Publikationen https://www.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere Publikationen. de Copyright Fri, 23 Jan 2026 05:39:15 +0100 Fri, 23 Jan 2026 05:39:15 +0100 TYPO3 Publikationen https://www.rosalux.de/_assets/bcaf2df31b3031c02e4bdc5e5aed5a50/Images/Dist/Logos/logo_rss.jpg https://www.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere Publikationen. news-54156 Mon, 15 Dec 2025 04:54:00 +0100 Strategien der Hoffnung https://www.rosalux.de/publikation/id/54156 Über den wachsenden Widerstand gegen den Rechtsruck Die Nachrichtenlage wie unsere eigenen Analysen liefern meist ein düsteres Bild der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen: ungebremstes Schlittern in Richtung Klimakatastrophen, zunehmende Faschisierung, Krieg und Gewalt, Rollback bei vielen Emanzipationserfolgen der letzten Jahrzehnte, spät-neoliberale Kürzungspolitiken und massive Aufrüstung.

Und doch sind diese Politiken von Widersprüchen und Bruchpunkten durchzogen. Der apokalyptische Ritt in den Katastrophenkapitalismus ist nicht unausweichlich. Widerstände wachsen, der Handlungsdruck erzwingt das Nachdenken über neue Allianzen, in der Praxis der Proteste entstehen neue Bündniskonstellationen. Eine breite gesellschaftliche Linke diskutiert und erprobt Strategien der Hoffnung und Solidarität.

Kann aus dem wachsenden Widerstand in den USA mehr werden, um MAGA von der Macht zu verdrängen? Wie weit tragen die Strategien einer Volksfront bzw. eines sozialen und feministisch-intersektionalen Antifaschismus oder einer antifaschistischen Wirtschaftspolitik? Welche kommunalen Strategien lassen hoffen? Wie umgehen mit Gefühlen von Hoffnungslosigkeit und der Rolle von Affektivität und Emotionen im Antifaschismus?

Dieses Heft ist auch das erste einer neuen, überwiegend ehrenamtlichen Redaktion unter neuer Leitung. Wir reagieren damit auf den Rückbau hauptamtlicher Arbeitskraft in der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Im Zuge dessen haben wir erstmals eine FLINTA-Redaktion, die eigenständige Überlegungen und Beiträge produziert. So können wir die Qualität der Ideen und Beiträge steigern. 

Nicht alle Beiträge sind im Heft abgedruckt, einen vollständigen Überblick gibt es online:

LUXEMBURG Website

Inhalt

  • DER WIDERSTAND WÄCHST
    MAGA von der Macht verdrängen
    Von Max Elbaum
  • DAS POLITISCHE FELD NACH LINKS VERSCHIEBEN
    Bedingungen und Schwierigkeiten einer antifaschistischen Volksfront
    Von Mario Candeias
  • DAS AMBIVALENTE VERMÄCHTNIS DER VOLKSFRONT
    Von Kasper Braskén
  • SACHSEN-ANHALT VOR DER WAHL
    Szenarien der Faschisierung und die Verantwortung der Linken
    Von Anika Taschke
  • Lux Like Feminism
    FÜR EINEN AUFSTAND DER TÖCHTER
    Warum es einen intersektionalen Antifaschismus braucht
    Von Lia Becker, Lola Fischer-Irmler, Barbara Fried, Elisa Otzelberger, Birgit Sauer & Alex Wischnewski
  • AFFEKTIVE DEMOKRATIE
    Den Kulturkampf queer-feministisch intersektional wenden
    Von Birgit Sauer
  • MIT KIEZKAMPAGNEN FEMINISTISCHSOZIALISTISCH TERRAIN (ZURÜCK-) GEWINNEN
    Wie Die Linke in Plänterwald der AfD Wind aus den Segeln genommen hat
    Von Lena Fries & Katalin Gennburg
  • GEZEITENWECHSEL AM ENDE DES HOMONATIONALISMUS?
    Trans* Politik zwischen autoritärem Etatismus und spätem Neoliberalismus
    Von Mine Pleasure Bouvar
  • DIE PFLEGEGENOSSENSCHAFT MAITELAN
    Ein Modell für die Demokratisierung von Sorgearbeit
    Von Liseth Díaz Molina, Andoni Egia-Olaizola & Aratz Soto Gorrotxategi
  • „MAKE EGGS CHEAP AGAIN!“
    MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN ANTIFASCHISTISCHER WIRTSCHAFTSPOLITIK
    Von Sabine Nuss
  • Gespräch
    ANTIFASCHISTISCHE WIRTSCHAFTSPOLITIK
    Ein geeigneter strategischer Begriff gegen die Faschisierung?
    Mit Tom Krebs, Carla Reemtsma & Ines Schwerdtner
  • Infografik
    UNGLEICHLAND – GRAFIKEN UND FAKTEN ZU DEUTSCHLAND
  • ANTIFASCHISMUS OHNE KULTURKAMPF IST ABWEHR OHNE WIRKUNG
    Von Thorben Peters
  • Gespräch
    WELTUNORDNUNG – VON LINKS ERKLÄRT
    Mit Pauline Jäckels & Felix Jaitner
  • Blickwinkel
    ÄQUATOR DER UNGLEICHHEIT
    Fotoreportage von Daniel Chatard
  • REGIEREN 2026?
    Wahlen als eigenständiges Terrain der gesellschaftlichen Linken
    Von Kalle Kunkel
  • HOFFNUNG UND HOFFNUNGSLOSIGKEIT IN ZEITEN DES KATASTROPHENKAPITALISMUS
    Von Jan Rehmann
  • Wehtu-Frage
    WIE SOLIDARISCH SEIN?
    Widersprüche in der linken Debatte um Gaza und Israel
    Von Florian Weis
  • Wehtu-Frage
    ANTIZYKLISCHE ZUVERSICHT
    Wie realistisch ist die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft in Gaza?
    Von Charlotte Wiedemann
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news-51788 Thu, 27 Nov 2025 15:10:27 +0100 Jenseits des Krieges https://www.rosalux.de/publikation/id/51788 Mythen und Fakten zu Krieg und Frieden 4., aktualisierte Auflage

