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Nachricht , : »Weg und Ziel« (1946–2000)

Die Theoriezeitschrift der KPÖ ist nun digitalisiert

Details

Von 1946 bis 2000 verfügte die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) mit »Weg und Ziel« über eine Theoriezeitschrift, deren Jahrgänge hier auf der KPÖ-Website nunmehr digitalisiert zugänglich gemacht werden.

Eine von der KPÖ herausgegebene Zeitschrift mit dem Titel »Weg und Ziel« gab es bereits in den Jahren der Illegalität. Während der erste Jahrgang 1935/36 aus Tarnbroschüren bestand, erschien die Zeitschrift von August 1936 bis September 1938 im Prager Exil. Dünndruckhefte dieser »legalen« Ausgabe, die in unregelmäßigen Intervallen erschien, wurden in Österreich in hoher Auflage illegal verbreitet. In den Jahren 1940 bis 1942 gab es in Österreich produzierte illegale Flugschriften mit dem Titel Weg und Ziel, die nicht als direkte Fortsetzung des Theorieorgans angesehen werden können.

Von Jänner 1946 bis Dezember 1991 erschien Weg und Ziel monatlich. Chefredakteur der »Monatsschrift für Fragen der Demokratie und des wissenschaftlichen Sozialismus« war bis 1969 Franz Marek. Neben der marxistischen Diskussion bestand die wesentliche Funktion von Weg und Ziel darin, die ParteifunktionärInnen mit politisch-ideologischen Orientierungen vertraut zu machen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des sprunghaften Wachstums der Partei. Nach zwölf Jahren in der Illegalität gehörten der KPÖ nach der Befreiung Österreichs mehr als 150.000 Mitglieder an, denen es vor 1945 mehrheitlich nicht möglich gewesen war, sich ein marxistisches Wissen anzueignen.

Inhaltliche Schwerpunkte von Weg und Ziel waren Fragen der marxistischen Theorie, innenpolitische und weltpolitische Themen, wirtschafts- und sozialpolitische Analysen, Geschichte der österreichischen und internationalen ArbeiterInnenbewegung usw. Abgedruckt wurden stets auch Beiträge aus der internationalen marxistischen Diskussion. In den 1960er Jahren leitete die KPÖ eine ideologische Neuorientierung ein, in deren Zuge die Zeitschrift »offener« wurde. 1970, nach den krisenhaften Jahren 1968/69, wurde Erwin Scharf Chefredakteur. Der Untertitel der Zeitschrift lautete fortan »Monatsschrift für Theorie und Praxis des Marxismus-Leninismus«. Die 1970er und 1980er Jahre waren eine Periode der Professionalisierung, in der AutorInnen aus dem Umfeld der KPÖ fundierte Analysen von Entwicklungen in ihren jeweiligen Politikfeldern lieferten.

Nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus war Ernst Wimmer Chefredakteur der Zeitschrift. Von 1992 bis zur Einstellung im Jahr 2000 leitete Julius Mende die Redaktion. »Weg und Ziel« erschien nun fünf Mal im Jahr mit Schwerpunktheften. Sowohl der AutorInnenkreis als auch die Ausstrahlungskraft der Theoriezeitschrift gingen nun weit über die KPÖ hinaus. Aufgrund notwendiger Einsparungen im Zuge des gegen die KPÖ gerichteten Treuhandprozesses musste die traditionsreiche Zeitschrift Anfang 2000 eingestellt werden.

Die Jahrgänge befinden sich in einzelnen Ordnern. Für jeden Jahrgang gibt es ein Inhaltsverzeichnis, in dem die Beiträge aller Ausgaben des jeweiligen Jahres angeführt sind. Die Dokumente sind pdf-Dateien, die sich auch im Volltext durchsuchen lassen. Start: www.kpoe.at/weg-und-ziel-1946-2000-das-digitalisierte-theorieorgan

Quelle: Website der KPÖ, leicht überarbeitet.

Zum Bestand in der Bibliothek der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin.

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