Nachricht | McLoughlin/Vogl: »... Ein Paragraf wird sich finden«. Gedenkbuch der österreichischen Stalin-Opfer (bis 1945); Wien 2013

Die Tageszeitung "Neues Deutschland" berichtet am 27.06.2013 über

Barry McLoughlin/ Josef Vogl: »... Ein Paragraf wird sich finden«. Gedenkbuch der österreichischen Stalin-Opfer (bis 1945). Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien 2013. 622 S., geb., 24,50 €.

Während in Berlin noch diskutiert wird, ob und mit welchem Text eine Gedenktafel für deutsche Kommunisten, die in der Sowjetunion Opfer von Stalins Terror wurden, am Karl-Liebknecht-Haus, dem Sitz der Linkspartei, angebracht werden soll, war eine solche bereits im Juli 1990 am Haus des Zentralkomitees der KPÖ angebracht worden. Jedoch, die dortige Tafel mit der Inschrift »Den Menschen, die für Demokratie und Sozialismus kämpften und Opfer des stalinistischen Terrors wurden« verschwand nach kurzer Zeit. Im Gebäude am Höchstädtplatz residiert heute der TÜV Österreich. Geblieben ist das vor dem einstigen KPÖ-Domizil aufgestellte, von Alfred Hrdlicka geschaffene Denkmal für die Opfer faschistischer Gewaltherrschaft und Krieg sowie eine Stele, die an den KP-Vorsitzenden Johann Koplenig erinnert.

Auch in der KPÖ hat es eine heftige Debatte um die Gedenktafel an die Stalinopfer gegeben. Damals, vor nunmehr bereits über zwanzig Jahren, waren die Namen von ca. 200 Emigranten aus Österreich bekannt, die den »Großen Terror« nicht überlebt hatten. Das in der vergangenen Woche in Wien vorgestellte Gedenkbuch von Barry McLoughlin und Josef Vogl verzeichnet die Namen von 731 österreichischen Männern und 65 Frauen, die in Leningrad, Charkow, Gorki, Rostow am Don, Tscheljabinsk, Saratow und anderen russischen Städten verhaftet worden sind - darunter 185 Mitglieder des sozialdemokratischen Schutzbundes, 89 Mitglieder der KPÖ und 221 Wirtschaftsemigranten. Neben prominenten Persönlichkeiten wie Peter Demant (Schriftsteller), Franz Schillinger (Schöpfer der sowjetischen Nationalparks) oder Alexander Weißberg (Physiker) wird vieler unbekannter Menschen gedacht.

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