Mit dem täglichen Sterben im Nahen Osten und in der Ukraine ist der Krieg in unsere Wahrnehmung zurückgekehrt. Auf unseren Bildschirmen und Displays rollen Panzer und explodieren Granaten. Bilder zeigen getötete, verwundete und verzweifelte Menschen – das ganze Grauen. Die Welt wird immer kriegerischer. Das Friedensforschungsinstitut Oslo (PRIO) verzeichnete für 2024 mit 61 Konflikten unter staatlicher Beteiligung einen neuen Höchstwert. Seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Kriege, Konflikte und Krisen, bei denen Gewalt angewendet wird, an; 2024 waren es 185. In globaler Perspektive ist organisierte Waffengewalt keine Ausnahme – sie ist allgegenwärtig. Auch eine andere Entwicklung verdeutlicht, dass die Zeichen auf Konfrontation stehen: Die weltweiten Militärausgaben sind acht Jahre in Folge gestiegen. Ein globales Wettrüsten ist in Gang.

Was tun? Dieser Band ist ein Beitrag gegen die Ohnmacht. Er nimmt sich elf Mythen über Krieg und Frieden vor und argumentiert gegen die Notwendigkeit von Aufrüstung, Abschreckung und Konfrontation. Er zeigt, dass es politische Entscheidungen sind, die dem Militärischen den Weg ebnen. So wird rekonstruiert, wie Konzepte kooperativer Sicherheit ausgehebelt und wie der gemeinsamen Sicherheit verpflichtete Institutionen geschwächt worden sind. Dabei wird deutlich, dass auch die jüngsten Bundesregierungen im Namen nationaler Sicherheit immer stärker auf Gewaltandrohung und -anwendung setzen. Mehrere Kapitel erinnern an die Verantwortung Deutschlands als einer führenden Rüstungsexportnation und als Staat, der durch seine Wirtschafts- und Handelspolitik andernorts Krisen verursacht, Spannungen verschärft und Gewalt mit auslöst.

Im Band geht es aber auch um Alternativen: Wie können Krisen vermieden, lokale Konflikte gewaltfrei bearbeitet und geopolitische Konkurrenzen anders als durch Konfrontation ausgetragen werden? Wie geht kooperative Sicherheit im 21. Jahrhundert? Und welche Veränderungen sind für eine dauerhafte friedliche Entwicklung nötig? Damit weitet sich der Blick. Denn Kriege und Gewalt fallen nicht vom Himmel. Sie entzünden sich vor allem dort, wo Lebensgrundlagen zerstört und staatliche Strukturen ruiniert werden. Das gilt es so ernst zu nehmen, wie es ist: Wer über die Hoffnung auf Frieden in der Welt spricht, kann über einen globalisierten Kapitalismus und eine zutiefst ungerechte Weltwirtschaftsordnung nicht schweigen. Dieser Band liefert dafür Argumente.

Mythen

  • „Nur mit Abschreckung sind wir sicher“
  • „Die NATO sichert den Frieden“
  • „Die Außenpolitik der Bundesregierung ist wertegeleitet“
  • „Deutschland liefert keine Waffen in Kriegs- und Krisengebiete“
  • „Deutschland tut für den Frieden auf der Welt mehr als genug“
  • „Die EU ist durch und durch friedlich“
  • „Zivile Krisenprävention ist ein zahnloser Tiger“
  • „Sanktionen: Eine Wunderwaffe. Oder doch nicht?“
  • „Frieden lässt sich nicht herbeiverhandeln“
  • „Bei der Friedenssicherung hat sich die UNO als nutzlos erwiesen“
  • „Als Einzelne kann man ja ohnehin nichts tun“
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news-54102 Thu, 27 Nov 2025 13:56:00 +0100 UN-Treaty: Wirtschaftslobby versus globale Gerechtigkeit https://www.rosalux.de/publikation/id/54102 Zu den UN-Verhandlungen für ein Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten Vom 20. bis 24. Oktober 2025 sind im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) 63 Staaten zusammengekommen, um zum elften Mal über ein internationales Menschenrechtsabkommen zur Regulierung von Unternehmen und ihrer Wertschöpfungsketten (auch „UN-Treaty“ genannt) zu verhandeln. Bislang fehlt es an wirksamen Mechanismen, um Unternehmen bei Menschenrechts- und Umweltverstößen wirksam zur Rechenschaft zu ziehen. Bestehende Handels- und Investitionsabkommen begünstigen Deregulierung und verhindern stärkere Umwelt- und Menschenrechtsstandards. Mithilfe eines verbindlichen UN-Vertrages sollen Menschenrechte Vorrang vor Profitinteressen bekommen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung übernehmen müssen. 

