Publikation Geschichte - Parteien- / Bewegungsgeschichte - Brasilien / Cono Sur Zwei Schritte vorwärts, zwei zurück

Die Kommunistische Internationale in Brasilien und die koloniale Frage

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Dainis Karepovs,

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Chronologisch fasste der britische Historiker Eric Hobsbawm den Zeitraum zwischen dem Ersten Weltkrieg, mit dem das 19. Jahrhundert in der westlichen Zivilisation endete, und dem Zusammenbruch der Ökonomien und Gesellschaften des sowjetischen Blocks im Begriff des «kurzen 20. Jahrhunderts» zusammen. [1] Zweifelsohne verweist diese Formulierung auf eine zentrale Eigenschaft, nämlich auf eine Welt, der der Stempel der Russischen Revolution 1917 aufgedrückt war. Die Revolution und ihre Errungenschaften, Niederlagen und Folgen stehen ganz offensichtlich im Zentrum der wichtigsten Ereignisse dieses «kurzen 20. Jahrhunderts», dessen Auswirkungen wir bis heute spüren.[2]

In diesem Kontext spielte die Kommunistische Internationale (KI) bzw. Dritte Internationale eine zentrale Rolle. Die KI wurde vor einem Jahrhundert, auf ihrem ersten Kongress vom 2. bis zum 6. März 1919, von (laut Protokoll) 52 Delegierten in Moskau gegründet. Die überwiegende Mehrheit der Delegierten waren Bolschewisten der kommunistischen Parteien Russlands, Lettlands, Litauens, Weißrusslands, Armeniens und der Sektionen außerhalb Russlands (Tschechien, Bulgarien, Jugoslawien, Frankreich, China, Korea, USA u.a.). Delegierte aus eigenständigen und frisch gegründeten kommunistischen Parteien wurden nur aus Deutschland, Österreich, Ungarn und Polen entsandt. Die Repräsentativität dieser Delegierten ist Gegenstand anhaltender Diskussionen; unstrittig ist jedoch, dass dieser Gründungskongress den Anfangspunkt einer realen Bewegung markierte, die sich nach der Bankrotterklärung der Zweiten Internationalen 1914 und dem folgenden tragischen Ersten Weltkrieg bis zur Russischen Revolution 1917 festigte – und der schließlich Millionen Menschen angehörten.

Brasilien zur Zeit der Komintern

Im Zeitraum von 1919 bis 1943, in dem Kommunistische Internationale bestand und aktiv war, wuchs die Bevölkerung in Brasilien – einem Land von knapp 8,5 Millionen Quadratkilometern und geradezu kontinentalen Dimensionen – um über ein Drittel, von 30,6 auf 41,1 Millionen. Ungeachtet dessen änderte sich in dieser Zeit wenig an dem aus weltwirtschaftlicher Sicht rückschrittlichen Brasilien. In Brasilien lebten damals rund 70 Prozent der Bevölkerung auf dem Land, die Wirtschaft war weitgehend von Land- und Viehwirtschaft geprägt. Sie basierte vor allem auf der Produktion und dem Export von Rohstoffen, wie etwa Baumwolle, Gummi, Kakao, Kaffee, Mais und Tabak. In dieser unterentwickelten Wirtschaft wuchs die erwerbstätige Bevölkerung in der Landwirtschaft zwischen 1920 und 1940 von 6,4 auf 9,9 Millionen Menschen, in der Industrie von 789.000 auf 1,9 Millionen. Im Handels- und Dienstleistungssektor, der den höchsten Frauenanteil aufwies, stieg die Zahl der Erwerbstätigen von 1,5 auf 2,3 Millionen. Der Analphabetismus lag mit rund 60 Prozent extrem hoch. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die ökonomische Entwicklung des Landes an Fahrt auf.[3]

Auf politischer Ebene kam es in Brasilien zu dieser Zeit jedoch zu einer wichtigen Veränderung: Die Arbeiter/innen betraten, zunächst zögerlich und nur sehr eingeschränkt, aber dennoch endgültig die politische Bühne des Landes. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die sogenannte «Revolution von 1930». Diese konnte zwar nicht mehr als eine Neuordnung der Macht zwischen den bestehenden regionalen Eliten erreichen, aber die neuen Machthaber, mit Getulio Vargas an der Spitze, verstanden nach der schweren Krise des Kapitalismus von 1929, wie wichtig die Einbeziehung der Arbeiterinnen und Arbeiter für die Entwicklung des Landes und fürs Wirtschaftswachstum war. Gleichzeitig wahrten die Eliten ihre eigene Machtstellung und Kontrolle über die Bevölkerung.

