Publikation Gesellschaftliche Alternativen - Sozialökologischer Umbau - International / Transnational - Klimagerechtigkeit REDD Early Movers

Ergebnisbasierte Zahlungen ohne klimarelevante Ergebnisse?

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Reihe

Artikel

Autor/innen

Jutta Kill, Thomas Fatheuer,

Erschienen

April 2018

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REDD Early Movers — Ergebnisbasierte Zahlungen ohne klimarelevante Ergebnisse?

Gemeinsam mit Norwegen und Großbritannien zählt Deutschland zu den wichtigsten staatlichen Finanzierern des Wald- und Klimaschutzinstruments REDD. REDD steht für Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation – die Minderung von Emissionen aus Entwaldung und durch Waldnutzung, die den Wald schädigt.

REDD als Paradigmenwechsel im Tropenwaldschutz?

Der Ansatz wird seit 2005 im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen diskutiert. Die Befürworter*innen hatten hohe Erwartungen an REDD: Der marktorientierte Ansatz sollte Wald- und Klimaschutz miteinander verbinden und durch finanzielle Anreize Entwaldung dort stoppen, wo bisherige internationale Waldschutzinitiativen (angeblich) versagt hatten. Kurz, die Befürworter*innen von REDD traten mit dem Versprechen an, Entwaldung zu stoppen, indem sie intakten Wald wertvoller machen als abgeholzten.

Große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit von REDD+-Programmen

Der hier präsentierte Bericht «REDD Early Movers – ergebnisbasierte Zahlungen ohne klimarelevante Ergebnisse?» stellt dem Versprechen, durch finanzielle Anreize Emissionen aus Entwaldung zu mindern, die Umsetzung von REDD+-Maßnahmen im Rahmen des REDD Early Movers-Programms in Brasilien, Ecuador und Kolumbien gegenüber.

Klimarelevante Wirkung aus ergebnisbasierten Zahlungen bei REDD Early Movers in Brasilien und Kolumbien unwahrscheinlich

Im Fall von REDD Early Movers in Acre (Brasilien) erhielt die dortige Regierung zwischen 2012 und 2016/2017 ergebnisbasierte REDD+-Zahlungen für verminderte Emissionen aus Entwaldung von der KfW Entwicklungsbank, obwohl die jährlichen Entwaldungszahlen im gesamten Vertragszeitraum höher lagen als in den Jahren 2007-2009. Bei Abschluss des REDD Early Movers-Vertrags 2012 lag die jährliche Entwaldung in Acre bei 305 km², 2016 stieg sie auf 372 km². Auch an Kolumbien leistete die KfW Entwicklungsbank ergebnisbasierte Zahlungen, obwohl die Entwaldung in der für das REDD Early Movers-Programm relevanten Region anstieg.

Bericht thematisiert Frage nach der Wirksamkeit von REDD+ als Wald- und Klimaschutzinstrument

Die politische Relevanz von REDD+ ist aufs Engste mit dem Beitrag von REDD+ zum Klimaschutz verknüpft. Waldschutz ist bei REDD+ somit nicht Selbstzweck, sondern dient dem Ziel, durch Minderung von Emissionen aus Entwaldung einen Beitrag zum Klimaschutz zu liefern. Erfüllt REDD+ diese Erwartung nicht, hat dies Konsequenzen nicht nur für den Wald und die vom Wald lebenden Menschen, sondern in erheblichem Maß auch für den Klimaschutz. Auch im Interesse eines effektiven Klimaschutzes ist deshalb eine kritische Debatte des Instruments REDD+ geboten.

Mehr Informationen dazu auf klima-buendnis.org.

Für weitere Fragen stehen zur Verfügung:
Die Autor*innen: Jutta Kill und Thomas Fatheuer.

Bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung: Nadja Charaby.