Nachricht | JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, H. 1/2014

Rainer Holze annotiert in der tageszeitung "junge welt" vom 3. Februar JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft 1/2014, 230 Seiten, 11 Euro (Jahresabo 30 Euro) 

Unter dem Titel »Versklavte und Sklavereien in Spanisch-Amerika« schreibt Michael Zeuske im neuen Heft des »Jahrbuchs für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung«, daß alle Elemente moderner Globalisierung seit dem 16. Jahrhundert in den spanischen und portugiesischen Kolonien Amerikas anzutreffen seien. Jürgen Hofmann berichtet von einer Fachtagung in Linz, die sich ebenfalls einer speziellen Problematik widmete, nämlich der globalen Geschichte von Hausangestellten und Pflegebediensteten.

In der Rubrik »Biographische Beiträge« beschreibt Alexander Wierzock das Wirken Alfred Meusels in Presse und Bildungswesen der Arbeiterbewegung zwischen 1919 und 1921, beispielhaft für das Engagement einer Minderheit linker Studenten in den ersten Jahren der Weimarer Republik. Helga W. Schwarz zeichnet ein eindrucksvolles Lebensbild der Kommunistin, Kundschafterin und Autorin Helen (Lene) Rado-Jansen (1901–1958) – von Freunden »die deutsche Parteigeschichte auf zwei Beinen« genannt. Peter Giersich und Heinz Kraus dokumentieren das Verhalten des Kommunisten Erich Schmalfuß als Zeuge im Reichstagsbrandprozeß. Fabian Brändle vermittelt eine kleine Erfahrungsgeschichte der Lehre anhand von Selbstzeugnissen aus der Schweiz zwischen 1870 und 1970.

Exemplarische Beiträge zu regionalen Macht- und sozialen Verhältnissen in der Eisen- und Stahlindustrie vor dem Ersten Weltkrieg, zum Kampf gegen die Abtreibungsparagraphen 218 bis 220 des Strafgesetzbuches in der Weimarer Republik, zur Flucht von jüdischen Frauen nach England 1938/39 – der sogenannten Dienstmädchenemigration – und zur politischen und sozialen Welt der Augsburger Schuhmacher am Ende des 19. Jahrhunderts runden das Heft ab.

Bezugsadresse: JahrBuch, Weydinger Str. 14–16, 10178 Berlin