Die Kommunistische Internationale in Brasilien

Welche Rolle spielte im Lichte der hier skizzierten Entwicklung die Kommunistische Internationale in Brasilien? Um diese Frage beantworten zu können, muss man ihre sichtbarste Institution in den Blick nehmen, nämlich die Brasilianische Sektion der Kommunistischen Internationale (SBIC), die Kommunistische Partei Brasiliens (PCB). Die 1922 gegründete und damit neue Partei – neu in Bezug auf Erfolge und Niederlagen im Kampf um die Macht, bei der Politik sozialer Einbindung (oder, wie es 1920 hieß, für politische Klassenrechte) und die Formen des Kampfes und der Organisation – erhielt durch die Russische Revolution und die KI-Gründung starken Aufwind. Dieser Einfluss wurde genutzt, um die Gegensätze zwischen der «greifbaren Utopie» der Sowjetunion, der Russischen Revolution und ihrer Errungenschaften auf der einen Seite und der zurückgebliebenen brasilianischen bürgerlichen Klasse auf der anderen Seite aufzuzeigen.

Es ist wichtig festzuhalten, dass die PCB über fast den gesamten Zeitraum, in dem die KI existierte, aufgrund von Ausnahmezustand und Diktatur – bis auf wenige Monate im Jahr 1922 und im Jahr 1927 – durchgehend illegal war und im Untergrund arbeiten musste. Ferner darf nicht vergessen werden, dass die PCB infolge ihrer Existenz in der Illegalität und im Untergrund mit Ausnahme des Zeitraums 1945-47 weit davon entfernt war, eine Massenpartei zu sein.

Gleichzeitig sollte hervorgehoben werden, dass bestimmte Entwicklungen, die durch das Handeln der Kommunistinnen und Kommunisten an Bedeutung gewannen – wie etwa das neue Auftreten und Handeln der arbeitenden Klassen, der Kampf um soziale Rechte, die ersten Versuche, sich nach Bevölkerungsgruppen zu organisieren (Landarbeiter, Frauen, Jugend etc.) oder die Beteiligung von Arbeitern an parlamentarischen Auseinandersetzungen (was von den brasilianischen Kommunisten zuvor kaum oder nie versucht worden war) – in den Fokus des Antikommunismus gerieten. Die Durchsetzung des Stalinismus mit all seinen negativen Konsequenzen ist in diesem Kontext ebenfalls von großer Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die Unterordnung der Interessen der Arbeiter/innen unter die Interessen des sowjetischen Staates, und, als Folge daraus, dessen Politik der Unterordnung und Kollaboration mit der internationalen Bourgeoisie.

Die Gründung der Kommunistischen Partei Brasiliens war einerseits Ausdruck der Begeisterung, die der Sieg der Russischen Revolution 1917 ausgelöst hatte, und andererseits ein Produkt des Scheiterns der anarchistisch geführten Arbeiterbewegung in der Streikwelle zwischen 1917 und 1919. Der Gründungskongress, auf dem neun Delegierte 165 Mitglieder repräsentierten, begann am 25. März 1922 in Rio de Janeiro und endete am 27. März in Niterói.

Wie andere kommunistische Parteien, die zu diesem Zeitpunkt in vielen Ländern entstanden, war auch die PCB das Resultat einer Spaltung innerhalb der revolutionären Strömung der brasilianischen Arbeiterbewegung. Dennoch gab es in Brasilien eine Besonderheit, denn ein Großteil der ursprünglichen Mitglieder stammte aus den Reihen der Anarchistinnen und Anarchisten; in Brasilien waren Karl Marx’ Ideen auf politischer Ebene bis dato praktisch unbekannt geblieben.[4]

Hinzu kommt – und dem mussten sich die meisten kommunistischen Parteien in Lateinamerika und dem Rest der Welt stellen – der spezifische Moment, indem die PCB gegründet wurde. Die neue Partei suchte sich bald vor der Kommunistischen Internationalen zu legitimieren und sandte einen Delegierten zum IV. Weltkongress der KI, der 1922 stattfand. Aufgrund des Auftretens ihres Delegierten verlor sie jedoch den Status als offizielle Sektion der KI und wurde zur «nahestehenden» Partei degradiert. Erst zwei Jahre später, auf dem V. Kongress 1924, wurde die PCB wieder als Mitglied anerkannt.

Zu dieser Zeit beschloss die Internationale auch die «Bolschewisierung» der kommunistischen Parteien und neue organisatorische Strukturen. Unter dem Vorwand, dem bolschewistischen Vorbild zu folgen, wurde «mit dem Ziel der Unterdrückung jeder Abweichung von der Linie der Mehrheit ein bürokratischer Prozess beschlossen, der zur Schwächung der parteiinternen Demokratie und Verarmung der theoretischen Debatten sowohl im Exekutivkomitee der KI als auch in den nationalen Sektionen führte.»[5] Dieser Prozess muss bereits als frühe Stufe der allmählichen Stalinisierung verstanden werden, denn der offene Streit zwischen Josef Stalin und Leo Trotzki um das Erbe Lenins war zu dieser Zeit bereits beinahe von Stalin gewonnen; gegen Ende der 1920er Jahre sollte Stalin sich dann vollständig durchsetzen.[6] Die junge brasilianische Partei wurde just zu dieser Zeit Teil des «Heeres der Weltrevolution», sodass ihre Entwicklung fortan vom Stalinismus geprägt war, der jede Möglichkeit der Rückkehr zur in der Gründungszeit vorherrschenden freien Diskussionskultur und parteiinternen Demokratie innerhalb der KI verwehrte.

