-Föderation) gründen. Der damalige rheinland-pfälzische Innenminister Heinz Schwarz wiederum war der Kontaktmann der CDU zu MHP-Führer Alparslan Türkeş. Als Türkei-Experte des BND verhalf Kannapin dem europäischen Statthalter von Türkeş, Enver Altaylı,[7] dem Vorsitzenden der Türk-Föderation Lokman Kundakçı sowie dessen Nachfolger Musa Serdar Çelebi durch eine angebliche Beschäftigung in seinem «Türkei-Institut» zu Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen in der Bundesrepublik.[8]
Die Türk-Föderation unterhielt aber auch enge Kontakte zu deutschen rechtsextremen und neofaschistischen Organisationen. Bereits 1970 hatte NPD-Chef Adolf von Thadden den MHP-Führer Türkeş in die Bundesrepublik eingeladen. Auch inzwischen verbotene Organisationen wie die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP), die Aktionsfront Nationaler Sozialisten (ANS) oder die Wehrsportgruppe Hoffmann pflegten gute Beziehungen zu den türkischen Neofaschisten. Umgekehrt forderte Türkeş selbst am 28. Juli 1978 seine Gefolgsleute auf, die Zusammenarbeit mit der NPD zu intensivieren. Er schrieb: «Für die Realisierung der vorgenommenen Ziele ist es erforderlich, dass die bestehende Zusammenarbeit zwischen der NPD und unserer Partei, die Erfahrungen und die Arbeitsmethoden der NPD gemäß den Befehlen unserer Parteizentrale besser ausgenutzt werden.»[9] Türkeş genoss allerdings auch hohes Ansehen bei CDU und CSU. Der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß traf ihn am 1. Mai 1978, und der bayerische Innenminister Gerold Tandler setzte sich im November 1980 öffentlich für die MHP ein.
Nicht nur die türkischen Neofaschisten, sondern auch andere nationalistische und islamistische Organisationen wurden von deutscher Seite geradezu hofiert. So fungierte beispielsweise der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans Stercken als Bundesvorsitzender des rechtsnationalen Deutsch-Türkischen Freundschaftsvereins e.V. (Hürriyetçi Türk-Alman Dostluk Cemiyeti – Hür-Türk). Während nationalistische, neofaschistische und islamistische Organisationen von deutschen und türkischen Regierungen offen unterstützt wurden, sodass sie sich weitgehend ungehindert organisieren konnten und Gewaltakte wie die Ermordung des Berliner Gewerkschafters Celalettin Kesim zu verantworten hatten, wurden linke Zusammenhänge der Türkeistämmigen als «Gefahrenquellen für die freiheitliche Grundordnung der Bundesrepublik» diffamiert. Anstatt deren außergewöhnliche Integrationsleistungen, die sie ohne staatliche Finanzierung bewerkstelligten, anzuerkennen und zu unterstützen, wurden (und werden) sie vom Verfassungsschutz beobachtet.
Die Ausdifferenzierung der linken Selbstorganisationen
Mit der vermehrten Gründung linker Gruppen in verschiedenen westdeutschen Städten begannen diese ideologisch und organisatorisch auseinanderzudriften. In den Anfangsjahren waren in den Vereinen der ATTF-Sympathisanten noch verschiedene sozialistische Parteien und Organisationen aus der Türkei vertreten. Mitte der 1970er Jahre jedoch führte die Dominanz der TKP-Anhänger in den Vereinsvorständen dazu, dass die TKP-kritische Linke rausgedrängt wurde und eigene Vereine gründete. Zeitgleich mit der zunehmenden Polarisierung der Linken in der Türkei begann also auch in Deutschland und Europa das Auseinanderdriften der türkeistämmigen Linken. Ende 1976 gründeten Sympathisantinnen und Sympathisanten der TKP/ML (auch als «Partizan» bekannt) die Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland (ATIF), die dann 1986 Gründungsmitglied der Europäischen Konföderation der Arbeiter aus der Türkei (ATIK) werden sollte. Auch die TKP-Kader in der Bundesrepublik sahen die Neuorganisierung der Arbeitervereine als notwendig an; so wurde auf einem Kongress Ende Februar 1977 die Föderation der Arbeitervereine aus der Türkei in der BRD (FİDEF) aus der Taufe gehoben. Zunächst waren in den FIDEF-Mitgliedsvereinen – ehemalige ATTF-Mitglieder und andere «Arbeitervereine» – neben TKP-Anhängern auch zahlreiche alevitische, kurdische und unabhängige Linke sowie sozialdemokratisch orientierte Personen organisiert. Doch sowohl im FIDEF-Bundesvorstand als auch in den Vereinsvorständen brachten TKP-Kader eine Mehrheit hinter sich, was innerhalb kürzester Zeit dazu führte, dass sich die sozialdemokratisch orientierten Mitglieder abwendeten und bereits Ende Oktober 1977 in Berlin die Föderation der populistisch-revolutionären Vereine (HDF) gründeten, die sich später – da sie sich explizit als eine der deutschen SPD und der türkischen Republikanischen Volkspartei (CHP) nahestehende Organisation verstand – in Föderation der sozialdemokratischen Vereine umbenannte.
