Einleitende Worte

Verehrte Gäste, meine Damen und Herren, verehrte Frau Senatorin, Herr Abgeordneter,  gestatten Sie mir, Sie im Namen des Tschechischen Friedensforums und der Rosa Luxemburg Stiftung auf der internationalen Konferenz zu begrüßen, die im Zusammenhang mit dem 100. Jahrestag der Verleihung des Friedensnobelpreises an die erste Frau, Bertha von Suttner, die in Prag geboren wurde, veranstaltet wird. Unsere Gäste und Freunde aus Deutschland und Polen begrüße ich herzlich in der Hauptstadt der Tschechischen Republik und hoffe, es gefällt ihnen hier. Nun nur einige einleitende Worte – warum die Konferenz die erste Frau betrifft, die den Friedensnobelpreis erhielt. Ich werde jetzt nicht über Bertha von Suttner sprechen, sondern allgemein über Frauen und militärische Konflikte. In den letzten Jahrzehnten hat sich nämlich der Charakter der militärischen Konflikte verändert und ihre zerstörerische Kraft bekam vor allem die Zivilbevölkerung zu spüren. Dies hat große Gewalt gegenüber Frauen zur Folge. Das wird nicht zuletzt auch dadurch verursacht, dass Frauen als Identitätsträger in der jeweiligen Kultur wahrgenommen werden. Die Frauen selbst können sich nur sehr schwer helfen, um sich selbst und ihre Kinder zu schützen. Eine ganze Serie militärischer Konflikte hat demnach zur Folge, dass immer mehr Menschen vor Krieg, Menschenrechtsverletzung, religiöser, politischer und Rassendiskriminierung flüchten und die überwältigende Mehrheit der Flüchtlinge, Migranten und Menschen, die in Ausweichgebiete und -unterkünfte gebracht werden, sind gerade Frauen und Kinder. Sicherheit bedeutet Leben in Frieden und Freiheit im Hinblick auf die Menschenwürde. Dies alles selbstverständlich unter individueller Berücksichtigung der Spezifik der Gemeinschaft bzw. des Staates. Konfliktprävention sollte deshalb wesentlich wichtiger sein als militärische Bereitschaft zur Lösung von Konflikten. Heute ist Sicherheit Hauptvoraussetzung für das Überleben der Menschheit – und deshalb sind wir hier zusammengekommen -  um miteinander über diese Problematik zu sprechen Nun übergebe ich das Wort an Herrn Holger Politt aus Polen, den Leiter des Büros der Rosa Luxemburg Stiftung in Warschau.


Prag, am 9.9.2005     Vladimíra Levá