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Artikel , : Das Gedenken an das Massaker von Wolhynien in Polen

Schweigen, Erinnerungskonflikt und Vorschläge zu dessen Überwindung

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Im Dorf Zeleny Dub steht der verlassene Dorfladen an dem Ort, wo im Sommer 1943 das Massaker an der polnischen Bevölkerung des Orts stattfand. Bild: Elżbieta Kwiecińska

Um das Massaker von Wolhynien herrschte in der polnischen Erinnerungskultur lange Zeit Schweigen. Nachdem die Grenzen Polens nach dem Zweiten Weltkrieg verschoben wurden, verbreitete die kommunistische Führung des Landes Propaganda, die die von Deutschland übertragenen Gebiete als sogenannte «Wiedergewonnene Gebiete» (Ziemie Odzyzkane) bezeichnete, die eigentlich «urpolnisch» seien. Der aus den ukrainischen Gebieten umgesiedelten polnischen Bevölkerung wurden häufig Häuser zugewiesen, die zuvor Deutschen gehört hatten. Pol*innen, die im angestammten Wolhynien oder Galizien verblieben, taten dies in der Regel illegal und mussten dazu ihre ethnische Zugehörigkeit verbergen. Folglich mussten sie auch von ihren Kriegserlebnissen schweigen. Die kommunistische polnische Regierung zeichnete in ihrer Propaganda derweil ein klischiertes Bild ukrainischer Männer als raubmörderischer UPA-Anhänger. So wurde ein Feindbild aufgebaut, mit dem das kommunistische Regime seinen nationalistischen Diskurs zu legimitieren suchte. Als größter antiukrainischer ‚Held‘ galt in der Volksrepublik Polen Karol «Walter» Świerczewski, der im Gebirgszug Bieszczady an Kämpfen mit der UPA beteiligt war und den die Autorin Janina Broniewska 1948 in ihrem Jugendbuch «O człowieku, który się kulom nie kłaniał» (dt. etwa «Von dem, der sich keiner Kugel beugte») verewigte. Zwar fand das Buch als Schullektüre weite Verbreitung, dies bedeutete allerdings noch lange nicht, dass auch den Überlebenden des Massakers Gehör geschenkt wurde.

Das Massaker von Wolhynien wirft die Frage auf, wessen Erinnerung Eingang in den polnischen Erinnerungskanon findet und welche Vorkommnisse wie gewichtet werden. Im Kanon des nationalen Gedenkens finden sich neben dem Massaker von Wolhynien auch die Erinnerung an die Ermordung polnischer Offiziere 1940 in Katyn durch die Sowjetunion (Massaker von Katyn) sowie an den Warschauer Aufstand 1944. Das Gedenken an Katyn ist antirussisch, das Gedenken an den Warschauer Aufstand antideutsch ausgerichtet. Letzterer wurde besonders gründlich aufgearbeitet, was auch den Grundstein für eine gute deutsch-polnische Beziehung legte. Während sich in Polen niemand besondere Hoffnungen auf ein Bündnis mit Russland machte, hegte man durchaus Hoffnung auf ein Bündnis mit der Ukraine, weswegen das Massaker von Wolhynien heute weitaus größere Emotionen hervorruft als das von Katyn.

Auch der Aspekt der sozialen Klasse spielt eine Rolle bei der Gewichtung des Massakers. Das russische Massaker von Katyn war ein Massenmord an der polnischen Elite, während es sich bei den Opfern in Wolhynien um einfache Bauersleute handelte. Entsprechend nahm die antikommunistische Intelligenzija Katyn in ihren Erinnerungskanon auf, Wolhynien jedoch nicht. Und schon während des Zweiten Weltkriegs hatte sich die polnische Exilregierung in London in Bezug auf das Schicksal der in der Westukraine lebenden Pol*innen sehr passiv verhalten. Sie wollte diese Gebiete nicht abtreten, aber da sich alle Kräfte auf den Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht in Warschau konzentrierten, konnte der polnische Untergrund in Wolhynien nicht kämpfen. Bei den Opfern des Massakers von Wolhynien herrschte daher lange Zeit das Gefühl vor, im Vergleich zu den Opfern des kommunistischen oder nationalsozialistischen Regimes als «Opfer zweiter Klasse» behandelt zu werden.

