Publikation Arbeit / Gewerkschaften - Commons / Soziale Infrastruktur - Corona-Krise Solidarität in der Transformation

Fortschrittspotenziale in Zeiten der Krise

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Reihe

Online-Publikation

Autor/innen

Richard Detje, Dieter Sauer,

Erschienen

Juli 2021

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«Solidarität» im gegenwärtigen Sprachgebrauch ist vor allem ein Krisenbegriff: Zusammenstehen in Notzeiten. «Wenn wir in den Monaten der Pandemie eines gelernt haben, dann das: Niemand bewältigt diese Krise allein. Nur als Wir, nur wenn wir gemeinsam handeln, finden wir den Weg in eine gute Zukunft», heißt es im Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zum 1. Mai 2021. Doch was konstituiert dieses WIR? «Individuelle Verwundbarkeit» sei das «Grundmodell der Solidarität», erläutert der Soziologe Heinz Bude und fügt hinzu: «Man kann noch so reich, noch so schlau sein: Man kann sich nicht selbst schützen, wenn andere sich nicht auch schützen.» (Zit. n. DGB 2021)

Solidarität jenseits von Stand und Klasse, Reich und Arm, oben und unten? Was bedeutet «Solidarität», wenn in der Krise die gesellschaftliche und arbeitsweltliche Spaltung verstärkt wird? Wenn die Bereiche prekären Lebens und Arbeitens weiter anwachsen? Was bleibt von «Solidarität », sobald die Finanzierung der Krisenlasten auf der Tagesordnung steht? Wenn das Einfordern von «Solidarität» in eine Politik garantierten Reichtums an der Spitze der Wohlstandspyramide und erneuter Abstiegsdynamik am Sockel übergeht? Was bleibt von einem widerständigen, eigensinnigen Solidaritätsbegriff?

Inhalt:

  • 1 Prolog
  • 2 Transformation im Krisenprozess – Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Entwicklungsdynamiken
  • 3 Rückkehr des Staates in Zeiten einer «Krise der Demokratie»
  • 4 Solidarität in der Arbeitswelt – Versuch einer begrifflichen Klärung
  • 4.1 Die Grundlage: die kooperative Struktur des Arbeits- und Verwertungsprozesses
  • 4.2 Zwischenschritt: Kollegialität
  • 4.3 Gemeinsamer und antagonistischer Interessenbezug: Solidarität
  • 5 Gerät Solidarität in der Konkurrenz um Arbeitsplätze unter die Räder?
  • 6 Zuspitzungen arbeitsweltlicher Problemlagen – das Leistungsregime als Solidar- und Demokratiehürde
  • 7 «Digitaler Kapitalismus» ist weder «digitaler Taylorismus» noch disruptiver Neustart
  • 8 Erosion der Kooperationsbeziehungen
  • 9 Kollegialität und Solidarität in der Corona-Krise
  • Literatur

Richard Detje ist Mitarbeiter von WISSENTransfer und Mitglied im Vorstand
der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Dieter Sauer ist Sozialforscher am Institut für sozialwissenschaftliche Forschung München
und Honorarprofessor für Soziologie.

Richard Detje und Dieter Sauer arbeiten seit Längerem gemeinsam zu den Themen
betriebliche Restrukturierung, Krisenentwicklung und -bewusstsein, Rechtspopulismus,
Demokratie und Solidarität in der Arbeitswelt.