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Der „Marsch für das Leben“ mobilisiert jährlich unter dem Deckmantel des „Lebensschutzes“ für die Einschränkung reproduktiver Rechte, gegen geschlechtliche Selbstbestimmung und gegen feministische Errungenschaften.
In seinem Vortrag machte der Soziologe Andreas Kemper deutlich, dass der „Marsch für das Leben“ nicht nur ein Treffen konservativer Abtreibungsgegner:innen ist. Vielmehr handelt es sich um ein Sammelbecken unterschiedlicher antifeministischer Kräfte – von christlich-fundamentalistischen Organisationen über rechte Thinktanks bis hin zu parlamentarischen Vertreter:innen der extremen Rechten. Diese Allianzen, so Kemper, seien nicht nur rückwärtsgewandt, sondern zielten aktiv darauf ab, die Rechte von Frauen, queeren Menschen und insbesondere das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper einzuschränken.
Kemper skizzierte, wie antifeministische Strukturen international vernetzt sind, welche Rolle Geldgeber:innen und Lobbyorganisationen spielen und welche Gefahren für eine offene, demokratische Gesellschaft daraus erwachsen. Er betonte zugleich die Bedeutung solidarischer Bündnisse: Nur wenn Feminist:innen, queere Communities, zivilgesellschaftliche Initiativen und demokratische Kräfte gemeinsam handeln, lasse sich der wachsende Einfluss antifeministischer Bewegungen zurückdrängen.
Die Veranstaltung in Köln machte deutlich: Gegen den „Marsch für das Leben“ braucht es nicht nur Protest auf der Straße, sondern auch Aufklärung über die ideologischen Hintergründe. Mit seinem Vortrag hat Andreas Kemper hierfür wichtige Impulse gesetzt.

