Ausschreibung 2006

In Reaktion auf die neoliberale Umdeutung des Bildungsbegriffes ist es das Ziel der Tagung, eine Position im gegenwärtigen Bildungsdiskurs suchen und formulieren, Bildungsansätze kritisch zu reflektieren und Strategien für den Erhalt einer emanzipatorischen linken Bildung entwickeln. Die Arbeitstagung richtet sich an Anbieter linker Jugendbildung.

Offene Ausschreibung über die Vergabe eines Kooperationsvertrages zur Förderung der politischen Jugendbildung

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V. beabsichtigt, in Zusammenarbeit mit ihren KooperationspartnerInnen in den Bundesländern, die in der nachfolgenden Beschreibung bezeichneten Leistungen zur Durchführung von Projekten politischer Jugendbildung im Rahmen einer offenen Ausschreibung zu vergeben. 1. Zentrale Vergabestelle Rosa-Luxemburg-Stiftung – Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V. Jugendbildung Franz-Mehring-Platz 1 10243 Berlin Telefon 030 44310-147; -149 Fax 030 44310222 2. Verfahrensart Offene Ausschreibung 3. Leistungsbeschreibung a) Ort der Leistung Das im Angebot benannte Bundesland. b) Art und Umfang der Leistung Förderfähig sind überregionale Bildungsprojekte (Veranstaltungen, Inhalte, Methoden), die sich exemplarisch mit existentiellen und politischen Fragen von Jugendlichen beschäftigen, die ihr politisches Lernen befördern, sie zur kritischen Auseinandersetzung mit sozialer und politischer Wirklichkeit, zu diskursiver Kommunikation und politischem Engagement befähigen. Die Projekte müssen innovativ für die Zielgruppe Jugend und nachhaltig für die Bildungsarbeit sein. Fahrten sowie schulische Jugendbildung werden in der Regel nicht gefördert. Die Antragsteller können im Rahmen der Schwerpunkte sowohl komplexe Angebote als auch Einzelmodule anbieten. c) Antragsberechtigte Antragsberechtigt sind Träger der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, Vereine und Gruppen sowie nichtstaatliche Einrichtungen, jedoch nicht Einzelpersonen. Bereits begonnene oder beendete Vorhaben können nicht gefördert werden. d) Vertragsgestaltung Zwischen der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Auftragnehmer wird ein Kooperationsvertrag über die Durchführung von Projekten politischer Jugendbildung (i.S.d. Zielgruppe junge Erwachsene) im Wege einer Projektförderung abgeschlossen. Im Einzelfall sind auch Partnervereine der Rosa-Luxemburg-Stiftung in einzelnen Bundesländern Vertragspartner. e) Finanzierungsumfang Für die politische Jugendbildung im Jahr 2006 wird wie in den Vorjahren ein Finanzvolumen von etwa 75.000 € bereitgestellt. Ein Limit für einzelne Anträge gibt es nicht, die Antragsteller sollten jedoch diese Gesamtsumme berücksichtigen. 4. Förderschwerpunkte Linke politische Bildung soll gesellschaftliche Verhältnisse analysieren, Kritik mit der Suche nach Alternativen verbinden und politisches Handeln anregen und fördern. Dieser Ansatz sollte in allen Projekten erkennbar sein. In den kommenden Jahren wird der Prozess der Globalisierung kapitalistischer Verhältnisse sowohl seine entgrenzenden als auch seine ausgrenzenden Tendenzen verstärken. Hinter den zentralen Dogmen des (neoliberalen) Kapitalismus lassen sich die Mechanismen von sozialer Ungerechtigkeit, die rassistisch und sexistisch geprägter Unterdrückung und Abwertung sowie die Entwürdigung des menschlichen Individuums aufdecken. Dies stellt eine riesige Herausforderung für emanzipatorische Bildung dar. Unsere Kapitalismuskritik unterscheidet sich von billigem Populismus und völkischen Kampfparolen grundsätzlich dadurch, dass sie soziale Gerechtigkeit weder national noch ethnisch begründet, sondern ihren Zusammenhang mit ökonomischen und politischen Machtverhältnissen aufzeigt. Gleichzeitig sind im „Global Village“ Entwicklungen zu erkennen, die ihrem Wesen nach über den globalisierten Kapitalismus hinausweisen und deren Potenzen derzeit noch nicht vollständig absehbar sind. Sie in selbst organisierten Projekten und unter vernetzten linken Alternativen zu entdecken, aufzugreifen, experimentell auszuprobieren und weiterzuentwickeln – auch dieses eingreifende Moment gehört zu unserem Verständnis politischer Bildung. Aufbauend auf diesen Grundsätzen trägt die Ausschreibung für Jugendbildungsprojekte 2006 das Motto