Celia Sudhoff ist Programmleiterin Globale Gerechtigkeit und Unternehmensverantwortung beim Global Policy Forum Europe (GPF).

In diesem Jahr wurde besonders über die konkrete Ausgestaltung der internationalen Zusammenarbeit gestritten. Zivilgesellschaftliche Gruppen warnten vor dem wachsenden Einfluss wirtschaftlicher Interessen, die den Verhandlungsprozess zunehmend zu vereinnahmen drohten („Corporate Capture“). Trotz kontroverser Positionen wurden Fortschritte bei der Inklusion des Rechts auf eine saubere Umwelt und eines vereinfachten Zugangs zu Recht erzielt. Mit der verabschiedeten Roadmap für 2026 ist ein strukturiertes Vorgehen zur weiteren Kompromissfindung vereinbart, doch bleibt ungewiss, ob angesichts politischer und finanzieller Hürden eine Einigung über ein verbindliches Abkommen in naher Zukunft gelingen wird. 

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung verfolgt den Prozess bei den Vereinten Nationen seit vielen Jahren und berichtet regelmäßig über die Entwicklungen in Zusammenarbeit mit dem Global Policy Forum Europe (GPF). Dieses Briefing Paper informiert über die wichtigsten Entwicklungen und Ergebnisse der elften Verhandlungsrunde und ordnet diese politisch ein.
 

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news-54085 Fri, 21 Nov 2025 16:36:00 +0100 Südosteuropa und der EU-Erweiterungsprozess https://www.rosalux.de/publikation/id/54085 Annäherungen an eine sozialistische Europastrategie. Policy Brief von Felix Jaitner und Krunoslav Stojaković Mit Beginn des Ukrainekriegs hat die Europäische Kommission eine beschleunigte Erweiterung der Europäischen Union (EU) angekündigt und der Ukraine, Georgien, der Republik Moldau sowie den beiden Westbalkanstaaten Albanien und Bosnien und Herzegowina den Status von Beitrittskandidaten verliehen.

Die geplante zweite Osterweiterung der EU überrascht, denn andere Westbalkanstaaten verharren seit 2005 im Kandidatenstatus, ohne dass sich relevante Fortschritte registrieren ließen. Die politische und gesellschaftliche Linke tut sich wiederum schwer damit, eine in die Zukunft gerichtete internationalistische Kritik an der EU zu formulieren. Es mangelt an einer sozialistischen Vision, die über die auch in linken Kreisen reproduzierte Romantisierung des sozialdemokratischen Nationalstaats der 1970er-Jahre hinausreicht. Dabei ist es für eine sozialistische Europastrategie essenziell, politische Bündnispartner aus der Region an der Ausarbeitung einer gemeinsamen
Europapolitik zu beteiligen. Eine solche Perspektive kann wiederum nur durch eine geeinte europäische Linke formuliert werden.

Die Position der Partei Die Linke und des größten Teils der gesellschaftlichen Linken zur EU hat sich in den letzten Jahren zu einem kritischen Ja gewandelt. In diesem Sinne hieß es im Programm der Linkspartei zu den Europawahlen 2024: „Daher stellen wir uns als demokratische Sozialist*innen sowohl gegen die Befürworter*innen einer marktradikalen EU als auch gegen das nationalistische Konzept eines ‹Europas der Vaterländer›“ (Die Linke 2024). Aus diesem internationalistischen Bekenntnis heraus ist es folgerichtig, die Bevölkerungen der Westbalkanstaaten darin zu unterstützen, der EU beizutreten.

Die EU-Kandidatenländer Südosteuropas:

  • Bosnien und Herzegowina:
    Beitrittskandidat seit: 15.12.2022
    Verhandlungen seit: 21.3.2024
  • Albanien:
    Beitrittskandidat seit: 27.6.2014
    Verhandlungen seit: 19.7.2022
  • Serbien:
    Beitrittskandidat seit: 1.3.2012
    Verhandlungen seit: 21.1.2014
  • Montenegro:
    Beitrittskandidat seit: 17. 12.2010
    Verhandlungen seit: 29.6.2012
  • Nord-Mazedonien:
    Beitrittskandidat seit: 15.12.2005
    Verhandlungen seit: 19.7.2022
  • Kosovo:
    Beitrittskandidat seit: Antrag auf Mitgliedschaft wurde am 15.12.2022 gestellt / kein offizieller Kandidatenstatus

Pro und Contra EU-Beitritt

Die politischen Kräfteverhältnisse in den neuen Mitgliedstaaten würden zumindest in einer ersten Phase vor allem den konservativen und rechtsautoritären Block innerhalb des Europäischen Parlaments stärken. Somit droht ein Szenario, in dem die desintegrativen Kräfte durch die Erweiterung weiteren Zulauf erhalten. Die sozialistische Linke ist mit dem Problem der rechtsautoritären Wende jedoch unabhängig von dieser neuen Konstellation konfrontiert, insofern wäre dies ein relativ schwaches Argument gegen einen Beitritt.

Ein schwerwiegenderes Argument gegen einen Beitritt wäre die beschleunigte Entvölkerung Südosteuropas. Zwar können die Menschen des Westbalkans zumeist schon jetzt relativ problemlos ausreisen, auch werden qualifizierte Arbeitskräfte gezielt abgeworben, um Engpässe zum Beispiel im maroden deutschen Gesundheitssystem zu überbrücken. Doch die Perspektive einer allgemeinen Freizügigkeit könnte zu einer weiteren Verschärfung dieser hoch problematischen Entwicklung führen (Vereinte Nationen 2024: 55 f.).