Dieser dynamische Prozess linker Selbstorganisierung war eine institutionelle Reaktion auf die regierungsamtliche Anerkennungsverweigerung der Bedürfnisse türkeistämmiger Migrantinnen und Migranten in der Bundesrepublik – und zugleich auch eine Antwort auf die Behandlung als bloße Devisenbeschaffer durch die türkischen Regierungen.
Im Februar 1980 war in der Türkei ferner die Revolutionäre Kommunistische Partei der Türkei (TDKP) gegründet worden, deren Sympathisanten im Dezember 1980 die Föderation der demokratischen Arbeitervereine (DİDF) gründeten, die heute immer noch existiert und inzwischen der türkischen Partei der Arbeit (EMEP) nahesteht. Nach 1980 – dem Jahr des nach 1960 und 1971 dritten Putsches der türkischen Streitkräfte – waren somit sämtliche Organisationen der politischen Linken der Türkei in Europa vertreten.[10]
Darüber hinaus führten auch die Auseinandersetzungen über die kurdische Frage zur Gründung neuer Organisationen: Schon 1979 war die kurdische Föderation KOMKAR gegründet worden, die der Sozialistischen Partei Kurdistans (PSK) nahestand. 1984 gründeten die Anhängerinnen und Anhänger der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) die Föderation FEYKA Kurdistan, die jedoch im Zuge des «Betätigungsverbots für die PKK und ihre Nebenorganisationen» in Deutschland vom 26. November 1993 aufgelöst und noch im selben Jahr durch die Föderation kurdischer Vereine in Deutschland (YEK-KOM) ersetzt wurde.[11]
Die Zukunft der Selbstorganisation
Dieser dynamische Prozess linker Selbstorganisierung war, trotz der Zersplitterung und des Auseinanderdriftens, eine institutionelle Reaktion auf die regierungsamtliche Anerkennungsverweigerung der Bedürfnisse türkeistämmiger Migrantinnen und Migranten in der Bundesrepublik – und zugleich auch eine Antwort auf die Behandlung als bloße Devisenbeschaffer durch die türkischen Regierungen. Trotz ihrer Heimatlandorientierung waren die linken Organisationen – gerade nach dem Anwerbestopp 1973 – gezwungen, sich stärker den Problemen und Bedürfnissen der Türkeistämmigen zu widmen und nach konkreten Lösungen zu suchen. Sie leisteten, obwohl sie keinerlei staatliche Förderung erhielten, erhebliche soziale Beratungs- und Betreuungsaufgaben, die für das alltägliche Leben der türkeistämmigen Menschen noch heute eine besondere Bedeutung haben.
Den Gruppen und Organisationen fiel dabei eine Doppelrolle zu: Sie agierten zum einen als Teil der gesellschaftlichen und sozialen Kämpfe in der Bundesrepublik und kümmerten sich um die Bedürfnisse und spezifischen Probleme der türkeistämmigen Menschen; zum anderen aber reagierten sie auf die aktuellen Entwicklungen im Heimatland und auf die Erwartungen der dortigen «Mutterparteien». Diese Doppelrolle war nicht leicht auszufüllen und führte immer wieder zu Problemen und Widersprüchen. Die ideologische und organisatorische Orientierung an den Mutterparteien (und die Heimatlandorientierung insgesamt) gewann dabei tendenziell die Oberhand gegenüber den politischen und sozialen Kämpfen in der bundesdeutschen Gesellschaft. Darüber hinaus fanden sich die türkeistämmigen Selbstorganisationen, wie andere linke migrantische Gruppen auch, allzu leicht mit der ihnen zugeschriebenen Rolle als «folkloristische» bzw. «kulinarische» Beigabe der 1.-Mai-Kundgebungen ab und begnügten sich mit der floskelhaften Erwähnung internationaler Solidarität in ihren Festreden.
Auf diese internationale Solidarität waren sie jedoch gerade nach dem Militärputsch von 1980 angewiesen. Die linken Gruppen hatten in der Folgezeit entscheidenden Anteil daran, dass die türkische Militärjunta in der demokratischen europäischen Öffentlichkeit isoliert und geächtet wurde. Und sie hatten wesentlichen Anteil daran, dass die politischen Flüchtlinge in Europa untergebracht und versorgt werden konnten.
