Nachricht | Parteien- / Bewegungsgeschichte - Deutsche / Europäische Geschichte - GK Geschichte Hedeler: Nikolai Bucharin. Stalins tragischer Opponent. Eine politische Biographie, Berlin 2015

"Als Ergebnis einer jahrzehntelangen Beschäftigung mit Nikolai Bucharin ist Hedelers Biographie eine herbe Enttäuschung."

Andreas Oberender, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin rezensiert für HSozKult

Wladislaw Hedeler: Nikolai Bucharin. Stalins tragischer Opponent. Eine politische Biographie; Berlin 2015: Mattthes & Seitz Verlag, 639 S.;39,90 EUR, ISBN978-3-957-57018-5

Nach den einleitenden Passagen

"Bucharin, der vor allem als leidenschaftlicher Verfechter der Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) in Erinnerung geblieben ist, lässt sich mit Lew Trotzki vergleichen. Noch heute glauben Trotzkis Erben, die Geschichte der Sowjetunion hätte einen anderen, „besseren“ Verlauf genommen, wenn sich Trotzki gegen Stalin durchgesetzt hätte. Auch Bucharin steht seit langem für eine vermeintliche Alternative zu Stalins „Revolution von oben“ (forcierte Industrialisierung, Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, Kulturrevolution). Deshalb hat er immer wieder das Interesse der Geschichtswissenschaft auf sich gezogen. Unter den westlichen Historikern, die Bucharins Leben und politische Tätigkeit erforschen, nimmt Wladislaw Hedeler eine Sonderstellung ein. Hedelers intensive Beschäftigung mit Bucharin reicht bis in die frühen 1980er-Jahre zurück. Nach mehreren Einzelstudien und zwei bibliographischen Kompendien hat Hedeler eine Bucharin-Biographie vorgelegt. Das ist in doppelter Hinsicht bedeutsam, zum einen in Hinblick auf die Bucharin-Forschung selbst, zum anderen deshalb, weil die politische Biographik innerhalb der deutschen Sowjetunion-Forschung noch immer eine marginale Rolle spielt. Jede neue biographische Arbeit ist daher zu begrüßen."

zerreisst Oberender das Buch regelrecht. Die ganze Buchbesprechung ist auf HSozKult nachzulesen.