Ebenso verhält es sich in Bezug auf die möglichen sozioökonomischen Folgen. Die Kandidatenländer haben ihre Ökonomien und Sozialsysteme längst entsprechend den neoliberalen Brüsseler Vorgaben reformiert und geschleift.

Es gibt jedoch auch eine Reihe von Gründen, die für einen Beitritt der Westbalkanstaaten zur EU sprechen. Wirtschafts-, Sozial- und Migrationspolitik der Anwärterländer sind aufgrund der bestehenden Assoziierungsabkommen bereits heute weitgehend nach den Vorgaben der EU ausgerichtet. Durch einen Beitritt könnten die Kandidatenländer zudem auch von diversen Fördertöpfen der EU profitieren. 

Eine mögliche EU-Mitgliedschaft der Westbalkanstaaten hängt jedoch nicht nur von der Lage in den jeweiligen Ländern, sondern auch vom Zustand der EU ab. Die unterschiedlichen ökonomischen Entwicklungsniveaus der Westbalkanstaaten und der EU machen gezielte Umverteilungsprogramme erforderlich, die bereits während des Beitrittsprozesses einsetzen sollten.(Stichwort: EU-Wachstumsplan).

Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das kommende Jahrzehnt folgendes Szenario: Die Westbalkanstaaten werden die Kopenhagener Kriterien voraussichtlich nicht erfüllen. Genauso unwahrscheinlich ist es, dass die EU durch eine Umverteilungspolitik die Entwicklungsunterschiede gezielt reduziert. Damit wird die Beitrittsperspektive zunehmend zum geopolitischen Machtmittel, um die Westbalkanstaaten langfristig an die EU zu binden – freilich ohne einen konkreten Zeitplan.

Um einen Beitrag zur Entwicklung einer sozialistischen Perspektive für Europa – und damit ebenso auch für den Westbalkan – zu leisten, ist es unerlässlich, relevante und kooperationswillige Akteure aus Südosteuropa an den Debatten der europäischen Linken zu beteiligen und in die bestehenden Organisationszusammenhänge zu integrieren.

Handlungsempfehlungen:

  • Einbindung relevanter und kooperationswilliger sozialistischer Akteure aus der Region in gesamteuropäische linke Strukturen
  • Förderung der Kooperation zwischen den sozialistischen und linksökologischen Akteuren des Westbalkans
  • Aufbau eines strukturierten parteiinternen Bildungsprogramms innerhalb der Partei Die Linke mit dem Ziel, die Kompetenzen in Fragen internationaler Politik gezielt zu fördern
  • Stärkung institutioneller Strukturen, die sich mit internationaler Politik beschäftigen, um die Kommunikationswege und den kontinuierlichen Austausch mit internationalen linken politischen Akteuren zu gewährleisten
  • Eintreten der im Europäischen Parlament vertretenen sozialistischen und linksökologischen Parteien und Abgeordneten für die gemeinsamen Belange des Westbalkans sowie Etablierung nachhaltiger Arbeitsstrukturen, die den Fokus auf den Westbalkan und die Frage der Erweiterungsperspektive legen
  • Entwicklung einer politischen und ökonomischen Perspektive für Südosteuropa

Autor*innen:

  • Felix Jaitner ist Senior Researcher am Institute for Global Reconstitution (IGRec) in Berlin. Er arbeitet zu Fragen der politischen Ökologie und des Extraktivismus, zu politischer Ökonomie sowie zu Friedens- und Konfliktforschung.
  • Krunoslav Stojaković ist Referent für West-, Südost- und Mittelosteuropa im Europareferat der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
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news-54082 Fri, 21 Nov 2025 15:18:00 +0100 15 Jahre WORK IN PROGRESS. WORK ON PROGRESS – und nun ein Ende! https://www.rosalux.de/publikation/id/54082 Schlussband der Reihe mit dem Titel „Wozu noch kritische Wissenschaft“ 15 Jahre lang haben wir in einer jeweiligen Jahrespublikation die in den Doktoran*innenseminaren vorgestellten und miteinander diskutierten Promotionsthemen, die vom Studienwerk gefördert werden, thematisch gebündelt und publiziert. Mit den Doktorand*innenseminaren und dem Doktorand*innen-Jahrbuch hatten wir mithin einen wichtigen Konnex für die ideelle Förderung der Promotionsstipendiat*innen geschaffen, der 15 Jahre lang sehr gut funktioniert hat.

Auf den Seminaren wurden die Promotionsthemen nicht nur wissenschaftlich, sondern auch hinsichtlich ihrer praktischen und politischen Dimensionen diskutiert. Die Schwerpunktthemen aus den Doktorand*innenseminaren sollten sich im Jahrbuch als Rubriken widerspiegeln und umgekehrt. Wir wollten eine fruchtbare Dialektik zwischen beiden Formaten und einen vielfältigen Gebrauchswert in den jeweiligen Lernprozessen erzeugen.

