Publikation Ungleichheit / Soziale Kämpfe - Gesellschaftstheorie - Globalisierung Systemische Unsicherheiten und keynesianische Makrotheorie

Beitrag zum Workshop "Keynesianische Ökonomie als alternative Ökonomie?" der Rosa Luxemburg-Stiftung (Berlin, 24.-26.2.2006)

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Artikel

Autor

Michael Heine,

Erschienen

Februar 2006

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Beitrag zum Workshop "Keynesianische Ökonomie als alternative Ökonomie?" der Rosa Luxemburg-Stiftung (Berlin, 24.-26.2.2006)


1. Logische oder historische Zeit?

Es ist nur scheinbar eine Banalität, darauf hinzuweisen, dass auch ökonomische Prozesse der Zeitdimension unterliegen. Der Erfolg oder Misserfolg einer heutigen Entscheidung zeigt sich im Regelfall erst in der Zukunft. Damit werden Erwartungen zu einer ökonomischen Kategorie. Denn sie verbinden die Gegenwart mit der Zukunft. Erwartungen können unterschiedlich solide in bezug auf eine Eintrittswahrscheinlichkeit sein :

1.    Die künftigen Ereignisse lassen sich auf der Grundlage objektiver Wahrscheinlichkeiten berechnen. Diese Bedingung liegt beispielsweise bei zahlreichen Versicherungen vor. Nicht jedes einzelne künftige Ereignis ist bekannt, aber das Risiko ist objektiv berechenbar – solange keine Katastrophen eintreten, die – folgerichtig - auch vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind.
2.    Nicht alle zukünftige Ereignisse lassen sich mit Hilfe objektiver Wahrscheinlichkeiten berechnen. In vielen Fällen ist man gezwungen, den zukünftigen Ereignissen subjektive Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen. Sie können und werden zwischen den Individuen abweichen und liefern so die Basis für verschiedenste Spekulationen.
3.    Schließlich lassen sich bei zahlreichen künftigen Ereignissen nicht einmal subjektive Wahrscheinlichkeiten seriös zuordnen, denn „we simply do not know“ (Keynes). Wir wissen einfach nicht, wie die Wechsel- und Aktienkurse, die Immobilienpreise und Realzinssätze im November 2009 aussehen werden oder welche konjunkturelle Entwicklung Deutschland oder Kolumbien im Jahr 2013 durchläuft.

Die Unterschiede zwischen Wahrscheinlichkeiten und Unwissenheit lassen sich wie folgt zusammenfassen:

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