Publikation Kommunikation / Öffentlichkeit - Digitaler Wandel - Digitalisierung und Demokratie Schluss mit lustig?

TikTok als Plattform für politische Kommunikation

Information

Reihe

Studien

Autor/innen

Marcus Bösch, Chris Köver,

TikTok ist die am schnellsten wachsende SocialMedia-Plattform der Welt, sie wurde bereits mehr als zwei Milliarden Mal heruntergeladen. Durch einen neuartigen Algorithmus können Videos im Kurzformat in kürzester Zeit verbreitet werden. Dadurch bilden sich Stars und Trends enorm schnell heraus – auch deshalb, weil die App bei Jugendlichen besonders beliebt ist. Zum ersten Mal kommt solch eine auch im globalen Norden beliebte App nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus China, was auf eine Hegemonieverschiebung in der kreativen Digitalwirtschaft hindeutet. Wie bei allen Social-Media-Plattformen ist die Kritik an Zensur, Shadowbans und politischer Manipulation existent und auch berechtigt. So konnte TikTok mehrfach die Zensur unliebsamer Inhalte nachgewiesen werden, insbesondere queerer und chinakritischer Beiträge (u.a. von der Ko-Autorin dieser Studie, Chris Köver von netzpolitik.org).

TikTok formulierte zwar mehrfach den Anspruch, die Plattform sei «unpolitisch», dennoch sorgten Millionen Nutzer*innen bei Protesten wie Black Lives Matter und Fridays for Future für eine Politisierung der Plattform. Und dies trifft auch – wie oben dargestellt – auf den US-Wahlkampf zu, wobei die App eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung der jüngsten Wähler*innen spielte. Ebenfalls daran beteiligt sind Superstars der Plattform wie Charli D’Amelio, die mit 112,9 Millionen Follower*innen eine gigantische Reichweite besitzt.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung interessiert sich für die politischen Potenziale von TikTok: Welche Kommunikationsformen sind präsent, wie werden emanzipatorische und linke Inhalte auf dieser Plattform kommuniziert? Was können wir aus den politischen Mobilisierungen lernen? Die vorliegende Studie ist Teil einer langfristig angelegten Analyse der Entwicklung von Social-MediaPlattformen im Hinblick auf ihre kritischen Potenziale und Chancen für linke Aktivist*innen. Klar ist, dass es trotz aller berechtigten Kritik an den Plattformen und der Notwendigkeit des Aufbaus unabhängiger und nicht-proprietärer Social-Media-Angebote eine linke Präsenz in diesen Medien geben muss. Diese Studie soll zum besseren Verständnis und zur Umgestaltung der sozialen Medien einladen.

Die Autor*innen

Marcus Bösch arbeitet als Journalist und Berater. Er veröffentlicht den wöchentlichen Newsletter «Understanding TikTok» und unterstützt Medienanbieter und Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von TikTok-Formaten.

Chris Köver ist Journalistin und Redakteurin bei netzpolitik.org. In ihrer Arbeit recherchiert sie zu den Querverbindungen von digitalen Technologien und sozialer Gerechtigkeit, maschinellem Lernen und Diskriminierung, Überwachung und Geschlecht – aus einer intersektional feministischen Perspektive.

    Inhalt

    • Vorwort
    • Zusammenfassung
    • Einleitung
    • Was ist TikTok?
      • Zensur und Shadowbanning auf TikTok
      • Datenschutz und Sicherheit bei TikTok
      • Mehr als tanzende Teenager
      • Mit welchen Methoden sind «Creator» auf der Plattform erfolgreich?
    • Analyse ausgewählter politischer TikTok-Accounts
      • Analyseraster
      • TikTok als Ort der politischen Kommunikation
      • Sag es mir, ohne es zu sagen: Markus Blume und Felix Schulz
    • Linke Öffentlichkeit auf TikTok
      • Medien, Stiftungen, Politiker*innen auf TikTok
      • Politisierte Nutzer*innen auf TikTok
      • Professionelle Accounts und #LernenMitTikTok
      • Woran hapert es?
    • Handlungsempfehlungen
    • Fazit 

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