Die PCB in den 1920er Jahren

Die PCB setzte bereits in ihrer Anfangszeit einige Initiativen um, die den Kommunismus in Brasilien prägten. Zwischen 1923 und 1924 entwickelte sie eine Allianz mit dem Gewerkschaftsbund Confederação Sindicalista Cooperativista Brasileira (CSCB). Obwohl es in Brasilien keine Sozialdemokratie nach europäischem Vorbild gab, beschrieb die PCB den CSCB als «reformistisch» und «sozialpazifistisch» und trug somit zu einem Diskurs bei, der die gewerkschaftliche Organisierung von Genossenschaften als «sozialdemokratisch» betrachtete und auf diese Weise in den Fokus für eine Politik der Einheitsfront rückte. Diese Einheitsfront gewährte der Partei Zugang zu breiteren Schichten und erlaubte es ihr, die Grundlage für ein organisches Wachstum der PCB zu legen.

Zwischen 1924 und 1930 trat die PCB bei Wahlen als Teil der Koalition Bloco Operário e Camponês (BOC) auf. Hierdurch konnten die Kommunisten das Verbot ihrer Partei umgehen, Forderungen artikulieren, Parlamentsabgeordnete wählen und sich an die brasilianische Gesellschaft wenden – und damit an ein noch breiteres Publikum, als es ihr der CSCB bot, in dessen Rahmen sie bisher agiert hatte.

Die PCB erhob viele Forderungen an die brasilianische Gesellschaft, von denen manche einige Jahre später erfüllt, andere jedoch bis heute nicht verwirklicht wurden.[7] Selbstredend setzte die Kommunistische Partei diese Forderungen nicht alleine um; ihr kommt vielmehr das Verdienst zu, ihnen Sichtbarkeit verliehen zu haben, wodurch die brasilianischen Arbeiter/innen sich diese über die Jahre aneignen konnten. Die Forderungen richteten sich an die breiten arbeitenden Schichten und umfassten eine ganze Reihe historischer Anliegen der brasilianischen Arbeiterbewegung. Zwar waren viele der Forderungen keineswegs neu; dennoch muss den Kommunist/inn/en angerechnet werden, dass der Ort, an dem sie gestellt wurden – nämlich die politische Ebene –, absolut neu war. Damit handelte es sich nicht mehr um exklusive Themen der Arbeiter- und Gewerkschaftswelt. Vielmehr gewannen die Themen einen neuen Aktionsradius, der durch die brasilianische Arbeiterschaft in ihrem Kampf, welcher sich von wirtschaftlichen Themen bis hin zur Erringung sozialer und politischer Rechte erstreckte, genutzt werden konnte. Auf diese Weise konnte man die Dunkelheit des Untergrunds hinter sich lassen und die eigenen Kämpfe am helllichten Tage führen.

Dieses Vorgehen war von zwei Direktiven der KI inspiriert worden. Die erste Direktive war einer Neuorientierung während des III. Kongresses 1921 geschuldet, auf dem festgestellt wurde, dass die bis dahin als Ziel vertretene Weltrevolution keine Frage von Tagen, sondern von Jahren sein würde. Politische Umstände – wie die Einführung der Neuen Wirtschaftspolitik und die Versuche der Sowjetunion, die diplomatischen und Handelsbeziehungen mit der kapitalistischen Welt wiederaufzunehmen, die Niederschlagung des kommunistischen Aufstands im März 1921 in Deutschland und die Niederlage der Roten Armee in Polen – veranlassten die Sowjetregierung zu einer Strategie des «zeitweiligen Rückzugs».[8] Von nun an galt für die kommunistischen Parteien, dass vor einer Machtübernahme zunächst die Mehrheit der Arbeiterklasse gewonnen werden musste, was man durch die Taktik der Einheitsfront und gemeinsame Aktionen – insbesondere mit der Sozialdemokratie – in den Kämpfen für die unmittelbaren Interessen der Arbeiterklasse umzusetzen versuchte. So wurde die «revolutionäre Offensive» im strategischen Tableau der Kommunistischen Internationale ersetzt durch das Ziel der «Eroberung der Massen».

