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Wie wollen wir leben und wie können wir die Bedingungen dafür gemeinsam schaffen? Feministisch vergesellschaften fragt, wie wir die Grundlagen unseres Lebens demokratisch gestalten können: Eigentum und Arbeit, Sorge und Infrastruktur, Sicherheit und ökologische Lebensgrundlagen. Diese Frage stellt sich weltweit mit neuer Dringlichkeit: Sozialabbau, Aufrüstung, autoritäre Politik und ökologische Krisen verschärfen bestehende Ungleichheiten und verlagern immer mehr Verantwortung ins Private. Aus einer gemeinsamen sozialistischen Perspektive setzen die Beiträge unterschiedliche feministische, antirassistische, queere und ökologische Schwerpunkte, verbinden sie mit Erfahrungen aus Europa, Lateinamerika und Asien – und suchen gemeinsame Ansatzpunkte für eine Zukunft, die schon heute beginnt.
Feministisch vergesellschaften ist kein fertiges Programm. Die Beiträge dieser Broschüre zeigen vielmehr unterschiedliche Ausgangspunkte dafür, gesellschaftliche Verhältnisse gemeinsam zu verändern: in Kämpfen um Eigentum und Arbeit, gegen Rassismus und Gewalt, für ökologische Lebensgrundlagen und in konkreten lokalen Politiken. Entscheidend ist, diese Auseinandersetzungen nicht getrennt voneinander zu führen, sondern danach zu fragen, was sie miteinander verbindet und wo sich gemeinsame Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Zukunft entsteht dann nicht erst nach dem großen Bruch. Sie beginnt dort, wo sich Menschen die Gestaltung ihrer Lebensbedingungen gemeinsam aneignen.
Inhalt:
Feministisch vergesellschaften
- Zukunft als gemeinsame Praxis
ein Vorwort von Sabine Daams - Vergesellschaftung ist «Learning by Doing»
ein Gespräch mit Sabine Nuss - Feministisch vergesellschaften. Intersektionale Perspektiven auf Eigentum, Herrschaft und Produktion
von Barbara Fried und Alex Wischnewski
Warum jetzt? Umkämpfte Gegenwart
- Wer kontrolliert die Infrastruktur des Alltags? Hausarbeit, Plattformkapitalismus und neue Strategien
ein Gespräch mit Ursula Huws (Großbritannien) - Gegen die Faschisierung. Kämpfe um Sorge und stadtpolitische Organisierung in Argentinien
von Movida Ciudad (Argentinien)
Was Vergesellschaftung leisten muss
- Vergesellschaftung muss antirassistisch sein. Von organisierter Vernachlässigung zu gesellschaftlicher Verfügung
von Simin Jawabreh (Deutschland) - Vergesellschaftung muss queerfeministisch sein. Politik der Heterosexualität. Bürgerliche Gesellschaftsformation und Zweigeschlechtlichkeit
von Mine Pleasure Bouvar (Deutschland) - Vergesellschaftung muss sozialökologisch sein. Einführende Anmerkungen zum Ökofeminismus
von Yayo Herrero (Spanischer Staat) - Vergesellschaftung muss Gewalt adressieren Gewalt im Geschlechterverhältnis, Gewalt als Geschlechterverhältnis
von Cari Maier (Österreich)
Sorgende Städte als Praxis
- Gemeinsam über das Leben entscheiden
ein Gespräch mit Xabier Lertxundi Asteasuinzarra (Baskenland) - Das Öffentliche neu beleben
ein Gespräch mit Satoko Kishimoto (Japan) - Sorge braucht Infrastruktur
ein Gespräch mit Fernanda García Monticelli (Argentinien)