Erst Ende der 1980er-Jahre begann man damit, Zeitzeug*innen des Massakers von Wolhynien zu befragen. Eine Vorreiterrolle nahm dabei die Nichtregierungsorganisation Archiwum Karta ein, die Erinnerungsberichte sammelte und verschiedene Oral-History-Projekte durchführte. Die erste Publikation mit Berichten polnischer Zeitzeug*innen war das zweibändige Werk der Autor*innen Ewa Siemaszko und Władysław Siemaszko aus dem Jahr 2000. Die Publikation trug wesentlich dazu bei, die Erinnerung an Wolhynien in die nationale Erinnerungskultur einzuschreiben. Das Institut des Nationalen Gedenkens (Instytut Pamięci Narodowej) unterhält eine Datenbank der Opfer der UPA (Pol*innen wie Ukrainer*innen) und sammelt Berichte über ihre Schicksale. In der Ukraine publizieren die beiden polnisch-ukrainischen Zeitschriften Monitor Wołyński und Wołanie z Wołynia Kriegserinnerungen und Familiengeschichten von ukrainischen Bürger*innen polnischer Herkunft. Ein «Großes Buch der Gerechten» listet die Namen derjenigen Ukrainer*innen auf, die Pol*innen vor ihrem Schicksal retteten. Zum selben Thema erschien 2016 auch eine Buchreportage von Witold Szabłowski, deren ukrainische Übersetzung 2017 veröffentlicht wurde. 

Nach 1989 wurde das Thema des Massakers von Wolhynien in Polen mit Blick auf eine gute Beziehung zur Ukraine lange kleingehalten. Die liberale polnische Intelligenzija huldigte der Losung aus der Solidarność-Ära: «Es gibt kein freies Polen ohne eine freie Ukraine.» Die Auseinandersetzung mit dem Massaker wurde stets auf «bessere Zeiten» verschoben, am liebsten auf eine Zeit nach einem Beitritt der Ukraine zur EU. Das liberale Lager hoffte, dass sich das Problem mit der Zeit von selbst lösen würde. Das Thema anzurühren, würde die Büchse der Pandora öffnen, so die Befürchtung – ein Effekt, den wir zurzeit gerade erleben. Bis vor kurzem waren bei Gedenkveranstaltungen zum Massaker keine polnischen Regierungsvertreter*innen zugegen und sämtliche Initiativen für Opferdenkmäler wurden blockiert. Das führte dazu, dass die extreme Rechte aus dem Trauma der Überlebenden politisches Kapital schlagen konnte. Ihre Akteur*innen begannen, eben jene Gedenkveranstaltungen zu besuchen. Die liberale Elite Polens hoffte derweil, dass eine uneigennützige Unterstützung der Ukraine auf ihrem Weg in die EU dort zu einer ähnlich kritischen Reflexion der eigenen Geschichte führen würde. Vor diesem Hintergrund werden Ereignisse wie etwa die posthume Ernennung Stepan Banderas zum «Helden der Ukraine» oder die Verleihung des Titels «Helden der UPA» an eine ukrainische Militäreinheit von der polnischen Rechten gezielt ausgenutzt und gegen die Anhänger*innen einer polnisch-ukrainischen Aussöhnung ins Feld geführt. Als allgemeine Tendenz in Polen lässt sich feststellen: Rechte und rechtsextreme Historiker*innen konstruieren ein nationales Metanarrativ und die Linke und die Liberalen dekonstruierten es. Auf diese Weise werden das Ukraine-Thema und die polnisch-ukrainische Geschichte zur Geisel eines sogenannten «polnisch-polnischen Kriegs» zwischen der Rechten und dem liberalen sowie linken Lager. Dabei instrumentalisierten polnische Nationalist*innen das Massaker von Wolhynien, um Hass gegen ukrainische Geflüchtete zu säen. 