Die zweite Direktive hingegen bedeutete für die brasilianischen Kommunisten ein Paradoxon. Zwar war sie auf die sogenannten Kolonien ausgerichtet, zu denen auch Brasilien gehörte; ihr konzeptuelles Gefüge war jedoch stark eurozentristisch geprägt[9] und offenbarte die Schwierigkeiten der KI, diese Gruppe von Ländern zu verstehen.

Die koloniale Frage

In der Diskussion über die Kolonialfrage standen sich auf dem II. KI-Kongress von 1920 zwei Sichtweisen gegenüber. Auf der einen Seite befand sich die stark eurozentrische Position Lenins, der zufolge die Niederlage des Kapitalismus in den Kolonien das Werk der sozialistischen Revolution in der westlichen Welt sein würde. Demgegenüber stand die Auffassung, die vom Delegierten der mexikanischen Sektion, dem Hindu Manabendra Nath Roy, vertreten wurde. Sie besagte, dass die Revolution sich genau umgekehrt, nämlich vom Osten ausgehend, vollziehen werde. Roy ging davon aus, dass die europäische Revolution von der asiatischen abhing, da der Reichtum der europäischen Länder auf den Rohstoffen dieser Länder basierte. Diese Quelle des europäischen Reichtums werde versiegen, sobald sich die Revolution in den Kolonien ausbreite, was wiederum das Ende des Kapitalismus bedeuten würde.

Die Debatten endeten mit einem Konsens, der die Bedeutung der Revolutionen in den Kolonien hervorhob, jedoch dem revolutionären Prozess der europäischen Länder den Vorrang gab. Die Beschlüsse betonten die Bedeutung der Gründung kommunistischer Parteien zur Organisierung von Arbeitern und Bauern in den Kolonien und unterentwickelten Ländern; ihre Existenz sollte eine Unterstützung revolutionärer Bewegungen befördern. Aufgrund des Fehlens starker kommunistischer Parteien in den Kolonien sei es jedoch wichtig, deren Autonomie gegenüber den revolutionären nationalistischen Bewegungen zu bewahren, die für die Unabhängigkeit von den Kolonialländern kämpften.

Diese Thesen waren primär auf Indien und China gerichtet und eigentlich eine indirekt an Großbritannien, das damals als Hauptfeind der Sowjetunion gesehen wurde, gerichtete Kampfansage. Einige Jahre lang orientierte sich das Handeln der kommunistischen Parteien in den Kolonien und unterentwickelten Ländern (zu denen auch Brasilien gezählt wurde) an diesem Beschluss. Später indes wurden die kommunistischen Parteien Teil des diplomatischen Spiels der Sowjetunion, die vorgab, dass eine Bedrohung durch Großbritannien und Frankreich die Verteidigung der Sowjetunion notwendig mache und deshalb der britische und französische Imperialismus angegriffen werden müsse. Diese Überarbeitung der Thesen von 1920 war auch Stalins fortschreitender Vorherrschaft geschuldet, insbesondere der Doktrin vom «Sozialismus in einem Land». Sie zwang die chinesischen Kommunisten, sich der Guomindang unterzuordnen, und hatte ihre tragischste Konsequenz in den von Chiang Kai-shek befohlenen Massakern von Shanghai. So gab die KI ihre ursprüngliche Gründungsfunktion zur Koordinierung der Weltrevolution auf und wurde, in den Worten Trotzkis, zur «Grenzwache» der Sowjetunion und damit zur Verteidigerin ihrer Interessen.[10]

Mit Blick auf die Geschichte der PCB erwiesen sich die 1920er Jahre als eine Zeit, in der das «Heer der Weltrevolution» keine geeignete Struktur für einen Großteil der weltweiten kommunistischen Parteien war. Zu gering war das Interesse der KI an den sogenannten Kolonien, darunter auch die Länder Lateinamerikas, zu stark der Eurozentrismus.

Diese Situation führte für den Kommunismus in Brasilien zu einem kuriosen Paradox. Einerseits gab es die entfernten und unerreichbaren «Modelle» (KPdSU und KI), die sich ihrerseits nicht wirklich bemühten, die Vorgänge auf diesem weit entfernten Subkontinent zu verstehen. Andererseits versuchte die PCB, einen Rahmen für ihre Aktivitäten zu etablieren, der gleichermaßen mit den Vorgaben Moskaus und den brasilianischen Realitäten kompatibel war. Im Ergebnis entstand eine Partei, die sich mit enormen Schwierigkeiten, wenn nicht sogar der Unmöglichkeit konfrontiert sah, zu einer Massenpartei zu werden. Da die PCB jedoch weder für die KI noch für die KPdSU von besonderem Interesse war, genoss sie einige Jahre lang relativ große Freiheiten, insbesondere hinsichtlich ihres Strebens, das eigene Handeln an der brasilianischen Realität auszurichten. In dieser Zeit erhielten die brasilianischen Kommunistinnen und Kommunisten «Ratschläge» von der KPdSU, die sie nach eigenem Ermessen «anpassten», ohne dass bei «Fehlschlägen» vonseiten der KI Maßnahmen ergriffen worden wären oder Moskau gar Ergebnisse eingefordert hätte. Es handelte sich um Ratschläge, noch nicht um Befehle.

