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Deutschland ist auf dem Weg zurück zur Wehrpflicht. Als am 5. Dezember 2025 im Bundestag das sogenannte Wehrdienstmodernisierungsgesetz verabschiedet wird, bestreiken in über 90 deutschen Städten Tausende Schüler*innen ihre Schulen, um gegen den neuen Kriegsdienst zu protestieren. „Nein zur Wehrpflicht!“ ist auf den Plakaten zu lesen und „Friedrich an die Front“. Es regt sich lautstarker Widerstand: gegen die kommenden Verpflichtungen für junge Männer, gegen den Versuch der Wehrerfassung ganzer Jahrgänge, gegen einen drohenden neuen Kriegsdienstzwang – aber auch gegen den Kurs einer fortschreitenden inneren und äußeren Militarisierung. „Nein!“ ist das deutliche Signal einer Generation, die genug davon hat, dass von ihr immer nur gefordert wird, während man sich wenig um ihre Zukunft schert.
Die Erwartungshaltung der Regierungsparteien im Zuge der „Zeitenwende“ ist eine andere: dass die Bevölkerung begeistert und willig zustimmt. „Ja, es braucht eine neue Pflicht zum Militärdienst“, „Ja, die junge Generation muss mehr in die Verantwortung genommen werden“, „Ja, der mögliche russische Aggressor wird keine Rücksicht auf unsere Freiheitsbedürfnisse mehr nehmen“, so lauten – überspitzt formuliert – einige Positionen in dieser Debatte.
Ende Februar 2026 meldete das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass nur 50 Prozent der Männer und lediglich sechs Prozent der sonstigen Personen seit Jahresbeginn auf das Wehrerfassungsschreiben reagiert haben. Das ist einerseits erfreulich, weil der „freiwillige Zwang“ nicht unmittelbar gezündet hat, andererseits ist es ein erstes frühes Anzeichen dafür, dass der Plan der Bundesregierung vermutlich nicht aufgehen wird, genügend Freiwillige für die Bundeswehr zu finden. Damit ist es nur eine Frage der Zeit, wann über die Wiedereinführung einer umfassenden Wehrpflicht diskutiert werden wird.
Für diese Diskussionen sollten wir alle gewappnet sein – am Abendbrottisch, auf der Straße bei den nächsten Schulstreiks, in der Kneipe und auf dem Schulhof.

