Publikation Wirtschafts- / Sozialpolitik - Staat / Demokratie - Stadt / Kommune / Region - Gesellschaftliche Alternativen - Sozialökologischer Umbau Auto, Umwelt und Verkehr – revisited!

Neun Thesen des Initiativkreises «Zukunft Auto»

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Autorin

Antje Blöcker,

Erschienen

März 2018

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Im Jahr 2017 hat die Rosa-Luxemburg-Stiftung wieder die Arbeit zur Zukunft der Automobilindustrie und der Mobilität aufgenommen, deren bisherige Ergebnisse unter anderem im Buch «Die globale Ökonomie des Autos» festgehalten wurden. Der Diesel- und andere Skandale waren dafür ein guter Anlass, markieren jedoch nur die Oberfläche einer tief greifenden Veränderung in der Produktion von Mobilität, die in den nächsten Jahren auch die Autobranche umwälzen wird.

Nach drei Vorbereitungstreffen im Jahr 2016 und einem im Februar 2017 hat sich im April 2017 ein Initiativkreis «Zukunft Auto» konstituiert, der sich inzwischen mehrfach getroffen, die Tagung «Zukunft der Arbeit in automobilen Wertschöpfungsketten im Einklang mit der Natur?» am 25. November 2017 in Hannover organisiert und vielfältige Akteure aus Betrieb und Gewerkschaft im Automobilsektor, aus der Wissenschaft sowie aus ökologischen und sozialen Initiativen und der Politik zusammengeführt hat. Ziel ist es, die Transformation der Automobilindustrie und der Mobilität nicht nur als Problem einer Branche zu begreifen und anzugehen, sondern als eine gesellschaftliche, mithin soziale und ökologische Problematik von globalem Ausmaß. Dabei geht es immer auch um Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitsbedingungen und Alternativen, wobei wir explizit die Perspektiven und das Engagement der unmittelbaren Produzenten zum Ausgangspunkt nehmen, denn ohne die Beschäftigten der Automobilindustrie und der Mobilitätssektoren wird ein solcher sozial-ökologischer Umbau nicht gelingen.

Das vorliegende Papier gibt den aktuellen gemeinsamen Stand und die Perspektive des Initiativkreises in neun Thesen gebündelt wieder.
 

Inhalt
  • Grundsätzlich: Eine doppelte Transformation ist möglich.
  • Aktuelle Mobilitätszwänge und Mobilitätsbedürfnisse müssen benannt werden.
  • Die Forderung nach einem Ausstieg der Autoindustrie aus der renditegetriebenen Konkurrenz braucht mehr Transparenz.
  • Der Autostaat ist schon lange kein Souverän mehr: Subventionen stoppen!
  • Autokrisen sind mehr als Umweltkrisen: Krisenverständnis klären.
  • Konversion ist nicht per se ein Ausweg: Eine ökologische Klassenpolitik muss die Frage der demokratischen Kontrolle neu aufrollen.
  • Elektroautomobilität ist kein Ausweg aus der Umwelt- und Beschäftigungskrise.
  • Mobilität darf kein exklusives privates Gut bleiben.
  • Gute Arbeit in der Automobilindustrie geht nur über Arbeitszeitverkürzung und faires Teilen!

Antje Blöcker ist promovierte Sozialwissenschaftlerin, Lehrbeauftragte an der Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften der TU Braunschweig und bearbeitet für die IG Metall Projekte zum Thema Produktionssysteme, Arbeit, Konversion im System Auto. Sie hat den Initiativkreis «Zukunft Auto» der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Jahr 2017 koordiniert und die Diskussionsergebnisse in diesem Thesenpapier zusammengefasst.