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Die Mischung macht`s.
Bildungsreise Energiewende in Dänemark
Ein Bericht von Andreas Thomsen
Vom 9. bis 11. März 2026 boten die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die RLS Schleswig-Holstein eine Bildungsreise zum Thema Energiewende nach Südjütland an. Dänemark ist im Zuge der Energiewende auf dem Wege zur Klimaneutralität weit fortgeschritten. 2024 erzeugte unser nördlicher Nachbar über 88 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Energieträgern. Südjütland bietet also ausgezeichnete Voraussetzungen sich zu diversen politischen, wirtschaftlichen und technischen Ansätzen einer erfolgreichen Energiewende zu informieren. An der Reise nahmen über zwanzig WissenschaftlerInnen, Kommunalpolitikerinnen und politisch Aktive, überwiegend aus Schleswig-Holstein teil. Im Zuge der Reise nach Sønderborg, Ulfborg, Esbjerg und Hvide Sande gab es Gelegenheit, sich über frühe Pionierwerke der Windenergiegewinnung zu informieren. Morten Westergaard, Vorsitzender der Vereinigung dänischer Energiekommunen gab einen Einblick in dänische, kommunale Energiepolitik. David Dupont-Mouritzen von HØST PtX Esbjerg präsentierte die Tätigkeit eines grünen Investitionsfonds mit inzwischen jährlichen Investitionen von etwa 35 Milliarden Euro. Es gab Einblicke zur Position der Beschäftigten und Gewerkschaften in den umfangreichen, mit der fortgeschrittenen Energiewende verbundenen Entwicklungen. Hierüber informierten im Hafen von Esbjerg Vertreter der Dockarbeitergewerkschaft 3F und auch der GenossInnen der rot-grünen Einheitsliste, der Partnerpartei der Linken in Dänemark, aus Perspektive (grüner) Kommunalpolitik informierte Mikkel Ammitzböll, Stadtrat in Esbjerg für SF, die grüne Partei in Dänemark. In Sønderborg gab es dann noch Gelegenheit, sich über das „Projekt Zero“ zur Emissionsreduktion der Kommune zu informieren. Das Projekt ist eine privat-öffentliche Partnerschaft und in der Mission Energiewende weit fortgeschritten.
Ein Höhepunkt der Reise war zweifellos die Besichtigung der kommunalen Großwärmepumpe in Esbjerg, die mit sehr innovativer Technologie als, mit Meerwasser betriebene Großwärmepumpe über das Fernwärmenetz 25.000 Haushalte im Gebiet der Kommune Esbjerg versorgt. Im Nationalpark Wattenmeer gelegen sind bei dieser Anlage zudem sehr hohe ökologischer Standards von großer Bedeutung.
Die Reise fand angesichts der, am 24.3. angesetzten Wahl zum Folketing, dem nationalen dänischen Parlament, in einer spürbar deutlich politisierten Atmosphäre statt. Dies wurde insbesondere in Gesprächen und Diskussionen mit den FreundInnen der rot-grünen Einheitsliste deutlich.
Bemerkenswert erscheint die Mischung aus konsequenten Ansätzen zur Energiesparsamkeit, wie auch dem mutigen Einsatz innovativer Technologien, marktwirtschaftlicher Anreizstrukturen und kommunalem oder genossenschaftlichem Eigentum. Auf diese Art können in Dänemark gleichzeitig eine Reihe von Schrauben gedreht und somit leichter Erfolge in der der Energiewende erzielt werden.