Bisherige Versuche einer historischen polnisch-ukrainischen Aussöhnung auf zwischenstaatlicher Ebene endeten in einem Fiasko. Der ukrainische Historiker Andrii Portnov erklärt das Ausbleiben einer angemessen selbstkritischen Bewertung des Massakers von Wolhynien sowie der UPA in der Ukraine mit der Notwendigkeit patriotischer Symbole im fortdauernden Krieg mit Russland; auch der Mangel an «Wissen und Verständnis der Gewichtigkeit dieses Themas für die polnische Gesellschaft sowie der fortwährende Einfluss sowjetischer Kriegsnarrative» könne als Erklärung herbeigezogen werden. Portnov betont außerdem die Asymmetrie der Erinnerungskultur in der Ukraine, wo ukrainisch-russisch-sowjetische Beziehungen eine primäre, die Untersuchung der polnisch-ukrainischen Geschichte hingegen eine untergeordnete Rolle spielten. In Polen wiederum wird der Kult um die UPA als Bedrohung wahrgenommen, denn die Organisation wird direkt mit ethnischen Säuberungen in Verbindung gebracht. Demgegenüber betont die ukrainische Seite lediglich den antisowjetischen Charakter der UPA und verharmlost oder verschweigt ihre Beteiligung an der Ermordung von Juden und Jüdinnen und Pol*innen. Diese selektive Geschichtspolitik stößt in Polen auf Widerstand und steht im Widerspruch zum Gedenken an die Opfer der UPA. Polnische Historiker*innen betonen, dass die Massenmorde an Pol*innen und Juden und Jüdinnen in Wolhynien organisiert und geplant gewesen seien – sie erfüllen dadurch die Kriterien für einen Völkermord. Dafür legten die Arbeiten des Historikers Grzegorz Motyka die Grundlage: Er wies nach, dass die massenhaften Tötungen von Pol*innen in Wolhynien durch die UPA den Charakter eines Genozids hatten und es sich nicht um einen symmetrischen Partisanenkrieg oder einen spontanen Bauernaufstand handelte, wie die dominierende Schule der ukrainischen Geschichtsschreibung behauptet. Das Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung in Wolhynien wurde von UPA-Kommandeur Dmytro Kljatschkiwskyj sowie von UPA-Oberbefehlshaber Roman Schuchewytsch angeordnet. Letzterer war es auch, der den Befehl erteilte, mit der polnischen Bevölkerung im benachbarten Galizien ebenso zu verfahren wie mit jener in Wolhynien. Die ukrainischen Behörden aber sprechen in offiziellen Statements dem Ereignis seinen geplanten Charakter ab, indem sie es als «Tragödie von Wolhynien» bezeichnen, ohne je auf Täter zu verweisen. In Polen wird dieses Vorgehen als ein Verwässern der Verantwortung wahrgenommen. Der Erinnerungskonflikt betrifft auch die Opferzahlen. Ukrainische Historiker*innen widersprechen der (polnischen) Zahl von 100.000 Opfern, außerdem laufen derzeit Erhebungen zur genauen Zahl der ukrainischen Opfer polnischer Racheaktionen.