Dadurch wurden bestimmte verallgemeinerbare Schwerpunktthemen, z. B. zu Gender, Macht und Identität oder zu Erinnerungspolitik und dem Umgang mit Gewalt, aber auch theoretische und methodische Ansätze, z. B. die Hegemonietheorie von Antonio Gramsci oder die Gouvernementalitättheorie von Michel Foucault sichtbar. Es kristallisierte sich zudem ein kritischer Wissenschaftsbegriff heraus, der anleitende bzw. orientierende Funktionen erfüllte und allgemein von der Kritischen Theorie abgeleitet ist: Wissenschaft darf linksseitig engagiert und normativ sein, ohne sich den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit gefallen lassen zu müssen. Sie muss sich vor allem dagegen verwahren, von Herrschaftsinteressen instrumentalisiert zu werden. Es geht bei kritischer Wissenschaft nicht nur darum, die Welt zu begreifen, sondern sie durch das Begreifen auch zu verändern. Diese Prozesse sind niemals abgeschlossen, daher sind das Begreifen, Bilden und Verändern im wahrsten Sinne des Wortes, wie der Titel des Jahrbuches besagt, ein WORK IN PROGRESS und WORK ON PROGRESS.

Marcus Hawel/Stefan Kalmring/Nina Schlosser (Hrsg.)
Wozu noch kritische Wissenschaft
Schlussband der Reihe WORK IN PROGRESS | WORK ON PROGRESS
Eine Veröffentlichung des Studienwerks der Rosa-Luxemburg-Stiftung
VSA-Verlag

Der Nutzen des Jahrbuches sollte mithin über eine erste Veröffentlichungsmöglichkeit für unsere Stipendiat*innen deutlich hinausgehen. Das Doktorand*innen-Jahrbuch erfüllte in all den Jahren erfolgreich mehrere Funktionen. Es sollte zur besseren Vernetzung im Stiftungsumfeld und in der scientific community beitragen und die von uns geförderten kritischen Nachwuchswissenschaftler*innen an den neoliberalisierten Hochschulen sichtbarer machen. Ferner zielten wir auf einen zusätzlichen Synergieeffekt für die jeweiligen geförderten Promotionen, denn das inhaltliche und sprachliche redaktionelle Feedback zu den Aufsätzen hat im besten Falle Rückeffekte auf die Arbeit der Doktorand*innen an ihren Dissertationsschriften. Die stipendiatischen Redaktionen wechselten jedes Jahr, sodass möglichst viele Stipendiat*innen in Begleitung lernen konnten, wie man einen Sammelband herausgibt, mit Verlag und Autor*innen kommuniziert, deren Texte redigiert, inhaltliche Feedbacks gibt, aus der Themenbandbreite einen Schwerpunkt bildet und gemeinsam eine Einleitung schreibt.

Leider müssen wir aufgrund der Gesamtsituation hinsichtlich der zukünftigen personellen und finanziellen Lage im Studienwerk das Doktorand*innen-Jahrbuch einstellen. Dies wird in der ideellen Promotionsförderung eine große Lücke verursachen.

Zum Abschluss publizieren wir einen besonderen Band, der neben (ehemaligen) Stipendiat*innen auch auf andere Statusgruppen des Studienwerkes und der Stiftung fokussiert: auf Vertrauensdozent*innen, Kolleg*innen und z. B. den wissenschaftlichen Beirat. Der Titel des Bandes heißt fragezeichenlos: „Wozu noch kritische Wissenschaft“ und ist im VSA-Verlag erschienen. Darin befinden sich Aufsätze u.a. von Ulrich Brand, Markus Wissen und Nina Schlosser, Birgit Sauer, Ruth Sonderegger, Alex Demirovic und Mario Candeias.

Dem VSA-Verlag und insbesondere Gerd Siebecke ist an dieser Stelle ganz besonders zu danken für die professionelle, freundliche und solidarische Begleitung des Projektes in all den Jahren, das nun leider ein Ende findet.

Inhalt

  • Marcus Hawel/Stefan Kalmring/Nina Schlosser
    Wozu noch kritische Wissenschaft
    Einleitende Überlegungen

Zusammenfassungen

Selbstbetrachtung kritischer Wissenschaften

  • Marcus Hawel
    „Die Kritik ist auf den Hund gekommen“
    Wissenschaft im Lichte der Kritischen Theorie
  • Nina Schlosser/Ulrich Brand/Markus Wissen
    Kritische Wissenschaft in krisenhaften Zeiten
    Ein Gespräch über ihren Beitrag zu emanzipatorischen Transformationen
  • Alex Demirović
    Im Blindflug
  • Birgit Sauer
    Wozu noch feministisch kritische Staatstheorie
    Überlegungen zu Kontiunitäten und Neuanfängen
  • Maria Tsenekidou
    Bildung und Befreiung
    Eine Spurensuche in Erinnerung an Peter Brückner und Erneuerung von Praxisperspektiven Politischer Psychologie angesichts aktueller Herausforderungen politischer Bildung
  • Vanessa Ossino
    Verwicklungen der Erkenntnis
    Theorie in ihrer historischen Situation
  • Rebecca Gotthilf
    Unser Wissen, unser Widerspruch
    Die (post-)migrantische Gesellschaft und ihre widerständigen Wissensarchive

