Nachricht | Krumeich (Hg.): Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg, Essen 2010

Mara Puškarević rezenisiert auf www.lernen-aus-der-geschichte.de das bereits 2010 erschienene Buch

Krumeich (Hg.): Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg, Klartext-Verlag Essen 2010, 416 Seiten, 29,95 EUR

Sie schreibt: "Der Historiker Gerd Krumeich, emiritierter Professor für Neuere Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, ist Herausgeber des Sammelbandes „Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg“. Das Buch wurde nach einer gleichnamigen Tagung und Ausstellung herausgegeben. Es wird dabei der Anspruch verfolgt eine Verknüpfung zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus herzustellen. Obwohl der Band ein breites Spektrum an Themenbereichen vertritt, sind diese bisher wenig erforscht. Das Buch ist in folgende Themenfelder aufgeteilt: Mentale Mobilmachung, Tradition und Generation sowie Lektionen des Krieges.

Mentale Mobilmachung

Mit der Untersuchung des Inhalts diverser Medien des Zweiten Weltkriegs wird versucht den Diskurs im Dritten Reich nachzuzeichnen. Durch eine kulturpolitische Vereinnahmung und Instrumentalisierung der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in der NS-Propaganda wurde pazifistische und kriegsfeindliche Kunst eliminiert. Beispielsweise wurde bereits seit Mitte der 1920er Jahre das „Anti-Kriegsmuseum“ von SA-Schergen verwüstet, entsprechende Literatur wurde 1933 im Zuge der Bücherverbrennung vernichtet. Umso interessanter ist die Betrachtung der diversen Medien, die allesamt von der Ideologie des NS durchwachsen waren und sich zudem auf den Ersten Weltkrieg bezogen haben. So untersucht Gerhard Hirschfeld Tonaufnahmen auf denen Reden von Hitler zu hören sind. Die Tonaufnahmen belegen, wie Hitler seine Entscheidungen mit Bezugnahme auf den Ersten Weltkrieg rechtfertigt. Bernd Sösemann analysiert mithilfe von Tonaufnahmen, wie Göbbels mit meinungsbildenden Begriffen wie „Kriegsschuld“ und „Versailles“ umgeht und sie für seine Zwecke nutzt.

Wie sich das Stereotyp des jüdischen Bolschewiken, der sich nicht nur vor dem Krieg gedrückt haben soll, sondern auch dabei auf der Gewinnerseite stand, wird von Joachim Schröder verfolgt."

Die ganze Rezension ist über den folgenden Link zugänglich.