Nachricht | Revolution und Arbeiterbewegung in Deutschland: 1918 – 1920, Klartext Verlag, Essen 2013

"Durch das breit gestreute Themenspektrum bietet der Band ein vielfältiges Bild der Revolutionszeit."

Simon Ebert rezensiert für Archiv für Sozialgeschichte (Online-Rezensionen)

Karl Christian Führer/ … (Hg.): Revolution und Arbeiterbewegung in Deutschland: 1918 – 1920, Klartext Verlag, Essen 2013, 466 S.

Ebert schreibt: "Wenn in den letzten Jahren eine Bilanz der Forschung zur deutschen Revolution 1918/19 gezogen wurde, so war das Ergebnis  ernüchternd. Die einstmals so umstritten geführte Diskussion ist schon lange zum Erliegen gekommen. Hinsichtlich der Bewertung und Einordnung der  revolutionären Ereignisse gibt es zwar nach wie vor gewisse  Interpretationsspielräume, aber die ins Felde geführten Argumente sind bekannt und die daraus abgeleiteten Antworten auf die zentralen Fragen  kaum mehr Gegenstand der geschichtswissenschaftlichen Diskussion. Die Revolution von 1918/19 ist, so schien es lange Zeit, nicht nur in der  kollektiven Erinnerung, in der sie nie einen festen Platz unter den zentralen Ereignissen der deutschen Geschichte hatte, sondern auch in der Forschung in Vergessenheit geraten.
Welche Argumente man auch für die mittlerweile Jahrzehnte andauernde  Vernachlässigung ins Feld führt, sie hat dazu geführt, dass die Revolution in vielerlei Hinsicht noch unerforscht ist. Positiv hervorzuheben ist aber, dass die Defizite der Revolutionsforschung zuletzt stärker in den Blick geraten sind.
Der vorliegende Band, der aus zwei wissenschaftlichen Tagungen in Hamburg im November 2008 und in Bochum im Januar 2009 hervorgegangen ist, reiht sich hier ein mit dem Ziel, neben einer Bestandsaufnahme der Revolutionsforschung auch neue Perspektiven aufzuzeigen.
Drei Schwerpunkte werden akzentuiert: erstens die Veränderung der Arbeitsbeziehungen im Gefolge der Revolution und die damit verbundene Frage nach dem Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern; zweitens die Revolution in regionaler und sektoraler Perspektive mit dem Schwerpunkt auf dem Bergbau im Ruhrgebiet, und drittens die Rezeption des Verhältnisses von Arbeiterbewegung und Revolution in Öffentlichkeit und Wissenschaft unter Berücksichtigung transnationaler Verflechtungen und Wechselwirkungen.
Die 21 Beiträge des heterogenen Sammelbandes können hier im Einzelnen nicht genauer besprochen werden."

Die ganze Rezension ist über den folgenden Link als PDF-Dokument einsehbar.