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Zum Ausgang des Referendums in Großbritannien kommentieren wir verschiedene Aspekte eines «Brexit»

Brexit, Trump und Wutbürger
Der Brexit als schlechte Scharade von zweitklassigen Politikern, gar als Unfall, den nun sogar viele zu bereuen scheinen...
Armin Osmanovic versucht den Brexit zu fassen, ihn in einen größeren Kontext zu stellen, um zu verstehen, was passiert ist und wie es passieren konnte, dass eine, wenn auch knappe Mehrheit der Briten, für den Austritt gestimmt hat.

Wenn Du trauern musst, tu es jetzt
... aber rüste Dich für die immensen Herausforderungen die anstehen
Owen Jones schreibt in einem Kommentar im Guardian, die Zustimmung zu dem Verlassen der EU wäre vor allem den Stimmen einer wütenden und politisch entfremdeten Arbeiterschaft zu verdanken. Wenn die Linke in Großbritannien eine Zukunft haben will, muss sie ihrer eigenen kulturellen und politischen Entfremdung von dem Alltag der arbeitenden Bevölkerung ins Auge sehen. Und sie muss sich darauf vorbereiten, einer erneuten Offensive des rechten Flügels der Tory Partei zu begegnen.

Insel wird wieder Insel
Warum der Austritt Großbritanniens aus der EU keine gute Nachricht für die Linke in Europa ist
Johanna Bussemer ist sich sicher: Das Brexit-Votum stärkt die Zentrifugalkräfte in Europa. Nationalistische und xenophobe Kräfte erstarken, der Ausgang des Referendums befeuert die EU-GegnerInnen und wendet sich grundlegend gegen ein solidarisches, integratives und friedliches Europa.

Brexit: ist das ein OXI?
Über den Brexit zu jammern oder zu jubeln bringt rein gar nichts. Wir müssen uns auf eine veränderte politische Konjunktur einstellen. Und darin eine populare Politik für eine linke Alternative entwickeln.
Moritz Warnke sieht fundamentale Verschiebungen auf die politische Landschaft Großbritanniens zukommen. Ein konsequent neoliberal ausgerichtetes Pro-EU-Lager steht einem konservativ-national-rassistisch orientierten Anti-EU-Lager gegenüber. Zerfallserscheinungen des Vereinigten Königreichs treten deutlich zu Tage.

Nach dem Brexit: «Demokratische Teilhabe» - aber wie?
Die Entscheidung Großbritanniens ist ein Albtraum für die EU-Eliten
Ingar Solty betrachtet die Reaktionen der unterschiedlichen Flügel der EU-Eliten und sieht die Gefahr eines zunehmend autoritären Regimes, wie es die Menschen im europäischen Süden schon deutlich zu spüren bekommen. Die EU wird in gleichem Maße autoritärer, wie sie unsozialer wird.

Was bedeutet der «Brexit» für Afrika?
Die Entscheidung einer knappen Mehrheit der WählerInnen des Vereinigten Königreiches die Europäische Union zu verlassen, hat auch auf Afrika Auswirkungen und wurde deshalb auch mit gewisser Aufmerksamkeit verfolgt.
Armin Osmanovic ist der Meinung, Europas Afrikapolitik wird durch den Austritt Großbritanniens geschwächt. Wichtige Probleme wie Klimawandel, Armut, Hunger, Terrorismus und die demografische Herausforderung werden ohne die Briten schwerer zu lösen sein. Stattdessen werden andere Wirtschaftspartner für afrikanische Länder wichtiger: China, Russland, Indien.

Diskussion:

Hamburg, 13.7.: Nach dem Brexit-Referendum: Britannien in Europa und die Labour Party
Die Wahl Jeremy Corbyns zum neuen Vorsitzenden der Labour Party weckte Hoffnungen für die Linke. Doch das Mehrheitsvotum für den Brexit hat Gesellschaft und Politik in Großbritannien durcheinander gewirbelt, auch die Labour Party. Diskussion mit Autor Hinrich Kuhls, Zeitschrift Sozialismus.


Europa muss sich grundlegend verändern, die Linke muss in Europa eine wahrnehmbare Stimme bekommen. Nur wenn die soziale Frage von links beantwortet werden kann, lässt sich das Projekt eines geeinten Europas retten.

Im Juni 2016 diskutierten über 100 Aktive aus Parteien, Gewerkschaften, außerparlamentarischen Organisationen und sozialen Bewegungen in Berlin über gemeinsame Strategien des Kampfes gegen die neoliberalen und autoritären Entwicklungen in Europa. Wir haben Stimmen eingefangen und Diskussionen dokumentiert:

Europe what's left? Strategies after the coup