Dennoch darf nicht unterschlagen werden, dass die KI und ihre Konzepte während der gesamten Existenz des «Heeres der Weltrevolution» für die PCB ein enormes Hindernis darstellten, insbesondere wenn es darum ging, die «nationale Bourgeoisie» und infolgedessen auch den Klassenkampf in Brasilien zu verstehen. Dies war der mechanischen Übertragung geschuldet, mit der die brasilianischen Kommunisten die Bourgeoisie ihres Landes analysierten, die sie entweder als rückständig betrachteten, sofern sie diese mit dem britischen Imperialismus assoziierten, oder als progressiv, insoweit sie die einheimische Bourgeoisie mit dem US-Imperialismus in Verbindung brachten. Auf diese Weise wurde alles auf einen Konflikt zwischen diesen beiden Varianten des Imperialismus reduziert. Dadurch fehlte ein umfassendes Verständnis der spezifischen Entwicklung der Produktivkräfte in Brasilien ebenso wie des – zu einer Zentralisierung des Staatsapparats wie auch zu Kompromissabkommen und Vereinbarungen zwischen widerstreitenden regionalen bürgerlichen politischen Lagern führenden – Konflikts. Kurioserweise wurde diese Sichtweise 1930 von den brasilianischen Trotzkisten noch konsolidiert.[11]

Von der «Einheitsfront» zum «Sozialfaschismus»

Erst nach dem VI. Weltkongress der Kommunistischen Internationale 1928 änderte sich dieses Gefüge, und der Stalinismus begann die Strukturen der PCB zu durchdringen. Darüber hinaus markierte der Kongress eine Wende der KI nach links. Der Kongress glaubte, eine «Radikalisierung der Massen» zu beobachten, die sich in zunehmenden Streiks, Auseinandersetzungen mit der Polizei und dem Auftauchen politischer Parolen (neben den ökonomischen Forderungen) auf Demonstrationen äußere. Zugleich konstatierte man eine Zuspitzung der Widersprüche des Kapitalismus, die angeblich sein Ende bedeuten sollten. Der VI. Weltkongress führte hier eine Politik ein, die als «Klasse gegen Klasse»[12] und als Politik der «dritten Phase»[13] bekannt ist. In der Praxis bedeutete diese Neuorientierung das offizielle Ende der Politik der Einheitsfront.

Mit der Definition von Revolutionsetappen führte der KI-Kongress zugleich eine Kategorisierung des revolutionären Prozesses ein, die Stalinisten bis heute für gültig halten. Dabei wurden die Länder in drei Gruppen eingeteilt: die hochentwickelten kapitalistischen Länder, in denen es zu einer Diktatur des Proletariats kommen musste; die teilweise entwickelten Länder, in denen vor einer sozialistischen Revolution bürgerlich-demokratische Forderungen umgesetzt werden müssten; und zuletzt die Kolonial-, halbkolonialen und abhängigen Länder. Für diese sei «der Übergang zur Diktatur des Proletariats allgemein nur nach einer Reihe vorbereitender Schritte und erst nach einer Phase der Transformation einer bürgerlich-demokratischen Revolution in eine sozialistische Revolution möglich» – so definierten es die Beschlüsse. Die Länder der letzten Gruppe, zu denen auch Brasilien zählte, könnten dabei auf die Hilfe der Staaten zählen, die die Diktatur des Proletariats bereits verwirklicht hätten (die UDSSR); aus eigener Kraft sei ihnen der Übergang zum Sozialismus nicht möglich.

Auf internationaler Ebene war das wohl verheerendste Resultat dieser Neuorientierung – und der mit ihr einhergehenden Ablehnung der Bildung einer Einheitsfront mit der Sozialdemokratie – die Begünstigung der Machtübernahme Hitlers 1933 in Deutschland.

