Zum Hauptinhalt springen

Analyse , : Kolumbiens Trumpist

Nach dem vorläufigen Endergebnis hat der rechte Kandidat Abelardo de la Espriella die Stichwahl um die Präsidentschaft gewonnen

Wichtige Fakten

Autor
Elias Korte,

Details

Der Präsidentschaftskandidat Abelardo de la Espriella von der oppositionellen Bewegung „Verteidiger des Vaterlandes“ und sein Vizepräsidentschaftskandidat José Manuel Restrepo fahren in einer gepanzerten Kabine zu einer Siegeskundgebung, nachdem die Wahlergebnisse am 21. Juni 2026, in Barranquilla, Kolumbien, einen Vorsprung für ihn gezeigt hatten.
In der Öffentlichkeit nennt er sich „El Tigre“. De la Espriella liebt den großen Auftritt, die provokante Aussage, das Spektakel. Sein politischer Stil ist geprägt von einer martialischen Sprache und nationalistischen Inszenierungen.  Foto: picture alliance / AP Photo/Rodrigo Abd | Rodrigo Abd

„Vor Jahren habe ich dem Land gesagt, dass ich nur im äußersten Notfall in die Politik gehen würde. Dieser Moment ist nun gekommen. Kolumbien durchlebt heute seine dunkelsten Stunden.“ Mit diesen Worten trat Abelardo de la Espriella am 16. Juli 2025 ans Mikrofon und kündigte seine Kandidatur für die kolumbianische Präsidentschaftswahl an. 

Ein Jahr später, am 21. Juni 2026, liegt er nach dem Vorausauszählungsstand mit 12,96 Millionen Stimmen (49,66 Prozent) vor dem Kandidaten des regierenden Pacto Histórico, Iván Cepeda, der in einer Stichwahl mit historisch hoher Beteiligung rund 12,71 Millionen Stimmen (48,7 Prozent) erhielt. Keiner der beiden Kandidaten erreichte die 50-Prozent-Marke, die Differenz beträgt weniger als einen Prozentpunkt. 

Die offizielle Endauszählung, das von Richter*innen geleitete Aktenauszählungsverfahren, dauert derzeit noch an. Cepeda hat inzwischen sowohl das vorläufige Ergebnis als auch den Wahlsieg de la Espriellas anerkannt, nachdem er zunächst die Auszählung in rund einem Viertel der Wahllokale angefochten hatte. Nach dem bisherigen Stand der Nachzählungen scheint er jedoch nicht mehr von wesentlichen Veränderungen des Ergebnisses auszugehen.

In seinem Pressestatement am Mittwochmorgen kolumbianischer Zeit betonte Cepeda zugleich, dass die Anerkennung des Wahlsiegs seines Kontrahenten nicht mit einer Legitimation der Mittel gleichzusetzen sei, die zu diesem Ergebnis beigetragen hätten. Besonders kritisierte er die Einmischung Donald Trumps in den Wahlkampf sowie den massiven Einsatz KI-generierter Deepfake-Videos und anderer Desinformationskampagnen, die darauf abzielten, ihn und seine Kandidatur zu diskreditieren.

Fest steht bereits vor dem amtlichen Endergebnis: Kolumbien ist gespalten, und der neue Präsident muss versuchen, die andere Hälfte einzubinden.

Der „Tiger“ und sein Auftritt

Abelardo de la Espriella ist 47 Jahre alt, geboren in Bogotá, aufgewachsen in Montería im Departement Córdoba, einem der Epizentren des kolumbianischen Paramilitarismus in den 1990er und 2000er Jahren. Er studierte Rechtswissenschaften an der privaten Universidad Sergio Arboleda und gründete 2002 die Kanzlei De la Espriella Lawyers, die heute Büros in Bogotá, Barranquilla, Medellín und Miami unterhält. Parallel dazu baute er ein weit verzweigtes Unternehmensnetzwerk in den Bereichen Immobilien, Gastronomie, Spirituosen und Mode auf, darunter die Luxusbekleidungsmarke De la Espriella Style. Sein öffentlicher Auftritt kultiviert bewusst das Bild des erfolgreichen Unternehmers und Jetset-Anwalts. De la Espriella besitzt die kolumbianische, die italienische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft sowie nach eigenem Bekunden das Parteibuch der US-Republikaner. Für den Erwerb der US-amerikanischen Staatsbürgerschaft musste er den Einbürgerungseid auf die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten ablegen und dabei formell auf politische Loyalitäten gegenüber anderen Staaten verzichten. De la Espriella hatte lange in Italien gelebt und kehrte erst 2025 für seine Präsidentschaftskandidatur zurück.

