Publikation Geschichte - Parteien- / Bewegungsgeschichte Deutsche Kommunisten

Mit diesem aktualisierten Handbuch werden weitere Lücken in der wissenschaftlichen Forschung geschlossen: in der Geschichte der KPD der Weimarer Republik, im kommunistischen Widerstand und Exil sowie in den Stalinschen Säuberungen.

Information

Reihe

Buch/ Broschur

Autor/innen

Andreas Herbst, Hermann Weber,

Erschienen

August 2008

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Nur online verfügbar

Biographisches Handbuch 1918 bis 1945 - überarbeitete + erweiterte Auflage
 

Als Ergebnis jahrelanger Forschungsarbeit liegt in erweiterter Auflage ein Handbuch mit den Lebensläufen von 1675 führenden deutschen Kommunisten vor. Damit wird eine umfassende Sicht auf das Führungskorps des deutschen Kommunismus von 1918 bis 1945 angeboten.
Ein Blick in die 1675 Biographien zeigt das dramatische Schicksal dieser aktiven Kommunisten, die Zahlen belegen teilweise überraschende, aber zugleich erschreckende Fakten.

Von den 1675 führenden Kommunisten kamen weit über 470, also fast jeder Dritte, auf gewaltsame Weise ums Leben. Schon nach der Gründung der KPD wurden Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und einige ihrer Mitstreiter 1919 ermordet, später fielen Kommunisten im Spanischen Bürgerkrieg gegen Franco. Die einschneidendsten Verluste erlitt das deutsche kommunistische Führungskorps indes durch die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts: 256 führende Funktionäre wurden von der barbarischen Hitler-Diktatur ermordet, aber nicht weniger als 208 sind im Schreckensregime Stalins umgekommen.

Die spannenden Biographien dieser Menschen sagen viel über den Weg der kommunistischen Bewegung aus. Diese Männergesellschaft (nur 163 Frauen unter 1675 Parteiführern) widerspiegelt die Wandlung des deutschen Kommunismus. Dessen Umformung ist an der wachsenden Abhängigkeit von Moskau erkennbar, dem Verlust der Autonomie, dem Verschwinden der innerparteilichen Demokratie und an der strikt durchgesetzten stalinistischen Generallinie der Partei. Noch drastischer als die Eingriffe in die Strukturen und die von Stalin befohlene Politik belegen freilich die Biographien der Funktionäre, wie sich der Kommunismus in Deutschland veränderte. Der ständige Austausch des Führungspersonals reflektiert diese Wandlung von einem radikalen Teil der Emanzipationsbewegung deutscher Arbeiter zu einer Organisation, die sich politisch und personell der Komintern und der KPdSU Stalins unterordnete.

Aus Rezensionen zur ersten Auflage:
»Im Frühjahr 2004 erschien ein Buch, daß im In- und Ausland zu Recht besondere Aufmerksamkeit erfuhr. Erstmalig liegt ein biographisches Handbuch über die führenden Funktionäre der KPD vor. Über die Lebensläufe von 1400 Frauen und Männern, die zwischen 1918 und 1945 in der Partei tätig waren, wird Auskunft gegeben. Künftig kann niemand, der Hermann Weber, Andreas Herbst sich ernsthaft mit der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert und dem antifaschistischen Widerstand beschäftigt, an diesem Band vorbeigehen ...«
»Die beiden Autoren, der ›große alte Mann‹ einer KPD-Geschichtsschreibung jenseits DDR-verpflichteter Mythen, Hermann Weber, und der gleichermaßen renommierte Andreas Herbst, haben ein Buch vorgelegt, das Geschichte schreibt, aber auch Geschichte machen wird. Die Leser sind zu Ergänzungen und Korrekturen aufgerufen, weshalb dieser ersten Auflage sicher noch weitere folgen werden.«
Genau das geschieht jetzt mit der Herausgabe einer zweiten, bearbeiteten und um ca. 200 Biographien und ca. 150 Abbildungen ergänzten Auflage.

Biographisches Handbuch 1918 bis 1945

von Hermann Weber und Andreas Herbst
Berlin, Karl-Dietz-Verlag 2008
Überarbeitete und stark erweiterte Auflage
1168 Seiten, ca. 950 Abb., gebunden
ISBN 978-3-320-02130-6


Zu den Autoren:

Prof. Dr., Dr. h.c. Hermann Weber, Jg. 1928, emeritierter ordentlicher Professor für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte an der Universität Mannheim, Leiter des Forschungsprojekts »Komintern« der deutschrussischen Historiker-Kommission am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a.: Geschichte der KPD: Der Gründungsparteitag der KPD (1969, 1993); Geschichte der DDR (1985, 1999); Die Generallinie. Rundschreiben des ZK der KPD an die Bezirke 1929– 1933. (1981); Terror. Stalinistische Parteisäuberungen 1936–1953 (zus. mit Ulrich Mählert) (1998); Jahrbuch für Historisch Kommunismusforschung (seit 1993); Damals, als ich Wunderlich hieß (2002); Der Thälmann- Skandal. Geheime Korrespondenzen mit Stalin (mit Bernhard Bayerlein) (2003).

Andreas Herbst, Jg. 1955, Diplom-Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin. Mitherausgeber der Handbücher: So funktionierte die DDR (1994), Die SED. Geschichte - Organisation - Politik (1997) sowie Die Parteien und Organisationen der DDR (2002).