Angewandte kritische Wissenschaften

  • Stefan Kalmring
    Raus aus der Schockstarre
    Wie werden wir handlungsfähig gegen die extreme Rechte?
  • Mario Candeias
    Hoffnung und Hoffnungslosigkeit
    Linke Analyse und Strategie in Zeiten von Faschisierung und spätneoliberaler Offensive
  • Peter Ullrich
    Hochschulproteste zum Gaza-Krieg, autoritärer Anti-Antisemitismus und das Ende der Kritik
  • Ruth Sonderegger
    Wissenschaft und Freiheit
    Mindestens zwei gewaltvolle Problemkomplexe und viel Arbeit für die Kritik
  • Mai-Anh Boger
    Über Sinn und Unsinn der Lektüre kritischer Theorien in der (sonderpädagogischen) Lehrkräftebildung
  • Markus Euskirchen
    Die Visionen der Künstlichen Intelligenz
    Kritische Überlegungen zur hochtechnologischen Revolution

Autor*innen und Herausgeber*innen

Dieses Buch wird unter den Bedingungen einer Creative Commons License veröffentlicht: Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Germany License (CC BY-NC-ND 3.0). Nach dieser Lizenz dürfen Sie die Texte für nichtkommerzielle Zwecke vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen unter der Bedingung, dass die Namen der Autor*innen und der Buchtitel inkl. Verlag genannt werden, der Inhalt nicht bearbeitet, abgewandelt oder in anderer Weise verändert wird und Sie ihn unter vollständigem Abdruck dieses Lizenzhinweises weitergeben. Alle anderen Nutzungsformen, die nicht durch diese Creative Commons Lizenz oder das Urheberrecht gestattet sind, bleiben vorbehalten.

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news-54078 Wed, 19 Nov 2025 15:59:22 +0100 Koloniale Kontinuitäten https://www.rosalux.de/publikation/id/54078 Europas Handelspolitik zur Rohstoffsicherung. Policy Brief von Bettina Müller Der globale Wettbewerb um Einflusssphären läuft auf Hochtouren. Dabei geht es auch um die Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen, die für Energiewende und Digitalisierung, aber auch für das Militär benötigt werden. Die Europäische Union (EU) strebt an, den Anschluss an China und die USA nicht zu verlieren. Gleichzeitig ist sie extrem abhängig von Rohstoffimporten aus Ländern des Globalen Südens. Um den Zugriff auf sie zu gewährleisten, hat die EU in den vergangenen Jahren verschiedene handelspolitische Instrumente entwickelt. Diese – als „Partnerschaften auf Augenhöhe“ verkauften – Verträge und Initiativen halten ihre Versprechen jedoch nicht. Statt gerechten Handel und die globale Energiewende voranzubringen, vertiefen sie bestehende Abhängigkeiten und koloniale Kontinuitäten.

Handlungsempfehlungen

Um eine global gerechte Energie- und Mobilitätswende zu erreichen, müssen folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • Handelsabkommen, die einseitig den Interessen Europas und europäischer Konzerne dienen, müssen abgelehnt werden.
  • Partnerschaftsabkommen müssen Technologie- und Wissenstransfer sowie den Aufbau lokaler Wertschöpfung fördern und sich an den Entwicklungsinteressen der Partnerländer orientieren.
  • Die durch Global Gateway geförderten Investitionen im Rohstoff- und Energiebereich müssen bindende Auflagen einhalten.
  • Sowohl bei der Erarbeitung von Partnerschaftsabkommen als auch bei der Entscheidung über Projekte im Rahmen von Global Gateway müssen betroffene Akteure aktiv eingebunden werden.
  • Der europäische Rohstoffkonsum muss drastisch gesenkt werden, um den Druck auf sensible Ökosysteme und Gemeinden im Globalen Süden zu minimieren.
  • Kreislaufwirtschaft und Recycling von Rohstoffen müssen gestärkt werden.

Die Autorin:

Bettina Müller hat Politik und Internationale Beziehungen studiert und von 2014 bis 2018 in Argentinien im Bereich internationale Handelspolitik gearbeitet. Seit 2019 ist sie bei PowerShift tätig, wo sie sich auf europäische Handels- und Investitionspolitik konzentriert.

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news-54076 Wed, 19 Nov 2025 13:56:09 +0100 Gesetzgebung zu Lieferketten https://www.rosalux.de/publikation/id/54076 Policy-Briefing zur Aufweichung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes Mitte November sprach sich das EU-Parlament – mit einer Mehrheit aus konservativen und rechtsradikalen Abgeordneten – für eine Aufweichung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) aus, das Menschenrechte und Umwelt in globalen Lieferketten schützen soll. Nachdem Unternehmen unter der Maßgabe des „Bürokratieabbaus“ gegen das Gesetz zu Felde gezogen waren, hatte die Bundesregierung die mit dem LkSG verbundenen Berichtspflichten bereits zwei Monate zuvor ausgesetzt. Auf EU-Ebene wird jetzt zudem eine massive Einschränkung des Anwendungsbereichs des Gesetzes diskutiert.

Wie also ist der aktuelle Stand der Beratungen in Berlin und Brüssel? Kann das für die Einhaltung der Menschenrechte so wichtige Gesetz noch gerettet werden? In einem neuen Policy-Briefing informiert Sina Marx für FEMNET und Rosa-Luxemburg-Stiftung über die aktuelle Diskussion und fragt, was getan werden kann, um eine weitere Aushöhlung des LkSG doch noch zu verhindern.
 

