Nachricht | GK Geschichte 40 Jahre FORD - Streik Köln (Veranstaltungsbericht)

Am Freitagabend und am Samstag, 28.September fand in Köln eine spannende Tagung für alle gewerkschaftlich Interessierten statt und mit ca.100 Personen war in dem kleinen Naturfreundehaus die Kapazitätsgrenze erreicht.
Erinnerungen wurden bei vielen Anwesenden lebendig, wenn man den Zeitzeugen lauschte die Fotogalerie von damals betrachtete und gemeinsam den Film über den Streik anschaute.

DER STREIK
Am 24. August 1973 traten zu Anfang der Spätschicht tausende Ford-Arbeiter in den Ausstand und begannen im Werk zu demonstrieren. Die meisten von Ihnen kamen aus der Türkei, einige aus Italien und Jugoslawien. Bei Ford waren damals 32 000 Arbeiter beschäftigt, davon etwa 12 000 türkische Kollegen. Ein türkischer Kollege, der damals als Dolmetscher in den Arbeiterwohnheimen arbeitete, rief die damaligen Lebensbedingungen der „Gastarbeiter“ ins Gedächtnis: Zusammengepfercht in den betrieblichen Wohnheimen mit jeweils 4-6 Männern auf einem kleinen Zimmer. Für je 2 Zimmer eine Dusche; für je 3 Zimmer eine kleine Küche. Die Männer arbeiteten in unterschiedlichen Schichten; während die einen sich schlafen legten, machten sich die anderen zur Akkord-Arbeit am Fliessband fertig. Aggressivität, Erschöpfung, Nervenzusammenbrüche und Heimweh zerstörten ein humanes Zusammenleben.

Dann war das Maß voll: Als mehrere hundert Kollegen entlassen werden sollten, weil sie verspätet aus ihrem Heimaturlaub zurückgekommen waren (Trotz Krankmeldung und trotz Nachweis von defekten Autos,die in die Werkstatt mussten..), stand ein Kollege in der Y-Halle (Motorenfertigung) auf und schrie durch die Halle, wie lange man sich dieses Elend, diese Ausbeutung durch den Konzern noch bieten lassen wollte. Damit begann eine 4 tägige Werksbesetzung durch Tausende Arbeiter…

Der vollständige Bericht von von Horst Hilse ist hier online.

Auf dem Blog, mit dem Veranstaltung beworben wurde, sind weitere Informationen und auch Dokumente online.