Publikation Kultur / Medien - Geschichte - Deutsche / Europäische Geschichte Sozialistische Filmkunst

Eine Dokumentation von Klaus-Detlef Haas, Dieter Wolf (Hrsg.). Manuskripte 90 der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Information

Reihe

Manuskripte

Autor/innen

Klaus-Detlef Haas, Dieter Wolf,

Erschienen

April 2011

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Nur online verfügbar

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Die vorliegende Schrift soll Filmfreunde, also Sie, sehr geehrte Leserin, geehrter Leser, mit der Reihe »Kino der Wünsche – Weltkino in einer Filmreihe zu Gast bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung« vertraut machen, die bereits auf sechs erfolgreiche Jahre zurückblicken kann.

Für die Aufnahme dieses Kulturprojekts in das Angebot der Rosa-Luxemburg-Stiftung gab es mehrere Gründe. Nach wie vor sind viele großartige Werke der DEFA, aber auch der sowjetischen
Filmkunst, der öffentlichen Wahrnehmung und Würdigung weitgehend entzogen. Nicht kulturell-geistige, sondern marktwirtschaftliche Orientierung bestimmt die Praxis der Verleiher und Lichtspieltheater, selbst die der wenigen Repertoire-Kinos und ihre Präsentation stilprägender Arbeiten aus der Filmgeschichte.

Wer im Fernsehen, auch im öffentlich-rechtlichen, eine Wiederbegegnung mit diesem Teil des kulturellen Erbes sucht, wird meist auf das Spätabend- oder Nachtprogramm verwiesen. Für die meisten westdeutschen und die jüngeren ostdeutschen Zuschauer ist damit ein erster Rückblick auf einen wichtigen Teil der Kunst- und Lebenswirklichkeit der jüngeren Vergangenheit versperrt.

Manche DEFA-Filme und ihre Urheber sind aus ideologischen Gründen sehr zu Unrecht verunglimpft und dem Vergessen anheimgestellt oder noch immer öffentlich den Vorurteilen durch Ignoranten ausgeliefert, selbst durch solche, die es besser wissen könnten, wie Volker Schlöndorff.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung fügt mit dieser Kino-Reihe ihrem Bildungsauftrag eine wichtige Facette hinzu und beseitigt damit ein bedenkliches Defizit öffentlicher Wahrnehmung und erlaubt so einem interessierten Publikum das eigene Urteil.

Die Broschüre gibt einen Überblick über die bisher gezeigten Filme und liefert damit zugleich ein interessantes Nachschlagewerk über die beteiligten Filmschaffenden und Schauspieler, auch mit wichtigen Auskünften über die zeitgenössische Wertung und Kritik.

Seit langem/längerer Zeit wird die Reihe von Dr. Dieter Wolf durch kenntnisreiche Einführungen begleitet, die nun in der Broschüre zusammengefaßt sind. Als Dramaturg der DEFA, sechsundzwanzig Jahre auch Leiter der Gruppe Babelsberg, ist er ein inzwischen seltener Zeitzeuge. Er vermittelt wertvolle persönliche Einblicke in die Studiopraxis, in die Entstehungs- und Werkgeschichte vieler Filme und die zeitgeschichtlichen Hintergründe mit all ihren administrativen Bedingungen und tagespolitischen Einflüssen.

Sie, liebe Lesende, finden in der vorliegenden Schrift Material über Konrad Wolf, Günter Reisch, Egon Günther und andere Regisseure. Es ist als Information für die Besucher erarbeitet worden, da die Idee zur Kino-Reihe aus Anlaß des 80. Geburtstages von Konrad Wolf im Jahr 2005 entstand. Reisch und Günther begingen 2007 ihren »80.«; so gab es Grund genug, auch diesen beiden Regisseuren
besondere Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen.

Sie werden sich fragen, warum Sie in diesem Buch nicht für alle Filme eine Einführung finden. Zum einen ist die Zusammenarbeit mit Dr. Dieter Wolf erst allmählich zustande gekommen, und er hat zunächst nur zu diesem oder jenem Film einleitende Worte vorgetragen. Zum anderen haben wir auf eine Einleitung verzichtet, wenn – vor oder nach der Filmvorführung – Gäste zu einem Publikumsgespräch eingeladen waren. Für »Die Beteiligten« erarbeitete Dieter Römmler Material über den dem Film zugrundeliegenden Kriminalfall aus dem Jahr 1964 und trug es als Einleitung vor; auch das wollen wir Ihnen hier zur Kenntnis bringen.

Der Herausgeber dankt auch im Namen der Zuschauer der Leitung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dr. Angelika Haas für die akribische Vorbereitung und Begleitung der Filmreihe, nicht zuletzt für die sorgsame Erarbeitung des umfangreichen Begleitmaterials, Angela Müller für die zuverlässige Organisation und Sicherung der Vorführungen sowie dem Progress-Filmverleih für die großzügige
und operative Unterstützung.

Diese Schrift bietet den langjährigen treuen Besuchern eine bleibende Erinnerung an gemeinschaftliche interessante Filmerlebnisse. Vielleicht regt ihr reiches Material auch neue und jüngere Zuschauer zum Besuch unserer künftigen Veranstaltungen an.

Klaus-Detlef Haas