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Publikation : Gerechte Energiewende in Senegal

Politikwechsel statt Schuldenspirale

Wichtige Fakten

Reihe
Policy Brief
Autorin
Neelke Wagner,
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Nur online verfügbar

Details

Eröffnung des Solarkraftwerks in Diass, Senegal, am 22.5.2022 durch die damaligen Regierungschefs Macky Sall und Olaf Scholz. Das Kraftwerk wurde mit KfW-Krediten finanziert. Foto: IMAGO / Anadolu Agency

Die internationale Unterstützung für Senegals Energiewende erscheint auf den ersten Blick umfangreich: Mit der «Partnerschaft für eine gerechte Energiewende» (Just Energy Transition Partnership, JETP) stellen Deutschland, Frankreich, Kanada, das Vereinigte Königreich und die Europäische Union bis 2028 rund 2,5 Milliarden Euro in Aussicht. Doch der Großteil dieser Mittel soll über Kredite fließen – in ein Land, dessen Staatsverschuldung bereits dramatisch hoch ist. Statt neue Handlungsspielräume zu schaffen, droht die JETP damit die Schuldenkrise weiter zu verschärfen.

Senegal steht zusätzlich vor einer besonderen Herausforderung: Anders als die anderen JETP-Länder (Südafrika, Indonesien, Vietnam) ist das Land erst jüngst in die Öl- und Gasförderung eingestiegen. Die Energiewende soll deshalb nicht nur fossile Energien ersetzen, sondern vor allem verhindern, dass Senegal langfristig in eine neue fossile Abhängigkeit gerät. Zugleich sollen endlich alle Menschen in Senegal Zugang zu bezahlbarem Strom erhalten.

Der bisherige Investitionsplan für die JETP setzt auf marktbasierte Lösungen, private Investitionen und zentralisierte Planung. Zivilgesellschaftliche Akteure in Senegal fordern dagegen eine demokratisch kontrollierte, sozial gerechte und dezentral organisierte Energiewende – statt eines kreditfinanzierten Modells, das vor allem internationalen Geldgeber*innen und privaten Investor*innen entgegenkommt.

Handlungsempfehlungen:

Um eine sozial gerechte Energiewende in Senegal zu ermöglichen, muss die Bundesregierung:

  • darauf hinwirken, dass die JETP stärker Zuschüsse statt Kredite bereitstellt, damit sie die Schuldenkrise nicht weiter verschärft.
  • sich generell für eine Entschuldungsinitiative einsetzen, die Senegal finanzielle Spielräume für öffentliche und kommunale Investitionen eröffnet.
  • dezentrale Finanzierungsmodelle, Energiegenossenschaften und lokale Solidarkassen stärken, um eine Energiewende «von unten» zu ermöglichen.
  • Wissenstransfer, Ausbildung, lokale Wertschöpfung und langfristige Kooperation fördern, statt vor allem kreditbasierte Großprojekte zu finanzieren.
  • Visavergabe erleichtern, damit senegalesische und deutsche Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft praktisch zusammenarbeiten können.

Die Autorin:

Neelke Wagner arbeitet als Referentin für Klima- und Ressourcengerechtigkeit bei PowerShift e. V. zu global gerechter Energiewende, Gasausstieg, Wasserstoff und Wärmewende.

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