Die Weisungen der KI wurden in der Region nach dem ersten Kongress der kommunistischen Parteien in Lateinamerika umgesetzt, der 1929 in Buenos Aires unter Beteiligung mittelmäßiger «Assistenten» aus Moskau stattfand, die Ende der 1920er Jahre und in der ersten Hälfte der 1930er die «tägliche Arbeit mittels ‚offenen Briefen‘ und Diktaten»[14] bestimmten. Sie führten im Fall Brasiliens nicht nur zu einer extrem sektiererischen Ausrichtung der Partei, sondern auch zur Entfremdung der gesamten Führung, die die Partei gegründet hatte. Es kam zu einem neuen Prozess der «Bolschewisierung» der brasilianischen Kommunisten unter Aufsicht der genannten «Assistenten», zu denen etwa das Ehepaar Guralsik (Ines und Abraham I. Heifetz) oder Pierre (Zakari M. Rabinovitch) gehörten, die eine Linie der «Proletarisierung der Kommunistischen Parteien» durchsetzten. Im Falle Brasiliens bedeutete dies ganz banal die Ersetzung «Intellektueller» durch «Proletarier» in der Parteiführung, was als «Obreirismo» («Arbeiter-ismus») bezeichnet wurde. Dies führte die PCB in eine lange Phase der Isolierung und des Sektierertums, während der die Kommunisten darauf insistierten, dass Demonstrationen und Streiks bedeuteten, dass sich das Land in einem Zustand permanenter Revolution befände, weshalb sie, logischerweise völlig erfolglos, versuchten, «Sowjets» zu gründen. Im Rahmen der «dritten Phase» und mit der Ankunft von Aktivisten und Militärs aus dem Umfeld von Luiz Carlos Prestes, die 1933-1934 die Führung der PCB übernahmen, kam die Partei zu den Ereignissen der Militärrevolten vom November 1935.

Der inhärente Widerspruch der «Volksfront»

Mit der Niederlage der ultralinken Politik der «dritten Phase», symbolisiert durch den Sieg Hitlers in Deutschland, machte die KI – ohne irgendeine Selbstkritik zu üben – eine Kehrtwende. Plötzlich wurde die «Volksfront» beschworen. Auf dem VII. Weltkongress 1935 (dem letzten, bevor die KI 1943 als Zeichen des «guten Willens» gegenüber den Alliierten aufgelöst wurde) entschied man, die Volksfront zu einer bloß taktischen Struktur mit defensivem Charakter zu machen. Die allgemeinen Vorgaben zum Aufbau dieser Fronten reichten zur Etablierung eines «konkreten Projekts, einen sozialen Block der Arbeiterklasse als Alternative zum System aufzubauen», nicht aus.[15] So waren die Vorgaben für Kolonial- und Semikolonialländer in Bezug auf die Rolle der Bauern oder Bündnisse mit der nationalen Bourgeoisie weder hinreichend noch präzise genug. Sie waren aufs Taktieren ausgerichtet, sodass die Lücken entweder mit Verweis auf die Beschlüsse früherer KI-Kongresse geschlossen werden konnten oder einfach als gegeben hingenommen wurden. Die Volksfront machte demokratische Forderungen und andere Zwischenziele im Rahmen der bürgerlichen Gesellschaft zu einem Selbstzweck und ließ die Frage des Bruchs mit dieser Gesellschaft außen vor. Mit anderen Worten könnte man sagen, dass man den Faschismus und nicht länger den Kapitalismus zum größten Feind erklärte.

Die brasilianischen Militärrevolten vom November 1935 werden von der Rechten bis heute falsch dargestellt, so als seien sie in Moskau beschlossen und von der Kommunistischen Internationale direkt angeordnet worden. Dieses antikommunistische Konstrukt ist zwei Missverständnissen geschuldet: erstens mit Blick auf die Bedeutung der Volksfront, und zweitens hinsichtlich der Art und Weise, wie sich die Aliança Nacional Libertadora (ALN) in die Politik der Volksfront einfügte. In der Tat «war die ALN in Wirklichkeit für die Komintern eine antiimperialistische Einheitsfront, eine Art der Volksfront in einem halbkolonialen Land wie Brasilien, und die Kommunisten führten die begonnene Arbeit mit ihren Alliierten, den Leutnants, Repräsentanten des demokratischen Kleinbürgertums, fort».[16]

Doch damit nicht genug: Selbst nach den fehlgeschlagenen Militärrevolten von 1935 musste die PCB, mittlerweile aus dem Untergrund und gegen brutale Repression kämpfend, noch auf Zuruf springen. Einer dieser «Sprünge» war es, im Sinne der «Volksfront» die US-Außenpolitik in Lateinamerika zu unterstützen, insbesondere nach dem Putsch im November 1937, der in die Diktatur des Estado Novo mündete. Den Putsch interpretierten die Kommunistinnen und Kommunisten als gegen die inneren demokratischen Kräfte und den Einfluss jener Staaten gerichtet, die Frieden und Demokratie propagierten, womit in erster Linie die Vereinigten Staaten gemeint waren. Deshalb sollten die Kommunisten sich vom «hergebrachten Sektierertum» verabschieden und Abkommen mit allen Gruppen, Klassen, Parteien und Vereinen schließen, die bereit waren, gegen den Faschismus zu kämpfen. Hierunter fielen auch der US-amerikanische und der britische Imperialismus. Die Verteidigung der Losung «Kampf allen Imperialismen» wurde nunmehr zunehmend als eine «trotzkistische» Position wahrgenommen.