Sein politischer Stil ist geprägt von einer martialischen Sprache und nationalistischen Inszenierungen.

In der Öffentlichkeit nennt er sich „El Tigre“. De la Espriella liebt den großen Auftritt, die provokante Aussage, das Spektakel. Sein politischer Stil ist geprägt von einer martialischen Sprache und nationalistischen Inszenierungen. So sprach er davon, die Linke „auszuweiden“, nannte seine Bewegung „Verteidiger des Vaterlandes“ und griff bei öffentlichen Auftritten wiederholt auf militärische Gesten und Kommandos wie „Stillgestanden für das Vaterland!“ zurück. 

Seine Kampagne lancierte de la Espriella im November 2025 in einem Konzertlokal in Bogotá wie eine Popshow. Er hat Alben aufgenommen, trägt maßgeschneiderte Hemden und inszeniert sich als Mann, der das Land rettet, weil außer ihm niemand dazu in der Lage sei. Der Vergleich mit Nayib Bukele ist, was Inszenierung und ideologische Ausrichtung betrifft, kein Zufall: de la Espriella bewundert den salvadorianischen Präsidenten und setzt auf dieselbe Mischung aus autoritärem Sicherheitsdiskurs, digitaler Medienpräsenz und Outsider-Rhetorik.

Sein Regierungsprogramm nannte er „El Milagro de los Nunca“ – das Wunder derer, die noch nie an der Macht waren. Ideologisch ist die Ausrichtung klar: radikaler Rückbau des Staates, Steuersenkungen für Unternehmen, Förderung des Frackings, Deregulierung und Beschleunigung von Umweltgenehmigungen im Bergbau- und Energiesektor. Wirtschaftlich orientiert er sich an Javier Mileis „Modell Kettensäge“. Gleichzeitig verspricht er in Sicherheitsfragen das Gegenteil von Staatsabbau: mehr Polizei und Militär, zehn Maximalvollzugsgefängnisse im Bukele-Stil, Errichtung militärischer Sonderzonen, Verhängung des Ausnahmezustands gegen das organisierte Verbrechen. Dazu kommen die Aufkündigung aller laufenden Friedensverhandlungen, der Rückzug Kolumbiens aus der Organisation Amerikanischer Staaten, den Vereinten Nationen und der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Israel und der Beitritt zu Trumps militärischem Regionalbündnis „Shield of the Americas“.

Wer stimmte für wen?

Das Wahlergebnis trennt zwei geografische und soziale Landesteile, die sich seit dem Friedensplebiszit 2016 immer deutlicher abzeichnen. Damals gewann das „Nein“, verankert in den Andenzentren, den Großstädten des Inlands und den etablierten Mittelschichten. Die Pazifik- und Karibikküste, die Amazonasregion, die an Venezuela grenzenden Departments, die afrokolumbianischen und indigenen Gemeinschaften stimmten für den Frieden. Dieses Muster wiederholte sich bei den Wahlen 2018, 2022 und 2026.

De la Espriella gewann in der ersten Wahlrunde besonders hoch in den urbanen Mittel- und Oberschichten der Andenregion sowie in den agrarisch geprägten, konservativen ländlichen Regionen des Binnenlandes. Gleichzeitig gelang es ihm, an der traditionell eher links wählenden Karibikküste deutliche Zugewinne für die Rechte zu erzielen. Nach der ersten Runde wechselten 76,4 Prozent der Wähler*innen Paloma Valencias, der uribistischen Kandidatin, die im ersten Wahlgang 6,9 Prozent erzielt hatte, zu de la Espriella. Der Uribismus, jahrzehntelang die hegemoniale Kraft der kolumbianischen Rechten, zog sich hinter den „Tigre“ zurück: Auch Álvaro Uribe selbst rief zur Wahl de la Espriellas auf. Dies illustriert, dass der Uribismus politisch verbrannt war, weshalb die Rechte ein unverbrauchtes Gesicht und einen neuen politischen Stil benötigte, um die Wahl gewinnen zu können. 

