Leipziger Buchmesse 2005

Dass die Leipziger Buchmesse ein großer Erfolg war, stand in allen Zeitungen, und auch wir mit unserem gemeinsamen Messestand von Rosa-Luxemburg-Stiftung und Karl Dietz Verlag Berlin haben es gespürt und daran teilgehabt: mit gut besuchten Präsentationen unserer Bücher „Eine andere Welt. Das Weltsozialforum“ und „Max Hoelz: ‚Ich grüße und küsse Dich - Rot Front!’“ in den um die 40 Plätze fassenden „Lesekojen“ in den Messehallen; mit der Präsentation des bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen entstandenen zweiten Bandes von „Der deutsche Kommunismus. Selbstverständnis und Realität“ in der Harkortstraße in Leipzig; mit vielen Hundert am Messestand an Interessierte abgegebenen Rosa-Luxemburg-Flyern, Rosa-Luxemburg-Plakaten, Leporellos über das Programm der Stiftung zum 60. Jahrestag der Befreiung und Standpunkte-Papieren; mit ungezählten Gesprächen am Stand und vielfacher Werbung für „UTOPIE kreativ“ und all die Bücher, die wir im vergangenen Jahr produziert haben. Der Stand von Rosa-Luxemburg-Stiftung und Karl Dietz Verlag ist ein Markenzeichen auf dieser Messe, ist ein Anziehungspunkt für Menschen, die an Gespräch und Meinungsaustausch über demokratisch-sozialistische Alternativen interessiert sind. Vom 17. bis 20. März wurden in Leipzíg die folgenden Neuerscheinungen der RLS präsentiert: Das Buch zur Debatte um die Europäische Linke:

Michael Brie, Cornelia Hildebrandt (Hrsg.)
Für ein anderes Europa
Linksparteien im Aufbruch
Texte 19 der Rosa-Luxemburg-Stiftung
442 S., Broschur, ISBN 3-320-02950-9
19,90 €

Die Europäische Linke ist immer noch geprägt von den Folgen des Untergangs des sowjetischen Staatssozialismus und erfasst von einer schon neuen globalen Bewegung gegen die Entfesselung des Kapitalismus und imperialer Herrschaft. Sie agiert noch aus der Defensive und konnte schon Erfolge in der Mobilisierung von Protest und Widerstand aufweisen. Sie hat durch die neoliberale Orientierung vieler sozialdemokratischer Parteien potenzielle Bündnispartner verloren und kämpft schon um die Formierung eines neuen historischen Blocks des wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und globalen Richtungswechsels.
In dieser Situation bietet das vorliegende Buch einen systematischen Überblick über die grundlegenden Herausforderungen der Linksparteien in der Europäischen Union und gibt zugleich tiefe Einblicke in die Geschichte, Struktur und Strategie einzelner Linksparteien von Norwegen bis Italien, von Russland bis Spanien. Das Buch ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Kooperation der Linken in Europa.
60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus:

Klaus Kinner/Elke Reuter
Der deutsche Kommunismus
Selbstverständnis und Realität

Reihe: Geschichte des Kommunismus und Linkssozialismus, Band 2
Gegen Faschismus und Krieg (1933–1939)
320 S. gebunden, ISBN 3-320-02062-5
19,90 €

Die Geschichte des deutschen Kommunismus in der Zeit der Hitler-Diktatur gehört zu den in vielerlei Hinsicht besonders kontaminierten Gegenständen linken historischen Selbstverständnisses.
Mit Ernst Bloch ist zu fragen: Was bleibt, was ist unabgegolten vom Kampf der deutschen Kommunisten gegen den Faschismus? Was ist abgegolten, von welchen Mythen muß Abschied genommen werden?
Es ist das Geschichtsbild der SED-Führung zu hinterfragen, für die die bruchlose Kontinuität des antifaschistischen Kampfes der vom Thälmannschen Zentralkomitee geführten Partei, auch über den 30. Januar 1933 hinaus, zu den Insignien der Herrschaftslegitimation gehörte.
Die Darstellung will keine fertigen Antworten auf die Vielzahl der noch offenen Forschungsfragen geben. Sie will eine Sicht auf die Geschichte des deutschen Kommunismus in dieser Phase der Niederlage und des versuchten Neubeginns vorstellen, die geeignet sein möge, Heldentum und Tragik, Scheitern eines Parteityps und gelebte kommunistische Identität in eins zu bringen.

