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Publikation : Sichtbarkeit und Sicherheit

Die Auswirkungen rechter Gegenmobilisierungen auf Pride-Teilnehmende in Sachsen. Autor*innen: Lea Bellmann, Bastian Stock

Wichtige Fakten

Erschienen
März 2026
Bestellhinweis
Nur online verfügbar

Details

Abstract

„Wir kriegen euch alle“ – Drohungen wie diese sind auf sächsischen Pride-Events und Christopher Street Days zur neuen Realität geworden. Spätestens seit der Saison 2024 treten rechte Gegenmobilisierungen mit einer neuen Qualität und einem erschreckenden Organisationsgrad auf. Vor diesem Hintergrund liefert diese Studie erstmals tiefgreifende Einblicke in die Auswirkungen auf die Pride-Teilnehmenden selbst.

Basierend auf einer umfassenden Online-Umfrage mit 2.701 Befragten beleuchtet die Broschüre, wie sich diese rechte Dauerpräsenz auf die Sicherheit und das Ermächtigungsgefühl der Pride-Teilnehmenden in Sachsen im Jahr 2025 ausgewirkt hat. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Während sich die Teilnehmenden auf den Events durch starken Zusammenhalt untereinander weitgehend sicher fühlen, verwandeln sich die ungeschützten An- und Abreisewege oft in massive Angsträume. Dabei zeigt sich, dass weniger die bloße Größe der Gegenversammlung, sondern vor allem deren unmittelbare Sicht- und Hörweite das empfundene Sicherheitsrisiko bestimmt. Erschwerend kommt hinzu, dass Passant*innen kaum als Hilfe wahrgenommen werden und das Vertrauen in den staatlichen Schutz durch die Polizei stark gespalten ist. Trotz der Einschüchterungsversuche und Gewalterfahrungen belegt die Studie jedoch den Zusammenhalt in den queeren Communitys: Die Prides bleiben unersetzliche, kraftvolle Orte des Empowerments.

Diese Erkenntnisse werfen unweigerlich die Frage auf, wie Sicherheit im Pride-Kontext künftig gedacht werden muss. Im Zentrum steht dabei das brisante Spannungsverhältnis zwischen dem oft lückenhaften staatlichen Schutzversprechen und der gelebten, kollektiven Solidarität innerhalb queerer und antifaschistischer Strukturen. Die Studie gibt dazu erste Einblicke in die Forderungen der Pride-Teilnehmenden.

Lea Bellmann & Bastian Stock

Inhalt

  • Zusammenfassung der Kernergebnisse (S. 6f.)
  • Einleitung (S. 8f.)
  • Queeres Leben unter Druck. Bedrohte Vielfalt: Queere Sichtbarkeit in Sachsen und Deutschland (S. 10ff.)
  • Die Pride-Saison 2024: Eine neue Dimension der Bedrohung (S. 14f.)
  • Die Pride-Saison 2025 (S. 16ff.)
  • Zwischen militanter und fragiler Männlichkeit: Queerfeindlichkeit als Bestandteil von Rechtsextremismus (S. 20ff.)
  • Das Forschungsprojekt (S. 24ff.)
  • Zentrale Ergebnisse der Umfrage (S. 27ff.)
  • Was bedeutet “Rechte Gegenmobilisierung”? (S. 30f.)
  • Unsicherheit statt Feierlaune? Auswirkungen der rechten Gegenmobilisierungen (S. 32ff.)
  • Mehr als gefühlte Unsicherheit: Gewalt auf Prides (S. 42ff.)
  • Wer schützt die Prides? (S. 46ff.)
  • Trotz alledem: Empowerment (S. 50f.)
  • Was die Teilnehmenden wollen: Faktoren für mehr Sicherheit (S. 52ff.)
  • Schlusswort (S. 58f.)
  • Hilfsangebote für Betroffene von queerfeindlicher und rechter Gewalt (S. 60f.)
  • Glossar (S. 62ff.)
  • Literaturverzeichnis (S. 65ff.)
  • Impressum und Autor*innen (S. 70)

Agentur für Aufklärung und Demokratie e.V. in Kooperation mit Kulturbüro Sachsen e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V. und Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V., 2026

Bestellhinweis

Diese Publikation erschien als Online-Publikation und kann kostenlos heruntergeladen werden.

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Im März, April und Mai 2026 stellen wir die Studie auf mehreren Veranstaltungen in Sachsen vor. Informationen zu den einzelnen Terminen und Orten gibt es hier.

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