In der Einleitung des Buches The Politics of Memory in Poland and Ukraine. From Reconciliation to De-Conciliation argumentieren die Herausgeber*innen Joanna Konieczna-Sałamatin und Tomasz Stryjek, einzigartig im Vergleich mit dem Rest der Welt sei in Polen und der Ukraine «die äußerst aktive Politisierung von Geschichte und Erinnerung durch populistische, konservative und nationalistische Kräfte». Polnische Historiker*innen, die sich mit der imperialistischen oder kolonialistischen Politik Polens in der Ukraine vor 1939 befassen, spielen in der offiziellen Erinnerungspolitik eine sehr kleine Rolle. Ähnlich ergeht es ukrainischen Kolleg*innen, die die UPA kritisch betrachten. In ihrer Analyse mit dem Titel «Polacy i Ukraińcy 1989–2023: dlaczego nadal uwikłani w przeszłość?» (dt. etwa «Polen und Ukrainer 1989–2023: warum immer noch in die Vergangenheit verstrickt?») schreiben Konieczna-Sałamatin und Stryjek, dass der Versöhnungsprozess folgendermaßen beschleunigt werden könnte: «Einerseits muss Polen wieder anerkennen, dass es den Ukrainer*innen vor 1939 jahrhundertelang Unrecht angetan hat, und andrerseits muss die Ukraine anerkennen, dass die UPA die Hauptlast für das Massaker von Wolhynien trägt.» Ein fortgesetztes Schweigen zum Thema des Massakers wird in Polen zu erneuten Protesten führen und eine beidseitige Verwischung der Verantwortung fördert keine Verständigung. 

Die UPA ist und bleibt für die Nachkommen der Opfer und die polnische Gesellschaft ein wunder Punkt und provoziert immer wieder negative Reaktionen. Als beispielsweise eine Militäreinheit der ukrainischen Armee mit der Verleihung des Titels «Helden der UPA» geehrt wurde, führte dies in Polen zu heftigen Reaktionen. In seinem Buch Traumaland. Polacy w cieniu przeszłości (dt. Etwa: «Traumaland. Die Polen im Schatten der Vergangenheit») schreibt der Sozialpsychologe Michał Bilewicz, dass eine Versöhnung einerseits darauf basieren müsse, dass man das Massaker auch als solches (und nicht als «Tragödie») benennt und es offiziell verurteilt; gleichzeitig bräuchte es auf beiden Seiten das Gefühl, dass ein gewisses Maß an Gerechtigkeit in der Aufarbeitung des Geschehens herrsche. Polnische Vergeltungsaktionen, die nach dem Massaker an unschuldigen ukrainischen Zivilist*innen stattfanden, sind nicht zu rechtfertigen. Auch dass die Opferzahlen hier geringer ausfielen, sollte keine Rolle spielen. Der Schmerz der polnischen Opferfamilien und die Tatsache, dass ihre Vorfahr*innen ermordet wurden, müssen offiziell anerkannt werden. Genauso müssen die Pol*innen die Grausamkeiten, die sie den Ukrainer*innen angetan haben, ohne Wenn und Aber verurteilen. Unter diesen Voraussetzungen könnte vielleicht der Weg zu einer dauerhaften Versöhnung eingeschlagen werden – nach einer scharfen Verurteilung der Massaker an der Zivilbevölkerung und dem Ende der Verherrlichung jener Organisationen, die auf beiden Seiten dafür verantwortlich sind. 