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news-54004 Tue, 11 Nov 2025 16:36:00 +0100 Solidarische Städte https://www.rosalux.de/publikation/id/54004 Pionierinnen für eine andere Migrationspolitik. Policy Brief von Marta Castro und Maura Magni Der „Sommer der Migration“ 2015 war ein Schlüsselmoment, der eine große Solidarität mit Geflüchteten in Deutschland offenbarte. Heute, zehn Jahre später, verfolgen die EU und die Bundesregierung eine zunehmend restriktive Migrationspolitik und die Solidarität von damals droht verloren zu gehen. Doch auf kommunaler Ebene lebt sie in Teilen weiter. 

Vor dem Hintergrund zunehmender politischer Restriktionen auf europäischer wie nationaler Ebene stellt sich die Frage, wie Kommunen darauf reagieren können – insbesondere jene, die eine solidarische Migrationspolitik aufrechterhalten oder neu entwickeln wollen

Handlungsempfehlungen:

Wer mehr erfahren möchte: Der Handlungsleitfaden für solidarische Städte von Moving Cities „Wie Kommunen Menschen schützen können“ stellt 20 konkrete (rechtliche) Möglichkeiten vor, wie solidarische Städte zur Aufnahme von Geflüchteten beitragen können. 

Die Beispiele Berlin, Rottenburg und Potsdam zeigen, dass Städte auf ganz unterschiedliche Art und Weise zu einer solidarischen Asyl- und Migrationspolitik beitragen können. Doch auch abseits einzelner Leuchtturm-Initiativen können Kommunen über ihre vorgeschriebenen Aufgaben hinaus die Aufnahme von Schutzsuchenden fördern. In diesem Policy Brief werden einige Schlaglichter auf ihre rechtlichen Spielräume geworfen. Das betrifft die drei folgenden Punkte:

  1. Solidarisch entscheiden im Visaverfahren 
    Als Träger der Ausländerbehörden haben Kommunen in Deutschland verschiedene Möglichkeiten, die Aufnahme von Schutzsuchenden über das Visaverfahren zu beeinflussen.
  2. Forderungen an die Bundesregierung stellen 
    Darüber hinaus können Kommunen in Deutschland politische Forderungen an die Bundesregierung richten.
  3. Kommunalen Handlungsspielraum neu entdecken 
    Solidarische Städte in ganz Europa haben in den letzten zehn Jahren Hand in Hand mit sozialen Bewegungen und Initiativen politische Fakten geschaffen und das europäische Migrationsregime neu geordnet. Mit der Bewegung der „Sicheren Häfen“ haben sie sich über ihre Rolle als rein umsetzende Ebene bei der Aufnahme von Geflüchteten zu transformativen Akteuren des Wandels in der Migrationspolitik entwickelt. Und trotz des aktuellen politischen Backlash lebt die Solidarität auf kommunaler Ebene – teilweise im Kleinen und Verborgenen – weiter.

Autor*innen:

  • Marta Castro arbeitet seit August 2024 als Projektassistentin bei Moving Cities. Zuvor war sie als unabhängige Beraterin tätig und begleitete Organisationen wie Ayuda en Acción oder den Norwegischen Flüchtlingsrat bei der Entwicklung ihrer Migrationsprogramme. Als Mitgründerin der Plattform Mar Abierto setzt sie sich dafür ein, die Migrationsbewegungen auf den Kanarischen Inseln sichtbar zu machen und besser zu verstehen.
  • Maura Magni hat einen Master in Politikwissenschaft und analysierte in ihrer Abschlussarbeit die Rolle von Städten im europäischen Migrationsregime. Als Aktivistin baute sie die „Seebrücke“-Bewegung mit auf und unterstützte die Initiierung des Bündnisses „Städte Sicherer Häfen“. Von 2022 bis 2025 arbeitete sie im Verein United4Rescue und leitete dort das Projekt Moving Cities.
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news-49806 Mon, 10 Nov 2025 19:22:00 +0100 Kapitalismus für Einsteiger*innen https://www.rosalux.de/publikation/id/49806 Methoden und Workshops für die kritische ökonomische Bildung Der Anspruch des Materials wird durch den Titel auf den Punkt gebracht: Teamer*innen und Lehrkräften werden Konzepte für drei Workshops bereitgestellt, die Jugendlichen und Erwachsenen einen Einstieg in die Beschäftigung mit der kapitalistischen Ökonomie mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten ermöglichen (soziale Ungleichheit, Ökologie und Care-Arbeit). Die Vermittlung geschieht mithilfe von partizipativen und kreativen Methoden wie Planspielen, Murmelrunden oder der Erstellung von Schaubildern. Das Material ist dabei so konzipiert, dass Multiplikator*innen der Bildungsarbeit es für ihre Arbeit verändern können.

Alle Inhalte der Broschüre und zusätzliche Arbeitsmaterialien zum Download sind abrufbar unter:
linx.rosalux.de/kapitalismus-fuer-einsteigerinnen

Die drei Workshop-Konzepte für die Bildungsarbeit werden mit methodischen Anleitungen und Hinweisen für die Teamer*innen vorgestellt:

Workshop 1: Kapitalismus verstehen: Wie funktioniert unser Wirtschaftssystem?

Dieser Workshop bietet einen Einstieg in die Analyse des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Im Rahmen eines Planspiels zur Flugzeugproduktion müssen die Teilnehmer*innen in der Rolle von Unternehmer*innen oder Arbeiter*innen Papierflieger herstellen und gewinnbringend verkaufen. In ihren Rollen erfahren sie zunächst spielerisch die grundlegenden Merkmale kapitalistischer Wirtschaft, um sie anschließend gemeinsam zu analysieren.