Für die politischen Flüchtlinge, die nach dem Militärputsch aus der Türkei flohen, waren die linken Zusammenhänge die ersten Anlaufstellen. Organisiert wurde dieser Exodus der linken Kader zu einem großen Teil von den Spitzen der Parteien bzw. Bewegungen; die Existenz von Organisationsstrukturen in den westeuropäischen Ländern erleichterte deren Unterbringung ebenso wie deren Engagement. Vielerorts bekam der Prozess der Organisierung eine neue Dynamik, da die Geflüchteten als Gewerkschafter, Journalisten, Verbands- und Parteifunktionäre und Aktivisten über sehr gute Mobilisierungs- und Organisierungserfahrungen verfügten, die sie in den Vereins- und Föderationsvorständen einbringen konnten. Die Kehrseite der Medaille aber war, dass sich die Polarisierung innerhalb der Linken weiter verstärkte und sich die Organisationstätigkeiten in der Bundesrepublik immer stärker an der Türkei orientierten.
Dieser Umstand führte – im Verbund mit vielen anderen, großenteils selbstverschuldeten Problemen – dazu, dass die linken Organisationen in einen Marginalisierungsstrudel gerissen wurden, dem sie sich nicht mehr entziehen konnten. Darüber hinaus trugen die Realitäten des Einwanderungslandes, die verstärkte Einbürgerung von Mitgliedern und das Erstarken von ethnischen und religiösen Identitäten dazu bei, die klassischen Selbstorganisationen auszudünnen. Dennoch ist dies keineswegs das Ende der Geschichte. Die Geschichte der Selbstorganisierung wird, wenngleich in neuer Form, von den auf die Gründerjahre folgenden Generationen weitergeschrieben. Wir dürfen gespannt sein, welche Formen der Weg zur Emanzipation der Migrantinnen und Migranten annehmen wird.
Dieser Text ist aus: Albert Scharenberg (Hrsg.): Der lange Marsch der Migration. Die Anfänge migrantischer Selbstorganisation im Nachkriegsdeutschland, Rosa-Luxemburg-Stiftung 2020, www.rosalux.de/publikation/id/42906.
[1] Vgl. Brauns, Nikolaus/Çakır, Murat: Partisanen einer neuen Welt. Eine Geschichte der Linken und Arbeiterbewegung in der Türkei, Berlin 2018, S. 55ff.
[2] Tügel, Nelli: Das Land ihrer Träume? Türkeistämmige politische Emigrant_innen in der DDR, Berlin 2014.
[3] Zu den Ausländerausschüssen vgl. auch den Beitrag von Nélson Pereira Pinto und Manuel Campos in diesem Band [Albert Scharenberg (Hrsg.): Der lange Marsch der Migration. Die Anfänge migrantischer Selbstorganisation im Nachkriegsdeutschland, Rosa-Luxemburg-Stiftung 2020, www.rosalux.de/publikation/id/42906].
[4] Vgl. Gür, Metin: TKP’nin Avrupa Yılları (Die Europajahre der TKP), Istanbul 2002.
[5] Ebd., S. 39–55.
[6] Vgl. Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW: Türkische Muslime in NRW, Duisburg 1997, S. 131.
[7] Laut eigenen Angaben war Enver Altaylı zwischen 1969 und 1977 Mitarbeiter des türkischen Geheimdienstes MIT. In den 1990er Jahren warfen ihm türkische Medien vor, er habe seit Jahrzehnten für die CIA gearbeitet (vgl. dazu auch: veryansintv.com/cia-elemani-altayli-kozinoglunu-neden-hedefine-koydu-iste-kozinoglunu-olume-goturen-suclari).
[8] Vgl. die Dokumentation «MHP und Graue Wölfe», hrsg. vom Türkenzentrum Berlin, Juni 1981.
[9] Vgl. Çakır, Murat: Die Pseudodemokraten. Türkische Lobbyisten, Islamisten, Rechtsradikale und ihr Wirken in der Bundesrepublik, Düsseldorf 2000, S. 202.
[10] Hierzu zählen ferner die Bewegung Revolutionärer Weg (Devrimci Yol), die Revolutionäre Volksbefreiungspartei – Front (DHKP-C), die Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei (MLKP) und die im Februar 1981 als Abspaltung der TKP/ML gegründete TKP/ML Bolschewisten (besser bekannt als «Bolşevik Partizan»).
[11] Zur Selbstorganisation der Kurdinnen und Kurden vgl. den Beitrag von Ayten Kaplan und Elisabeth Kenan in diesem Band [Albert Scharenberg (Hrsg.): Der lange Marsch der Migration. Die Anfänge migrantischer Selbstorganisation im Nachkriegsdeutschland, Rosa-Luxemburg-Stiftung 2020, www.rosalux.de/publikation/id/42906].