Cepeda war der Kandidat einer treuen, progressiven Basis, öffnete sich aber erst nach der verlorenen ersten Runde für das Zentrum und neue Milieus.

De la Espriella wurde vor allem von den traditionellen Wählerreservoirs der kolumbianischen Rechten getragen: konservative Milieus, Unternehmer*innen, Selbstständige sowie jene Teile der urbanen Mittel- und Oberschichten, die die Petro-Regierung (entgegen der makroökonomischen Faktenlage) primär mit wirtschaftlicher Unsicherheit, vermeintlicher regulatorischer Überdehnung des Staates und einer (vielerorts realen) Verschlechterung der Sicherheitslage verbanden. Entscheidend für seinen Erfolg war, dass er mit seinem Fokus auf die Sicherheitsfrage ein breites Anti-Petro-Lager zu vereinen vermochte. Gleichzeitig erreichte de la Espriella einen Teil der jüngeren Bevölkerung – er war der erste kolumbianische Kandidat, der algorithmisch gestützten Wahlkampf mit KI-generiertem Content und viralen Kurzvideos im industriellen Maßstab führte.

Cepeda gewann hingegen in Bogotá und in den Peripherieregionen an den Küsten und den Grenzen zu den Nachbarländern. Er mobilisierte Gewerkschaften, soziale Bewegungen, Umweltorganisationen, Teile der Universitäten. Doch er konnte sich nicht aus der Umklammerung durch einen amtierenden Präsidenten befreien, der trotz hoher Beliebtheitswerte am Ende seiner Amtszeit gerade in den urbanen Mittelschichten Rückhalt verloren hatte. Cepeda war der Kandidat einer treuen, progressiven Basis, öffnete sich aber erst nach der verlorenen ersten Runde für das Zentrum und neue Milieus.

Ein Aufstieg im Schnelldurchlauf

Zu Beginn galt de la Espriella nicht als ernsthafter Kandidat. Er beteiligte sich auch nicht an der „Großen Befragung für Kolumbien“ (Gran Consulta por Colombia) zur Kandidatenauswahl des rechten Lagers vom 8. März. Stattdessen baute er seine eigene Kampagne auf: Er sammelte 4,8 Millionen Unterschriften für seine Kandidatur, wählte als Vizepräsidentschaftskandidaten den ehemaligen Finanzminister José Manuel Restrepo und fokussierte seine Wahlstrategie zuerst auf das eigene politische Spektrum und die Konkurrenzkandidatin im rechten Lager, Paloma Valencia. Die Kampagne arbeitete mit der Gegenüberstellung der „los nunca“, jener, die nach eigener Darstellung niemals Teil der politischen Machtelite gewesen seien, und der „los de siempre“, also jener politischen Klasse, die Kolumbien seit Jahrzehnten regiere. Mit dieser Außenseiter-Rhetorik knüpfte de la Espriella an Diskurse an, die die Linke im Wahlkampf 2022 erfolgreich genutzt hatte, als die damalige Vizepräsidentschaftskandidatin, Francia Márquez, für die „nadies“ („Niemande“) sprach, also jene gesellschaftlichen Gruppen, die sich von den traditionellen Eliten ausgeschlossen fühlten. 

Auf der anderen Seite stand eine Regierungslinke in der Defensive. Cepeda galt als Kandidat der Kontinuität der (Friedens-)Politik Petros, just als sich die Sicherheitslage in einigen Regionen verschlechterte. Hinzu kam, dass Petros zentrales innenpolitisches Reformprojekt, die grundlegende Umgestaltung des Gesundheitssystems, nach langwierigen Auseinandersetzungen im Kongress letztlich scheiterte. Cepeda gelang es nicht, aus dem Schatten dieser Regierung zu treten und als eigenständige politische Alternative wahrgenommen zu werden.