Es lohnt sich auch, das Massaker von Wolhynien «von unten», nämlich aus der Perspektive seiner Opfer zu betrachten. Die meisten Analysen konzentrieren sich auf die Politik- und Militärgeschichte. Das ist eine Perspektive der Hauptakteur*innen, also jener Menschen, die Entscheidungen trafen und Befehle erteilten (wie z. B. die UPA). Aber wenn es um das Gedenken an und die Ehrung der Opfer gehen soll, müssen wir die Ereignisse mit den Augen der einfachen Leute betrachten. Der Großteil der Bevölkerung bestand aus Bauersleuten, nicht nur Pol*innen, sondern auch Ukrainer*innen, Juden und Jüdinnen und Tschech*innen. Das Schicksal jeder einzelnen, konkreten Person zu betrachten, kann verklärende Heroisierungen verhindern. Während eines Kriegs müssen Menschen sehr schwierige Entscheidungen treffen. Die Ukrainer*innen können das heute besser verstehen als die Pol*innen. Wenn man die Geschichte aus dieser Perspektive betrachtet, sieht man all die nuancierten und schwierigen Entscheidungen, die die Menschen treffen mussten. Für die polnische Bevölkerung – und nicht nur für sie – waren es Fragen wie: In Wolhynien bleiben oder fliehen? Wem trauen? Wer versteckt und rettet dich, wer bringt dich um? Welche Nachbar*innen arbeiten mit dem polnischen Untergrund zusammen und könnten verraten werden, wer würde im Verratsfall die Auskunft verweigern oder sich gar zur Wehr setzen? – Es spricht vieles dafür, nicht allein einen nationalen Bezugsrahmen anzuwenden, der sich auf das Schicksal einzelner Volksgruppen konzentriert. Denn diese Sichtweise generalisiert und führt zu einem monolithischen Bild: «Alle Pol*innen haben auf diese, alle Ukrainer*innen auf jene Weise gehandelt.» Vielmehr sollten lokale Mikrodynamiken untersucht werden. Gerade in (ethnisch) gemischten Familien trafen die Menschen unterschiedliche Entscheidungen.

Was sich darüber hinaus heilsam auf den Erinnerungskonflikt auswirken könnte, ist eine Dezentralisierung der Erinnerung und eine Stärkung polnisch-ukrainischer Grassroot-Initiativen. Fragt man, wer heute den Tenor in der Diskussion um Wolhynien bestimmt, wird schnell klar, dass die am meisten Betroffenen – Ukrainer*innen wie Pol*innen – in der Regel kein Gehör finden. Stattdessen haben in Polen wie in der Ukraine einige rechte „Erinnerungskrieger*innen“ den Diskurs in Beschlag genommen oder aber große staatliche Institutionen wie das Institut des Nationalen Gedenkens. Es macht also Sinn, sich Einrichtungen und NGOs zuzuwenden, die abseits der offiziellen Geschichtspolitiken stehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Zentrum für Stadtgeschichte Ostmitteleuropas in Lwiw. Das Zentrum übersetzte und veröffentlichte den Erinnerungsbericht meiner Großmutter Stanisława Kwiecińska mitsamt meinem Kommentar; es veröffentlichte auch ein Interview mit Antonina Huk, der Großmutter von Petro Dolhanov. Beide sind Teil eines Lernmoduls, zu dem auch UPA-Quellen gehören sowie die Erinnerungen von Jony Oliker an den Holocaust in Wolhynien und die von Petro Dolhanov abgefasste Geschichte des Dorfes Zielony Dąb. Die vollständige Familiengeschichte zweier eng miteinander verbundener Familien – einer polnischen und einer ukrainischen, meiner und jener von Petro Dolhanov – erschien zunächst auf Ukrainisch in der Zeitschrift Ukraina Moderna, später in der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Eine Veröffentlichung als Buch unter polnisch-ukrainischer Herausgeberschaft ist in Planung. Unsere Familiengeschichten haben wir vielfach bei diversen Veranstaltungen sowohl in Polen als auch in der Ukraine vorgestellt. Ein solcher Anlass war die 2025 von Petro Dolhanov initiierte, vom Center Civitas durchgeführte und von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderte Summer School. Zum Jahresgedenktag des Massakers erschien in der Zeitschrift Spilne/Commons auch mein Interview mit Liana Blikharska, einer ukrainischen Kollegin polnischer Herkunft, deren Familie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der Ukraine blieb. Die Zeitschrift wird ebenfalls von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert. Diese Beispiele zeigen, dass es wichtig ist, Grassroots-Initiativen und progressive Organisationen der ukrainischen Zivilgesellschaft zu unterstützen. Sie stellen eine Alternative zu den dominierenden rechten Narrativen dar, die unweigerlich zu Konflikten führen. Auf diese Weise kann man auch rechten Politiker*innen in Polen und der Ukraine entgegenwirken, die ihr politisches Kapital aus dem Schüren von Fremdenfeindlichkeit und Hass ziehen und deren Folgen in Polen letztlich wehrlose ukrainische Geflüchtete gewaltvoll zu spüren bekommen.