"Kritik üben - Alternativen entdecken - Widerstand stärken"

und setzt folgende Schwerpunkte: Kritik üben an
- kapitalistischen Produktions- und Reproduktionsverhältnissen - neoliberalem Umbau von Arbeits- und Lebensverhältnissen - Unterdrückungs- und Ausgrenzungsmechanismen - rassistischen, sexistischen und anderen diskriminatorischen Herrschaftsverhältnissen - internationalen Verhältnissen unter dem neoliberalen Diktat - neuen „Nationalismen“
Alternativen entdecken für
- Aneignungsprozesse jenseits kapitalistischer Verwertbarkeitskriterien - selbstbestimmte individuelle und kollektive Freiräume - gerechten Zugang zu Kultur, Bildung, Gesundheit, Information (open source) - neue Wege demokratischer Teilhabe
Widerstand stärken gegen
- Rassismus, Antisemitismus und alle Formen rechtsextremer Ideologie - Europäischen Nationalismus - Militarisierung und Sicherheitswahn - jede Form von Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde - Vermarktung aller Lebensbereiche
Unabhängig von der jährlichen Schwerpunktsetzung werden traditionell in der politischen Jugendbildungsarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung weitere Themen gefördert. Dazu gehören auch 2006:
- Auseinandersetzung mit Rechts und Rechtsaußen - Fragen zur (Zeit-)Geschichte, vor allem zum Nationalsozialismus und zur deutschen und internationalen Gedenkkultur - Projekte zu aktuellen Fragen der Informationsgesellschaft - Jugend und Popkultur
5. Ausführungsfrist Beginn: 01.01.2006 Ende: 31.12.2006 6. Angebotsforderungen Das Angebot muss a) Angaben zum Antragsteller selbst enthalten (einschl. Satzung, Eintrag in das Vereinsregister, Freistellungsbescheid), b) einen Nachweis über die Fähigkeit des Antragstellers zur Durchführung von Projekten politischer Jugendbildung i.o.g.S. enthalten (Referenzen), c) eine Darstellung der vorgesehenen Schwerpunkte der Projektdurchführung sowie wesentlicher methodisch-didaktischer Herangehensweisen bieten, d) darstellen, welche finanziellen Mittel für die einzelnen Schwerpunkte eingesetzt werden und evtl. weitere beantragte Drittmittel ausweisen, e) in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Ausschreibung Jugendbildung 2006“ eingereicht werden. 7. Ablauf der Angebotsfrist Das Angebot muss bis zum 4. Oktober 2005 bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung vorliegen. 8. Die Grenzen der Zusammenarbeit liegen für die Rosa-Luxemburg-Stiftung in ihren satzungsgemäßen Ziel- und Zwecksetzungen sowie in den rechtlichen Auflagen ihrer Zuwendungsgeber, der Bundeshaushaltsordnung und ihren Nebenbestimmungen. Der Zuschlag wird unter Berücksichtigung aller inhaltlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte erteilt. Ein Anspruch auf Gewährung einer Förderung besteht aus dieser Aufforderung zur Angebotsabgabe nicht. Vielmehr entscheidet die Stiftung aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Eine Benachrichtigung über die Entscheidung geht Mitte November 2005 zu. Berlin, 15.06.2005 Dr. Dieter Schlönvoigt >>> Download Ausschreibung 2006 [pdf, 27 KB] >>> Zurück zur Startseite Jugendbildung