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Publikation : Osteuropa in Tradition und Wandel

Heft 2. Zwischen sozialer Transformation und nationaler Identifikation (I). Autor*innen: Erhard Crome, Eckart Mehls, Bernd Koenitz, Dietmar Endler, Olaf Kirchner

Wichtige Fakten

Erschienen
Januar 1995
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Nur online verfügbar

Details

Zum Geleit

Das vorliegende zweite Heft der Reihe „Osteuropa in Tradition und Wandel„, hervorgegangen aus Beiträgen zur gemeinsamen Kolloquienreihe der Sektion Osteuropaforschung der Gesellschaft für Kultursoziologie e. V. und des Rosa-Luxemburg-Vereins e. V. Leipzig, beinhaltet erneut methodologische und Fallstudien zu den Themenkomplexen sozialer Transformationsprozesse
und nationaler Identitätssuche in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, die mit weiteren Heften fortgesetzt werden sollen.

Die disziplinäre Sicht des Politologen Erhard Crome, des Historikers Eckart Mehls sowie der Sprach- und Literaturwissenschaftler Bernd Koenitz und Dietmar Endler auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede sozialer Umbrüche und historischer Nationwerdung soll uns helfen - nach weiteren, in Arbeit befindlichen Studien -, in komparativer und interdisziplinärer Zusammenschau
ein Bild von den Ursachen und Inhalten, Abläufen und Konsequenzen gesellschaftlichen Wandels in der osteuropäischen Region zu gewinnen.

Allzu linear und häufig arg verkürzt werden die jüngste Implosion tradierter etatistisch-koUektivistischer Strukturen und die gegenwärtige Transplantation marktwirtschaftlich-individualistischer Strukturen allein auf realsozialistische Deformationen zurückgeführt, ohne die lange historische Verwurzelung vieler heutiger Probeme in Verwerfungen bäuerlich-patriarchalischer, mittelalterlich-multiethnischer und kryptobürgerlich-neuzeitlicher Entwicklungen in den Blick zu nehmen. Geschichte aber ist weder auszublenden noch zu überspringen, sie bewegt sich weder in Siebenmeilenstiefeln noch in alternativlosen Vorgaben, sie gehorcht weder formativen Automatismen noch messianischen Modernisierungslehren, keinem Überstülpen von Modellen.

Insofern in der Geschichte der Fortschrittsgedanke obwaltet, bedarf es der Besinnung auf humanistische Aufklärung, einer vorurteilsfreien Anschauung und Analyse, aber auch originärer und alternativer Lösungssuche der handelnden Subjekte. Und eines unverbesserlichen historischen Optimismus. Gerade heute.
Ernstgert Kalbe

Inhalt

  • 1. Zum Geleit (S. 5)
  • 2. Erhard Crome: Vergleichende Osteuropaforschung. Einige methodische und theoretische Aspekte (S. 7)
  • 3. Eckart Mehls: Zum Transformationsprozeß in Polen. Bemerkungen eines Historikers (S. 19)
  • 4. Bernd Koenitz: “Wir sind ein kleines Volk“ Zu den Existenzbedingungen der tschechischen Nation und ihren Wirkungen (S. 37)
  • 5. Dietmar Endler: Südslawische Literaturen im Spannungsfeld zwischen nationaler Identitätssuche und zwischennationalen Gemeinsamkeiten (S. 55)
  • 6. Olaf Kirchner: Kolloquia des Leipziger Gesprächskreises Osteuropa (S. 71)
  • 7. Zu den Autoren dieses Heftes (S. 77)
  • 8. Kolloquia der Gesellschaft für Kultursoziologie für 1996 (S. 79)
  • 9. Weitere Veröffentlichungen des Rosa-Luxemburg-Vereins (S. 81)

Rosa-Luxemburg-Verein und Gesellschaft für Kultursoziologie, Leipzig 1995. Herausgegeben von Wolfgang Geier, Ernstgert Kalbe und Manfred Neuhaus. 89 S.

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