Gottfried Hamacher
unter Mitarbeit von André Lohmar, Herbert Mayer, Günter Wehner und Harald Wittstock
Gegen Hitler
Deutsche in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung »Freies Deutschland«
Kurzbiografien
Manuskripte 53 der RLS
230 S. Broschur, ISBN 3-320-02941-X
9,90 €

Wenn wir es nicht machen, wird es niemand tun – so lässt sich am besten die Haltung beschreiben, die den letzten Überlebenden, unterstützt von wenigen selbstlosen Enthusiasten, die Kraft verlieh, den Stoff, der dieses Buch ausmacht, zusammenzufügen.
Den Frauen und Männern, die bis 1945 außerhalb Deutschlands gegen das alle Freiheit und Menschenwürde zermalmende deutsche NS-Regime – die brutalste, heimtückischste und aggressivste Spielart des Faschismus – kämpften, ist in diesem Deutschland nur selten gedankt worden. Die meisten sind nicht nur vergessen, sondern wurden vorsätzlich vergessen gemacht.
Dieses Buch soll an sie erinnern.
Dramatische Einzelschicksale in der Geschichte:
Ulla Plener (Hrsg.)
Max Hoelz: »Ich grüße und küsse Dich – Rot Front!«
Tagebücher und Briefe, Moskau 1929 bis 1933
Texte 20 der Rosa-Luxemburg-Stiftung
483 S. 8 Bildseiten, Broschur, ISBN 3-320-02053-6
29,90 €
Max Hoelz: Ein im Vogtland und im Mansfeldischen auch heute noch von Sagen umwobener Name. Sein Leben kann sinnbildlich für den Beginn des »Zeitalters der Extreme« (Hobsbawm) und die Konfrontationen im 20. Jahrhundert stehen: Das Erleben des Ersten Weltkriegs führte ihn vom weißen Kreuz zur roten Fahne. Stimuliert von der Revolution in Rußland 1917, wird er 1918/1919 in der Novemberrevolution und 1920 während des Kapp-Putsches im Vogtland, 1921 in den Kämpfen im Mansfeldischen an der Spitze bewaffneter Arbeitertrupps zu einem Rächer der Armen und Erniedrigten.
Im Juni 1921 zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt, im Juli 1928 freigelassen, setzt er sich für die Politik der kommunistischen Partei ein und reist Ende August 1929 in die Sowjetunion. Er, der sich als gläubiger Kommunist mit ganzer Kraft für die »Generallinie der Partei« einsetzt – und stets ein Rebell bleibt –, gerät zunehmend in Konflikt mit den bürokratisierten Apparaten und Parteifunktionären und, so schreibt er an Stalin am 7. Mai 1933, »in einen Zustand absoluter Hoffnungslosigkeit «. Am 16. September 1933 wird sein Leichnam aus der Oka geborgen.
Tagebuchnotizen, Briefe, Berichte, ergänzt mit einigen Dokumenten aus der Hand Dritter dokumentieren das Leben dieses zu jener Zeit partei(stalin)-gläubigen Kommunisten und Rebellen in einem.
Leo und Leopoldine Kuntz, Götz und Hannelore Dieckmann (Hrsg.)
Albert Kuntz: »Liebste Ellen ...«
Briefe aus der Nazi-Haft 1933 bis 1944
Texte 21 der Rosa-Luxemburg-Stiftung
310 S., Broschur, ISBN 3-320-02063-3
14,90 €
Von oft geradezu großer Menschlichkeit zeugen die Briefe aus dem Grauen einer fast zwölf Jahre andauernden Nazi-Haft. Albert Kuntz – einer der ranghöchsten deutschen Kommunisten, die 1933 in die Fänge der Nazi-Justiz geraten waren – schrieb bis Ende 1944 an seine Frau und an seinen Sohn 238 Briefe. Sie werden hier erstmals publiziert und sind in dieser Geschlossenheit einmalig.
Im März 1933 hatte Albert Kuntz die Torturen in einem »wilden KZ« nur mit Glück überlebt. Gefolgt waren Untersuchungshaft, Konzentrationslager, die Einzelhaft im Zuchthaus und abermals Konzentrationslager, wo ihn im Januar 1945 im KZ Dora seine totalitären Peiniger wegen Widerstandsarbeit zu Tode folterten, ohne daß er zuvor jemanden verraten hatte. Alle, oft verschlüsselten, Briefe hatten die Zensur zu passieren, und trotzdem erzählen sie – was allein schon bedeutsam genug wäre – nicht nur etwas über das Leben im Angesicht des jede Stunde drohenden Todes, sondern auch etwas über die Reflexion der dramatischen politischen Ereignisse jenseits des elektrisch geladenen Stacheldrahts.
Ein außergewöhnliches Dokument.
Die Analyse linker Regierungsbeteiligung:
Rolf Reißig
Mitregieren in Berlin
Die PDS auf dem Prüfstand
Texte 22 der Rosa-Luxemburg-Stiftung
89 S. Broschur, ISBN 3-320-02067-6
9,90 €

