Nachricht | Wengst (Hrsg.): Reform und Revolte, München 2011

Susanne Dengel, Historisches Institut, Universität des Saarlandes, rezensiert für H-Soz-u-Kult

Wengst, Udo (Hrsg.): Reform und Revolte. Politischer und gesellschaftlicher Wandel in der Bundesrepublik Deutschland vor und nach 1968 (= Zeitgeschichte im Gespräch 12). München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2011. ISBN 978-3-486-70404-4; 126 S.; EUR 16,80.

Dengel schreibt: "Der Sammelband "Reform und Revolte" ist vor diesem Forschungshintergrund zu lesen. Er präsentiert in knapper Form die Ergebnisse des gleichnamigen Forschungsprojektes, angesiedelt am Münchener Institut für Zeitgeschichte. Wie der stellvertretende Direktor des Institutes und Herausgeber des Bandes Udo Wengst in der Einleitung erläutert, ging es dem Forschungsprojekt darum, zu klären, "ob die Ereignisse um das Jahr 1968 im Wesentlichen schon die Folge eines früher einsetzenden
gesellschaftlichen Wandels waren, der dann in manchen Sektoren von Staat und Gesellschaft eine gewisse Beschleunigung erfuhr, oder ob tatsächlich erst die von '1968' ausgehenden Anstöße einen Reformschub bewirkt haben" (S. 8). Zur Untersuchung der Fragestellung wurden die Themenfelder Zivildienst (Patrick Bernhard), Entwicklungshilfe (Bastian Hein), Hochschulpolitik in Bayern und Hessen (Anne Rohstock), kommunale Kulturpolitik in Frankfurt am Main (Manfred Kittel) und neue Frauenbewegung in München (Elisabeth Zellmer) ausgewählt. Es handelt sich jeweils um Längsschnittuntersuchungen mit Schwerpunkt auf den 1960er- und 1970er-Jahren. Nach Angaben des Herausgebers sollten durch diese Wahl Themen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene abgedeckt werden (S. 9). Die gesammelten Beiträge gehen auf Studien zurück, die inzwischen als Monografien erschienen sind."