In einer ausführlichen Auswertung werden die Erfahrungen aus dem Planspiel zusammengetragen und anhand von Beispielen aus der deutschen Wirtschaft für eine Analyse der ökonomischen Wirklichkeit genutzt.

Workshop 2: Kapitalismus und Natur: Was hat unser Wirtschaftssystem mit Umweltzerstörung zu tun?

Dieser Workshop hat die gleiche Grundstruktur wie Workshop 1. Das Konzept wird hier jedoch erweitert und zugespitzt auf die Frage, warum die Strukturen und Dynamiken des Kapitalismus dazu führen, dass die Natur nicht nachhaltig genutzt und geschützt, sondern ausgebeutet und zerstört wird – auch unabhängig von einzelnen rücksichtlosen Unternehmen oder schlechten Kaufgewohnheiten der Konsument*innen.

Workshop 3: Kapitalismus und Care: Welche Rolle spielt Sorgearbeit in unserem Wirtschaftssystem?

Auch dieses Konzept basiert auf der Grundstruktur von Workshop 1. Hier wird das Konzept jedoch um die Dimension der Care- oder Sorgearbeit erweitert. Im Zentrum des Planspiels steht die Frage, welche Rolle bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit in der Gesellschaft spielt und wie sie in unserer kapitalistischen Ökonomie organisiert wird.

Das Bildungsmaterial und die dazu gehörenden Materialien werden unter Creative Commons Lizenz veröffentlicht: CC BY-NC 4.0 (Namensnennung-Nicht kommerziell). Sie dürfen für nichtkommerzielle Zwecke in allen Medien vervielfältigt und verbreitet werden. Sie dürfen verändert, bearbeitet und weiterentwickelt werden, unter der Bedingung, dass die Namen der Autor*innen und der Broschürentitel, inkl. des Verlags/Trägers, genannt werden.

Damit Veränderungen und Überarbeitungen möglich sind, werden neben dem PDF des Bildungsmaterials die Arbeitsblätter und die Präsentationen zu den Workshops als veränderbare PowerPoint-Dokumente zum Download zur Verfügung gestellt.

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news-53983 Wed, 05 Nov 2025 16:17:00 +0100 Sozialismus in den USA https://www.rosalux.de/publikation/id/53983 Die alte Socialist Party und die neuen Democratic Socialists of America – ein historischer Vergleich Mit der Wahl Zohran Mamdanis zum New Yorker Bürgermeister ist die sozialistische Bewegung in den USA schlagartig ins Scheinwerferlicht getreten. 

Dieser Beitrag ist Teil des Dossiers:
USA: Das Imperium der Oligarchie

Dabei ist der amerikanische Sozialismus weder neu noch unbedeutend: Bereits vor über hundert Jahren gab es mit der Socialist Party of America eine wichtige, explizit sozialistische Partei, die damals sogar Wahlerfolge erzielen konnte. Die heute bei weitem größte sozialistische Organisation in den USA sind die Democratic Socialists of America (DSA), denen – neben Mamdani – auch mehrere Kongressabgeordnete um Alexandria Ocasio-Cortez („AOC“) angehören.

Wir nehmen die New Yorker Wahl zum Anlass, der Geschichte und Gegenwart dieser „amerikanischen Tradition“ (John Nichols) auf den Grund zu gehen. Dazu unternimmt unser Autor, David Duhalde, einen ambitionierten Vergleich der „alten“ Socialist Party mit der „neuen“ Democratic Socialists of America. 

Duhalde vermeidet ideologische Diskurse der Selbstvergewisserung; stattdessen zeichnet er die wichtigsten Debatten und Kontroversen nach – damals und heute. Dabei zeigt sich, dass die einst von Eugene V. Debs geführte Socialist Party bereits viele der auch heute noch relevanten Themen und Streitfragen intensiv diskutierte: etwa die Gewerkschaftsarbeit, das Verhältnis zwischen Partei und Bewegung oder die Teilnahme an Wahlen. 

Der beste Weg, die sozialistische Bewegung unter einem großen Dach zusammenzuhalten, ist demokratische Einigkeit, nicht organisatorische Einstimmigkeit.

Zugleich erfährt man viel über die Aktualität des Sozialismus in den USA im Allgemeinen und über die wichtigsten Debatten in den Democratic Socialists of America im Besonderen. Sehr nützlich, gerade für eine internationale Leserschaft, ist auch die Darstellung der Strömungen und Fraktionen innerhalb der DSA. Dazu Duhalde: „Die Linken unterschiedlicher Couleur, die heute die DSA bilden, müssen zusammenarbeiten, um wichtige Fragen zu klären und in der Diskussion zu bleiben – wie zuvor die SP. Herausforderungen lassen sich am besten gemeinsam bewältigen, und Chancen können am besten gemeinsam ergriffen werden – nicht getrennt. Der beste Weg, die sozialistische Bewegung unter einem großen Dach zusammenzuhalten, ist demokratische Einigkeit, nicht organisatorische Einstimmigkeit.“

Zum Autor

David Duhalde ist ein langjähriger demokratisch-sozialistischer Organizer, der Führungspositionen bei den Democratic Socialists of America (DSA) und deren Non-Profit-Organisation DSA Fund innehatte. Duhalde arbeitet derzeit als Gewerkschafter im öffentlichen Dienst in New York City.

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