Die nächste Verbiegung, die allerdings allen kommunistischen Parteien abverlangt wurde, war besonders unangenehm, nämlich die Verteidigung des Hitler-Stalin-Paktes, der kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geschlossen wurde.[17] Nach der Invasion der Sowjetunion durch Deutschland wurde diese hinfällig, und die vorherige Position wurde wieder aufgegriffen, wobei jetzt, unter Getulio Vargas, die Verteidigung der «Nationalen Einheit» hinzukam, die den Eintritt Brasiliens in den Zweiten Weltkrieg auf der Seite der Alliierten erzwingen sollte.

Die Repression nahm in Getulio Vargas Estado Novo derartige Dimensionen an, dass das Zentralkomitee der PCB, wie die Partei insgesamt, durch Verhaftungen auseinandergerissen wurde. Erst 1943 – kurioserweise nur Monate, nachdem Stalin die KI aufgelöst hatte – konnten die Kontakte zwischen den verschiedenen Organen der PCB wiederbelebt und bei der Konferenz von Mantiqueira eine neue Parteiführung bestimmt werden. Bei diesem Ereignis wurde Luiz Carlos Prestes, der zu dieser Zeit in Gefangenschaft war, in Abwesenheit zum Generalsekretär der PCB gewählt. Festzuhalten bleibt, dass die stalinistische Kultur, und keineswegs nur ihr Personenkult, in Brasilien überlebte und weiter gedieh.

Die PCB war während ihrer gesamten Existenz von tiefen Widersprüchen gezeichnet. Die brasilianischen Kommunistinnen und Kommunisten standen einerseits, insbesondere nach 1929-1930, unter starkem Druck der Kommunistischen Internationale im Sinne der Doktrin des «Sozialismus in einem Land» und spürten den Einfluss der diplomatischen und strategischen Interessen der Sowjetunion. Auf der anderen Seite präsentierten sie sich der brasilianischen Gesellschaft als Vertreter der Kommunistischen Internationale und als Symbole der Errungenschaften sowjetischer Arbeiter/innen. In den Augen brasilianischer Arbeiter/innen waren die Kommunisten daher ein Ausdruck der Errungenschaften einer Arbeiterregierung und eines Arbeiterstaates, und sie verwiesen auf die Hoffnung, etwas Derartiges auch in Brasilien umzusetzen.

Dieser gelebte Zwiespalt sorgte dafür, dass die Kommunisten – mal beschleunigend, mal bremsend – auf die sozialen Kämpfe einwirkten: Sie waren dabei, aber ihre Mitwirkung blieb immer den Interessen des sowjetischen Staates untergeordnet. Da es an einer Führung fehlte, die zur Lösung dieses Paradoxes fähig gewesen wäre, zogen viele Kommunisten in Brasilien den Kult des Apparats dem Straßenkampf vor. Das Ergebnis war ernüchternd: Manchmal, und nicht gerade selten, ging der Protest auf den brasilianischen Straßen eigene Wege und hörte nicht mehr auf die Kommunistinnen und Kommunisten.

Dainis Karepovs arbeitete bis vor Kurzem im Historischen Archiv des Parlaments des Bundesstaates São Paulo, Brasilien, und lebt jetzt als freier Autor in São Paulo.

Übersetzung: Tim Jack, Lektorat und Redaktion: Albert Scharenberg

[1] Eric J. Hobsbawm, Das Zeitalter der Extreme Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Carl Hanser Verlag, 1995.

[2] Brasilien, wo der Neoliberalismus und die extreme Rechte nach dem Putsch von 2016 erneut die Macht übernommen haben, ist ein für Beobachter/innen erstaunlicher Sonderfall, für den der Antikommunismus aus der Zeit des Kalten Krieges und die Doktrin nationaler Sicherheit bis ins 21. Jahrhundert überlebt haben.

[3] Vgl. Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (Brasilianisches Institut für Geographie und Statistik), Anuário estatístico do Brasil 1995. Rio de Janeiro: IBGE, 1995; Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, Estatísticas históricas do Brasil: Séries econômicas, demográficas e sociais de 1550 a 1988. 2. Aufl., Rio de Janeiro: IBGE, 1990.

[4] So wurde etwa das Kommunistische Manifest in Brasilien erstmalig im Jahr 1924 und «Das Kapital» erst 1968 veröffentlicht.

[5] Paulo Sérgio Pinheiro, Estratégias da ilusão – A Revolução Mundial e o Brasil (1922-1935). São Paulo: Companhia das Letras, 1991, S. 60.

[6] Pierre Broué, História da Internacional Comunista, 1919-1943 (Band 1). São Paulo: Sundermann, 2007, S. 475.

