Publikation Demokratischer Sozialismus - Deutsche / Europäische Geschichte »Der SED-Reformdiskurs der achtziger Jahre«

Abschlussbericht des von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) finanzierten Forschungsprojektes. Erarbeitet von Lutz Kirschner, Erhard Crome, Rainer Land

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Reihe

Artikel

Autor

Lutz Kirschner,

Erschienen

März 2009

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Nur online verfügbar

Das von der DFG finanzierte Forschungsprojekt »Der SED-Reformdiskurs der achtziger Jahre« wurde von 1997 bis 1999 von Erhard Crome, Lutz Kirschner und Rainer Land bearbeitet. In seinem Kern zielte es auf die Sammlung von Dokumenten der Reformdebatten und die Bereitstellung von Möglichkeiten, sie sachgemäß zu deuten. Aus der Kenntnis von Diskussionsthemen und Kommunikationskreisen heraus wurde bei zentralen Akteuren der Reformdebatten begonnen und das Feld der einzubeziehenden Personen über wechselseitige Verweisbeziehungen erweitert. Die publizierten Materialien dieser Reformer wurden zur Kenntnis genommen und weitere, vor allem nicht publizierte Texte gesammelt. In Expertengesprächen mit den Akteuren ging es um Aussagen zum politisch-wissenschaftlichen Selbstverständnis, zur Entwicklung von theoretischen Vorstellungen und Konzepten, zum Entstehungs- und Wirkungszusammenhang einzelner Materialien und zu den kommunikativen Zusammenhängen und Verbindungen. Der Projektbericht fasst die Ergebnisse zusammen.

Im interner Link folgtArchiv Demokratischer Sozialismus (ADS) der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist der Teilbestand »Der SED-Reformdiskurs der achtziger Jahre« der wissenschaftlichen Nutzung zugänglich. Es umfasst 32 Teilbestände mit 61 Bänden, insgesamt ca. 15.500 Seiten. Dokumentiert werden u.a. folgende Diskussionszusammenhänge: die interdisziplinäre Forschungsgruppe „Philosophische und methodologische Probleme der Politischen Ökonomie“, die ab 1977 an der Humboldt-Universität tätig war; der Jenaer Arbeitskreis zu Peter Weiss’ „Ästhetik des Widerstands“ - ein Forum insbesondere von Vertretern der jüngeren Generation; die Gruppe um Rolf Reißig an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften; das Forschungsprojekt Moderner Sozialismus. Von den jüngeren SED-Reformern existieren Bestände u.a. zu Michael Brie, Rainer Land, Dieter Segert, Rosemarie Will, Jürgen Jünger, Hans-Peter Krüger - sie dokumentieren deren wissenschaftlich-politische Aktivitäten auch über das Forschungsprojekt Moderner Sozialismus hinaus -, zu Siegfried Kost aus Dresden, Wolfgang Frindte und Wolfgang Behlert aus Jena und Bernd Okun aus Leipzig. Das Archiv enthält bisher unbekannte oder unzugängliche Materialien von wissenschaftlich-zeithistorischer Relevanz; z.B. die 1980 nicht zur Publikation freigegebene, mehr als 400seitige Studie von Gerhard Haney „Sozialistisches Recht und Wert“, den Text von Jürgen Jünger „Ökonomische Grundlegung eines modernen Sozialismus“ von 1989 und Rosemarie Wills Manuskript „Was wir konkret darunter verstehen, wenn wir sagen: Mehr Sozialismus heißt mehr Demokratie“, das Anfang November 1989 im Zusammenhang mit der Ausarbeitung eines alternativen Politbüroreferats zur 10. ZK-Tagung entstand.