Wie sieht die Zwischenbilanz der rot-roten Landesregierung von Berlin aus? Reicht Berlin das Wasser bis zum Hals? Was steht auf der Haben-Seite in der Berliner Politik seit den Neuwahlen 2001? Wo gibt es Lücken, Nachzuholendes, Aufzuholendes? Was ist mit welcher Aussicht auf den Weg gebracht worden? Was hat die PDS für ihre Wähler erreicht?
In einer Studie, um die die Rosa-Luxemburg-Stiftung den bekannten Politikwissenschaftler und Politikkenner Rolf Reißig gebeten hatte, wird erstmals wissenschaftlich die augenblickliche Regierungspolitik im Land Berlin reflektiert.

Ein Lesebuch zur"partizipativen Haushaltspolitik":
Petra Brangsch, Lutz Brangsch (Hrsg.)
Haushalt, Haushaltspolitik und Demokratie
Bedingungen und Strategien einer partizipativen Haushaltspolitik
Ein Lese- und Arbeitsbuch
Manuskripte 54 der Rosa-Luxemburg-Stiftung
204 S. Broschur, ISBN 3-320-02959-2
9,90 €
Die vorliegende Publikation soll zum Einen einen Überblick über die Diskussionen zur partizipativen Haushaltspolitik und ihre Hintergründe geben. Zum anderen werden Ansätze für die Entwicklung eigener Herangehensweisen an Haushaltspolitik vorgeschlagen. Dabei geht es im Kern um eine andere Art, Politik zu machen, um eine andere Art als BürgerIn, als PolitikerIn oder Verwaltungsmitarbeiter/in zu handeln, um eine andere Art des Austragen von Interessenskonflikten. Die Beiträge entstanden in Verbindung mit der Projektarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, so der Durchführung einer Seminarreihe zum Thema Partizipative Haushaltspolitik, der Kooperation mit dem brasilianischen Projektpartner FASE, der Kooperation mit der AG Bürgerhaushalt Berlin und der Bundeszentrale für politische Bildung sowie weiteren Seminaren und Workshops. Es sind weiterhin Ergebnisse von Studien, die durch die Stiftung und das kommunalpolitische forum e.V. (berlin) zu verschiedenen Aspekten des Themas in Auftrag gegeben wurden, eingeflossen.

Leipziger Buchmesse 2005

17.-20. März 2005

Stand: Halle 5, B 316

www.dietzverlag.de/