
Vom 20. bis 24. Oktober 2025 sind im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) 63 Staaten zusammengekommen, um zum elften Mal über ein internationales Menschenrechtsabkommen zur Regulierung von Unternehmen und ihrer Wertschöpfungsketten (auch «UN-Treaty» genannt) zu verhandeln. Bislang fehlt es an wirksamen Mechanismen, um Unternehmen bei Menschenrechts- und Umweltverstößen wirksam zur Rechenschaft zu ziehen. Bestehende Handels- und Investitionsabkommen begünstigen Deregulierung und verhindern stärkere Umwelt- und Menschenrechtsstandards. Mithilfe eines verbindlichen UN-Vertrages sollen Menschenrechte Vorrang vor Profitinteressen bekommen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung übernehmen müssen.
Celia Sudhoff ist Programmleiterin Globale Gerechtigkeit und Unternehmensverantwortung beim Global Policy Forum Europe (GPF).
In diesem Jahr wurde besonders über die konkrete Ausgestaltung der internationalen Zusammenarbeit gestritten. Zivilgesellschaftliche Gruppen warnten vor dem wachsenden Einfluss wirtschaftlicher Interessen, die den Verhandlungsprozess zunehmend zu vereinnahmen drohten («Corporate Capture»). Trotz kontroverser Positionen wurden Fortschritte bei der Inklusion des Rechts auf eine saubere Umwelt und eines vereinfachten Zugangs zu Recht erzielt. Mit der verabschiedeten Roadmap für 2026 ist ein strukturiertes Vorgehen zur weiteren Kompromissfindung vereinbart, doch bleibt ungewiss, ob angesichts politischer und finanzieller Hürden eine Einigung über ein verbindliches Abkommen in naher Zukunft gelingen wird.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung verfolgt den Prozess bei den Vereinten Nationen seit vielen Jahren und berichtet regelmäßig über die Entwicklungen in Zusammenarbeit mit dem Global Policy Forum Europe (GPF). Dieses Briefing Paper informiert über die wichtigsten Entwicklungen und Ergebnisse der elften Verhandlungsrunde und ordnet diese politisch ein.