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Publikation : Putsch statt Revolution

Die Kommunistische Internationale in Mitteldeutschland 1921

Wichtige Fakten

Reihe
Verlagskooperation
Erschienen
August 2025
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Putsch statt Revolution

Mit der sogenannten Märzaktion sollten die der Kommunistischen Internationale naherstehenden Teile der Arbeiterbewegung in Deutschland mit einer bewaffneten Revolte wieder in die Offensive gebracht werden. Sie endete in einer gravierenden Niederlage mit etwa 180 Toten und vielen Verwundeten. Etwa 6.000 Beteiligte wurden verhaftet, ca 4.000 von ihnen zu insgesamt 2.000 Jahren Gefängnis verurteilt. Acht erhielten lebenslange Haftstrafen, vier wurden zum Tode verurteilt. Gravierender waren die Folgen für die Arbeiterbewegung insgesamt.

Der Hintergrund: Der Sieg über die zaristische Konterrevolution – die Bolschewiki hatten im November 1917 in Russland die Macht übernommen – war im Herbst 1920 endgültig besiegelt. Nach dem Sieg über die ausländischen Interventionstruppen zersplitterte sich allerdings die revolutionäre Front. Für die Bauern, die während des Bürgerkriegs und des „Kriegskommunismus“ die Bolschewiki kostenlos mit Lebensmitteln versorgt hatten, hatte die Revolution vor allem die Durchsetzung kapitalistischer Verhältnisse auf dem Land bewirkt. Vor allem in Südrussland brachen im Winter 1920/21 gegen die Bolschewiki große Bauernaufstände aus.

Auch viele Arbeiter, in deren Namen eine „Diktatur des Proletariats“ errichtet worden war, begannen zu opponieren – war doch längst aus der Diktatur einer Klasse, eines solidarischen Prinzips, die Diktatur einer einzigen Partei geworden. Ausgerechnet die Elitetruppen der Bolschewiki, die Matrosen von Kronstadt, bliesen zum Aufstand – und wurden ebenso wie die Bauern blutig niedergeworfen.

Die Politiker um Lenin weigerten sich zu akzeptieren, dass die Revolution 1921 in Russland zwar das maximal Mögliche erreicht hatte: die Beendigung des Weltkrieges und die Überwindung der feudalen Schlacken erreicht hatte, aber perspektivisch nur in einer parlamentarischen Demokratie eine Zukunft gehabt hätte. Stattdessen entschieden sich die Bolschewiki, an der Macht zu bleiben und die Revolution nach außen und auch nach Deutschland auszudehnen. Dazu erfanden sie eine „Offensivtheorie“, was darauf hinauslief, im Ausland einen Putsch anzuzetteln. Diese „Offensivtheorie ist […] in keinem deutschen Schädel entstanden. Sie wurde nach Deutschland mitgebracht als ein Reisepräsent aus Kreisen - wie man offiziös sich ausdrückt -, die dem kleinen Bureau der Exekutive [der Kommunistischen Internationale] nicht allzu fernstehen. Die deutschen Zentralmitglieder [der KPD] waren nur die Trottel, sie unbesehen anzunehmen.“ (Paul Levi)

Jörn Schütrumpf hat erstmals alle heute erreichbaren Dokumente zu dieser Aktion zusammengetragen.

Jörn Schütrumpf

Putsch statt Revolution
Die Kommunistische Internationale in Mitteldeutschland 1921

Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung im VSA:Verlag.

Der Autor

Dr. Jörn Schütrumpf war bis 2022 Leiter der Fokusstelle Rosa Luxemburg am Historischen Zentrum der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Er hat u.a. die Schriften von Paul Levi herausgegeben.

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