Javier Milei twitterte: ‚Der Löwe und der Tiger brüllen in Lateinamerika.‘

Hinter dem Populisten de la Espriella verbirgt sich eine dunkle Seite, die in einem anderen politischen Klima vermutlich wahlentscheidend gewesen wäre. Als Anwalt vertrat er zwielichtige Personen wie Álex Saab, den mutmaßlichen Strohmann Nicolás Maduros, und David Murcia Guzmán, den Gründer des Schneeballsystems DMG. Schwerer noch wiegt die Geschichte der Fundación Iniciativas por la Paz (FIPAZ), der er Anfang der 2000er Jahre präsidierte. Die Wahrheitskommission (Comisión de la Verdad), die im Rahmen des Friedensabkommens die Ursachen und Dynamiken des bewaffneten Konflikts aufarbeitete, sowie Urteile des Justiz-und-Frieden-Tribunals, des Sondergerichtssystems für die juristische Aufarbeitung der Demobilisierung paramilitärischer Gruppen, charakterisierten die FIPAZ als ein Instrument, das von den AUC-Paramilitärs geschaffen wurde, um ihren politischen Einfluss während der Demobilisierungsverhandlungen auszudehnen. AUC-Kommandeur „Ernesto Báez“ erklärte, de la Espriella habe studentische Netzwerke genutzt, um für die Paramilitärs zu mobilisieren; Salvatore Mancuso bestätigte 2024 vor der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden entsprechende Verbindungen. Zehn Tage vor der Stichwahl stellte Cepeda Strafanzeige bei der kolumbianischen Staatsanwaltschaft und dem Internationalen Strafgerichtshof – wegen Terrorismusfinanzierung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. De la Espriella wies alle Anschuldigungen zurück; seine Wähler*innen scheinen sie ohnehin nicht gestört zu haben.

Als das Wahlergebnis bekannt wurde, meldeten sich die üblichen Verdächtigen. Javier Milei twitterte: „Der Löwe und der Tiger brüllen in Lateinamerika.“ Donald Trump schrieb: „Er hat gewonnen. Großartig!“ Der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa befand: „Heute hat Kolumbien die Ordnung statt der Straflosigkeit gewählt.“ US-Außenminister Marco Rubio kündigte Zusammenarbeit bei den Themen Sicherheit und Migration an. Die Unterstützung aus dem internationalen Netzwerk der Rechten ist also offenkundig: De la Espriella ist Teil eines Projekts, das in Lateinamerika von Buenos Aires, San Salvador, Quito, La Paz, Santiago und nun auch Lima und Bogotá getragen wird. Prompt verkündete er den Beitritt zu Trumps Regionalbündnis „Shield of the Americas“ und begleitete das Versprechen mit dem Bild eines Tigers neben einem US-Adler.

Die Zukunft Kolumbiens

Das vorläufige Wahlergebnis beschreibt nicht nur eine Wahl, sondern eine fundamentale Weichenstellung: Was passiert in den nächsten vier Jahren mit dem Frieden und der Wirtschaft – den beiden Achsen, um die sich die kolumbianische Politik seit Jahrzehnten dreht?

Fest steht: Die Friedensarchitektur, die unter Santos begann und unter Petro gestärkt wurde, steht vor der Demontage. De la Espriella hat angekündigt, alle laufenden Verhandlungen zu beenden – mit der ELN, mit bewaffneten Dissidentengruppen der FARC, mit Neoparamilitärs. Seine Strategie ist militärische Niederwerfung, nicht Verhandlung. Das Modell Bukele – mit Megagefängnissen, Sondervollmachten, Massenverhaftungen – soll auf Kolumbien übertragen werden und damit auf ein Land mit viermal so vielen Einwohner*innen wie El Salvador und einer ungleich komplexeren geografischen und sozialen Topografie des Konflikts. 

