Publikation Demokratischer Sozialismus - Gesellschaftstheorie Zu den programmatischen Positionen von Alexander Busgalin und Andrej Kolganow

(formuliert in der Broschüre Postsowjetischer Marxismus in Russland: Antworten azf die Herausforderungen des XXI. Jahrhunderts. Thesen zur Formierung einer wissenschaftlichen Schule, in Russisch, Moskau 2005, in Deutsch, Berlin 2007 www.rosalux.de)

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Reihe

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Autor

Günther Mayer,

Erschienen

Mai 2007

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Wenn wir uns im folgenden auf eine kritische Würdigung des Programms und der Konzeption der beiden Autoren konzentrieren, so haben wir es nur mit den vorliegenden Thesen zu tun, ohne dass wir die vielen, zudem umfangreichen Arbeiten, die sie in den letzen Jahren veröffentlicht haben, durcharbeiten konnten. Wir sind uns dessen bewusst, dass dadurch ein verkürztes Bild entstehen kann und Missverständnisse möglich sind. Auch sind wir nicht, wie die Autoren, Ökonomen und daher nicht in der Lage die einschlägigen Analysen im Detail einzuschätzen. Vielmehr geht es uns um eine allgemeine Beurteilung aus philosophischer, vor allem geschichts- und kulturtheoretischer Sicht und im Hinblick auf das Verhältnis zum ursprünglichen Kommunismus-Projekt von Marx.

Die vorliegende Schrift enthält neben philosophischen und methodischen Grundpositionen (1-3) eine umfassende Beschreibung der Weltlage uund Perspektiven zu Beginn des 21. Jahrhunderts (4-7). Beides zusammen erhebt den Anspruch auf eine zeitgemäße Neuorientierung des Marxismus und der Kommunsmus-Perspektive von Marx. Beide Autoren begreifen die von ihnen begründete und entwickelte Strömung marxistischer Konzeptualisierung als "Marxismus der postindustriellen Epoche"(6). Die Hauptlinie ihrer Analysen ist, "die Suche nach den in den Widersprüchen und Typen des zeitgenössischen Kapitalismus real gegebenen Grundtendenzen der Transformation des 'Reiches der Notwendigkeit' in das 'Reich der Freiheit'".(2)

Diese Grundtendenzen bezeichnen sie zusammenfassen am Schluss des Büchleins: "im XX. Jahrhundert hat die Welt wirklich, und in großem Maße, endgültig den Weg der qualitativen Veränderung in den Technologien, der Struktur und der Faktoren der Produktion beschritten. Den sozialen Fortsschritt (in der Welt im ganzen, auch einzelner Länder) bestimmend sind wirklich jene Prozesse geworden, die 'jenseits der materiellen Produktion' liegen, ein solcher Faktor wie das schöpferische Potential der Menschen, solche Bereiche wie die geistig-kulturelle Innovationssphäre".(51)