  1. ^

     UPA ist die Kurzform von Ukrainischen Aufständischen Armee (Ukrajinska powstanska armija) [Anm. d. Übers.].

  2. ^

     Vgl. Marcin Zaremba, Komunizm, legitymizacja, nacjonalizm. Nacjonalistyczna legitymizacja władzy komunistycznej w Polsce, Warschau: Wydawnictwo Trio, 2001, sowie Andrzej Chojnowski, „‚Pośmiertna maska stalinizmu‘. Żołnierz zwycięstwa Wandy Jakubowskiej jako świadectwo epoki“, in: Dzieje Najnowsze, XXXVIII/2006.

  3. ^

     Archiwum Wschodnie. Kolekcja relacji, Michał Bronowicki (Hg.), Warschau: Ośrodek KARTA, 2006.

  4. ^

     Ewa Siemaszko und Władysław Siemaszko, Ludobójstwo dokonane przez nacjonalistów ukraińskich na ludności polskiej Wołynia 1939–1945, Warschau: von Borowiecky, 2000.

  5. ^

     Kresowa księga sprawiedliwych 1939–1945. O Ukraińcach ratujących Polaków poddanych eksterminacji przez OUN i UPA, Romuald Niedzielko (Hg.), Warschau: Instytut Pamięci Narodowej, 2000.

  6. ^

     Witold Szabłowski, Sprawiedliwi Zdrajcy. Sąsiedzi z Wołynia, Warschau: Znak, 2016; Vitolʹd Šablovʹskyj, Kulemety j vyšni. Istoriï pro dobrich ljudej s Volyni, übersetzt von Andrij Bondar, Lwiw: Staroho Leva, 2017.

  7. ^

     Andrii Portnov, „Polish-Ukrainian historical controversies. An overview“, in: Joanna Konieczna-Sałamatin und Tomasz Stryjek (Hg.), The Politics of Memory in Poland and Ukraine. From Reconciliation to De-Conciliation. London: Routledge, 2022, S. 31 [eigene Übers. aus dem Engl., Anm. d. Übers.].

  8. ^

     Andrii Portnov, „Polish-Ukrainian historical controversies. An overview“, in: Joanna Konieczna-Sałamatin und Tomasz Stryjek (Hg.), The Politics of Memory in Poland and Ukraine. From Reconciliation to De-Conciliation. London: Routledge, 2022, S. 30–31.

  9. ^

    Vgl. Grzegorz Motyka, Od rzezi wołyńskiej do Akcji „Wisła“. Konflikt polsko-ukraiński 1943–1947, Krakau: Wydawnictwo Literackie, 2024.

  10. ^

     Joanna Konieczna-Sałamatin und Tomasz Stryjek (Hg.), The Politics of Memory in Poland and Ukraine. From Reconciliation to De-Conciliation. London: Routledge, 2021, S. 1 [eigene Übers. aus dem Engl., Anm. d. Übers.].

  11. ^

     Joanna Konieczna-Sałamatin und Tomasz Stryjek, „Polacy i Ukraińcy 1989–2023: dlaczego nadal uwikłani w przeszłość?“, Fundacja Batorego, S. 15, 2023 [Auszugsweise Übersetzung ins Deutsche: Joanna Konieczna-Sałamatin und Tomasz Stryjek, „Geschichte und Gegenwart in den polnisch-ukrainischen Beziehungen 1989–2023“, in: Polen-Analysen Nr. 319 (07.11.2023), S. 2–9].

  12. ^

     Michał Bilewicz, Traumaland. Polacy w cieniu przeszłości, Warschau: Mando, 2024, S. 82–87 [der Titel der Publikation lautet auf dt. etwa: „Traumaland. Die Polen im Schatten der Vergangenheit“, Anm. der Übers.].

 

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