Mit Blick auf die Wirtschaft verspricht de la Espriella ein Schrumpfung des Staates um 40 Prozent (durch Massenentlassungen, die Auflösung von Behörden und die Privatisierung von Staatsbetrieben), Fracking, Steuersenkungen für Unternehmen und die Rücknahme der Petro-Reformen im Arbeits- und Rentenbereich. Im Kongress verfügt er jedoch über keine gesicherte Mehrheit und benötigt daher die Unterstützung von Teilen des Zentrums. Dass er ohne eine solche Koalition nicht regieren kann, dürfte seiner Anti-Establishment-Rhetorik rasch Grenzen aufzeigen.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Kolumbiens Spaltung in den nächsten vier Jahren nicht überwunden, sondern sich verschärfen wird.

Fest steht auch: Der 21. Juni 2026 ist kein singuläres Ereignis, sondern Teil einer Welle. Fast alle Wahlen in Lateinamerika gingen in den vergangenen drei Jahren an Kandidat*innen der Rechten oder extremen Rechten: Im Oktober 2025 gewann Rodrigo Paz nach zwei Jahrzehnten Linksregierung die Präsidentschaftswahl in Bolivien, José Antonio Kast tat es ihm zwei Monate später in Chile gleich; Milei regiert Argentinien, Bukele El Salvador, Noboa Ecuador und demnächst wohl auch Keiko Fujimori Peru. Kolumbien kommt nun hinzu – und damit das Land, das in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum des Friedensprozesses mit der FARC-Guerilla begeht, dessen unzureichende staatliche Umsetzung ein Grund dafür ist, dass man mit Angst, Sicherheit und Ordnung Wahlen gewinnen kann.

Die rechten Wahlsiege in Lateinamerika weisen durchaus Gemeinsamkeiten auf: Sicherheit statt soziale Gerechtigkeit, Steuersenkungen für Reiche statt Umverteilung, autoritäre Führung statt Kompromiss. De la Espriella hat diese Grammatik mit spezifisch kolumbianischem Inhalt gefüllt – Erschöpfung durch den Konflikt, Ungeduld mit einem Frieden, der Erwartungen weckte, ohne sie einzulösen – und mit der Marke eines Unternehmers versehen: Reichtum als Beweis für Kompetenz, markige Worte und Spektakel als Beweis für Mut, fehlende politische Erfahrung als Beleg für einen Anti-Establishment-Kurs.

Dennoch: Über die Hälfte der Wähler*innen stimmte nicht für ihn, die Nachzählungen laufen. Und bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Kolumbiens Spaltung in den nächsten vier Jahren nicht überwunden, sondern sich verschärfen wird.

Der „Tiger“ hat hauchdünn gesiegt. Kolumbiens progressive Kräfte vergaben – nicht zuletzt durch schwache Kommunikation und eine nicht zeitgemäße Kampagne – eine historische Chance zur Vertiefung des begonnenen Reformkurses. Doch die Errungenschaften und Grenzen von vier Jahren Linksregierung haben das gesellschaftliche Bewusstsein geprägt und werden in Erinnerung bleiben, um bei einem neuen Anlauf daran anzuknüpfen. Bis dahin heißt es Abwehrkämpfe zu führen, damit von den errungenen sozialen Rechten, der Demokratie und ihren Institutionen möglichst viel erhalten bleibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Rosalux International

: Seite

Beiträge zur internationalen Politik | Fundierte Analysen aus einer linken Perspektive

Wahlen in Kolumbien: „Das politische Spektrum polarisiert sich“

: Interview 08.06.2026

Interview mit der linken Stadträtin Donka Atanassova aus Bogotá

Kolumbien: Wandel oder Restauration

: Analyse 18.05.2026

Am 31. Mai wählt das südamerikanische Land ein neues Staatsoberhaupt. Wer folgt auf Gustavo Petro?…

Weitere Inhalte zum Thema

Wer ist Ivan Cepeda?

: Analyse 01.06.2026

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl Kolumbiens landete der Linkskandidat mit über 40…

Gerechte Energiewende in Senegal

: Policy Brief 05/2026

Politikwechsel statt Schuldenspirale