[7] Die Forderungen der Kommunist/inn/en in Wahlprogrammen während der zweiten Hälfte der 1920er Jahre umfassten: Verteidigung der politischen Freiheiten der Arbeiter/innen (Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit, die Gedanken- und Meinungsfreiheit), Anwendung und Überwachung der Arbeitsgesetzgebung, Reduktion der Arbeitszeit von acht auf maximal sieben Stunden pro Tag und der Wochenarbeitszeit von 44 auf 40 Stunden, Verbot der Kinderarbeit, Festsetzung von Preisen für Grundgüter des täglichen Bedarfs, Schaffung von Kooperativen, Kontrolle der Preise im Nahverkehr, Wohnungsbau für Arbeiter/innen, Verstaatlichung ausländischer Unternehmen in strategischen Sektoren wie Eisenbahn, Bergbau und Elektrizität, die Überprüfung der Konzessionen für öffentliche Dienste, die von ausländischen Unternehmen bereitgestellt werden, kostenlose und verpflichtende Grundbildung und Ausbildung, öffentliche Gesundheit, Wohlfahrt, öffentliche Ausschreibung der Stellen im öffentlichen Dienst, geheimes Wahlrecht und Wahlpflicht, Wahlrecht für Soldaten und Frauen, Wahlrecht für Analphabeten, vereinfachte Einschreibung ins Wahlregister, Herabsetzung des Wahlalters von 21 auf 18, Änderung des Mehrheits- zu einem Verhältniswahlrecht, Anerkennung der UDSSR, Rücknahme des Ausnahmezustands, Steuern nur für die Reichen, Verbot körperlicher Züchtigung, Gehaltserhöhungen und Verbesserungen für das Militär, Schuldenerlasse, Konfiszierung und Verstaatlichung von Land, Agrarreform und «Schaffung bewaffneter Organisationen der Landarbeiter», das Recht der Indigenen, ihre eigene Kultur zu leben, Senkung der Mieten und Anreize für den Bau von Wohnungen für die Mittelschicht.

[8] Leon Trotzki, Report on «The Balance Sheet» of the Third Congress of the Communist International (Delivered at the Second Congress of the Communist Youth International, July 14, 1921), in: Leon Trotzki, The First Five Years of the Communist International (Vol. 1). 2. Aufl. New York: Monad Press, 1977, S. 308.

[9] Zum eurozentristischen Charakter der KI vgl. Fernando Claudin, Die Krise der kommunistischen Bewegung, 2 Bde., Berlin: Olle & Wolter, 1977; Marta Dassú, Frenteúnica e frentepopular: O VII Congresso da Internacional Comunista, in: Eric Hobsbawm (Hg.), História do marxismo. Vol. VI. Rio de Janeiro: Paz e Terra, 1985, S. 326.

[10] Leon Trotzki, A Revolução Permanente. 2. Aufl. São Paulo: Expressão Popular, 2007, S. 44f.

[11] Neto José Castilho Marques, Solidão revolucionária: Mario Pedrosa e as origens do trotskismo no Brasil. São Paulo: Rio de Janeiro: Paz e Terra, 1993.

[12] Von diesem Zeitpunkt an argumentierte man, dass die nationale Bourgeoisie nicht länger eine revolutionäre antiimperialistische Kraft sei, weshalb die Kommunist/inn/en nicht länger Bündnisse mit diesen Kräften suchen sollten. Dies führte zu einer Politik, die Bündnisse mit der Sozialdemokratie ausschloss, die nun als «sozialfaschistisch» eingestuft wurde.

[13] Die erste von 1917 bis 1923 wird als Krise des Kapitalismus und revolutionärer Aufschwung gesehen, die zweite von 1923 bis 1927 als teilweise Stabilisierung des Kapitalismus und die dritte, ab 1927, als relative Stabilisierung des Kapitalismus mit einer Ausweitung der kapitalistischen Wirtschaft, begleitet vom Wachstum sozialistischer Wirtschaftsformen in der UDSSR. Diese würden die Stabilisierung des Kapitalismus beenden und die allgemeine Krise des Kapitalismus verstärken. Vgl. die Thesen zu den Aufgaben der Kommunistischen Internationale, in: Internacional Comunista. VI Congreso de la Internacional Comunista (Vol. 1). México (DF): Pasado y Presente, 1977, S. 96.

[14] Broué, a.a.O. (Vol. 1), S. 625.

[15] Dassú, a.a.O., S. 325.

[16] Broué, a.a.O. (Vol. 2), S. 848 (Hervorhebung im Original).

[17] Zu den Folgen des Abkommens von 1939 und der Beteiligung von Kommunisten an der Nazi-Zeitung «Meio-Dia» in Rio de Janeiro, die von der deutschen Regierung finanziert wurde, vgl. Joel Silveira und Neto Moraes, Geneton. Hitler/Stalin: O pacto maldito. Tudo sobre o pacto que estarreceu o mundo. Rio de Janeiro: Record, 1990.