Publikation Geschichte - Parteien- / Bewegungsgeschichte - Deutsche / Europäische Geschichte Menetekel 17. Juni 1953.

Reader der Konferenzen der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen anlässlich des 50. Jahrestages des 17. Juni 1953.

Information

Reihe

Buch/ Broschur

Erschienen

Januar 2003

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Nur online verfügbar

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Enthält:

  • Vorwort des Herausgebers. S. 7.
  • I Geschichte:
    • Jörn Schütrumpf: Die Juni-Insurektion 1953. Schwierigkeiten mit der Klasse. Thesen. S. 11-23.
    • Siegfried Prokop: Die Intellektuellen und der 17. Juni 1953. S. 25-41.
    • Erhart Schulz: Zwischen Detail- und Fundamentalkritik. DDR-Intellektuelle vor und nach dem 17. Juni 1953. S. 43-50.
    • Wilfriede Otto: Die SED 1952/53 - zwischen Stalin und letzter Selbstfindung. S. 51-90.
    • Karl-Heinz Gräfe: Die Krise des sowjetischen Imperiums und der neue Kurs in Osteuropa. S. 91-126.
    • Elke Scherstjanoi: »In 14 Tage werden Sie vielleicht schon keinen Staat mehr haben «. Vladimir Semenov und der 17. Juni 1953 in der DDR. S. 127-188.
    • Werner Abel: Die Austreibung des »Luxemburgismus« aus KPD und SPD. S. 189-204.
    • Angelika Klein: Der 17. Juni 1953 in der Provinz. Die Arbeiterrevolte im Bezirk Halle. S. 205-219.
    • Jochen Cerny: Eine gescheiterte Revolution? S. 221-234.
  • II Die PDS und der 17. Juni:
    • Sozialismus entsteht in und aus der Gesellschaft. Erklärung des Parteivorstandes der PDS zum 50. Jahrestag des 17. Juni 1953. S. 237f.
    • Der 17. Juni 1953 - eine spontane Arbeitererhebung. Erklärung der Historischen Kommission beim Parteivorstand der PDS. S. 239-247.
  • III Literarische Reflexion:
    • Klaus Schuhmann: Reflexionen und Alternativen zum 17. Juni 1953 bei Bertolt Brecht, Stefan Heym und Erich Loest in Texten aus dem Jahr 1953. S. 251-266.
    • Jens-Fietje Dwars: Die Chance des Fiaskos. Der 17. Juni 1953 als Zäsur im Leben von Becher und Brecht. S. 267-278.
    • Klaus Pezold: Das Vertrauen (1968) von Anna Seghers - ein Roman über den 17. Juni 1953. S. 279-287.
  • IV Zeitgenössische literarische Dokumente:
    • Bertolt Brecht. S. 291-302.
    • Stefan Heym. S. 303-310.
    • Erich Loest. S. 311-315.
    • Der Fall Loest. S. 317-320.
  • Personenregister. S. 321-333.
  • Autorenverzeichnis. S. 335.

Vorwort:

Der 50. Jahrestag der Arbeitererhebung am 17. Juni 1953 war weit über die Geschichtsdebatte hinaus ein Thema der politischen Auseinandersetzung im Jahr 2003. Es war voraussehbar, daß er von konservativer und neoliberaler Seite genutzt würde, um die Delegitimierung der DDR möglichst abzuschließen und die SED-Nachfolgepartei PDS ins politische Abseits zu schieben.

Dagegen mußte ein offensiver Umgang mit diesem Ereignis gestellt werden, der radikal mit den Geschichtslegenden der SED, die in der Charakteristik »faschistischer Putschversuch« gipfelten, brach, sich aber gleichzeitig gegen eine ahistorische Sicht wendete, die den »Volksaufstand « als Vorwegnahme der deutschen Einheit feierte. Es war auch davon auszugehen, daß um die Wertung des 17. Juni innerhalb und im Umfeld der PDS gestritten würde. Die Rosa Luxemburg-Stiftung Sachsen stellte sich die Aufgabe, mit einer sachlichen, an den vorliegenden Forschungsergebnissen orientierten Darstellung in den Geschichtsdiskurs um den 17. Juni einzugreifen. Das geschah in einer Veranstaltungsreihe im Frühjahr und Sommer 2003, deren wichtigste Ergebnisse im Folgenden dokumentiert werden.

Dabei wurden zwei Schwerpunkte gesetzt. Zum einen sollte der Forschungsstand zum Ereignis selbst durch HistorikerInnen präsentiert werden. Zum anderen sollte das literaturgeschichtliche und kulturelle Potential der Stiftung genutzt werden, um die Dimension dieses Ereignisses zu verdeutlichen, die weit über reine Politikgeschichte hinausreicht und die Geistes- und Kulturgeschichte der DDR nachhaltig beeinflußt hat. Die literaturgeschichtlichen Analysen wurden ergänzt durch eine Auswahl zeitgenössischer literarischer Dokumente. Ein dritter Schwerpunkt ergab sich im Verlaufe der Debatten um das Jubiläum. Die Erklärung der Historischen Kommission beim Parteivorstand der PDS erwies sich als wichtiger Katalysator der Debatten im Umfeld der PDS zum 17. Juni 1953 und wurde deshalb zusammen mit der Erklärung des Parteivorstandes der PDS in den Reader aufgenommen. Ergänzt durch den Abdruck zweier bereits veröffentlichter Texte von Elke Scherstjanoi und Jörn Schitrumpf hofft der Herausgeber mit diesem Reader einen wichtigen Teil der Geschichtsdebatte im linken politischen Spektrum dokumentiert zu haben.

Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, 2003. Hrsg. Klaus Kinner 4. durchgesehene Auflage. 338 S.

14,00 € / Mitglieder 11,00 €

Bestellungen bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen unter: info@rosalux-sachsen.de, Tel: 0341-9608531

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