Publikation Ungleichheit / Soziale Kämpfe «… die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde»

Die Schöpfungsenzyklika des Papstes fordert eine «kulturelle Revolution» gegen ein «strukturell perverses System von Eigentumsverhältnissen».

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Franz Segbers,

Erschienen

Juli 2015

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Papst Franziskus hat mit seiner neuen Enzyklika »Über die Sorge für das gemeinsame Haus« zu den sozialen und ökologischen Krisen ungeheure Aufmerksamkeit erregt. Er tritt auf als Anwalt des geschändeten Planeten und der Armen. Die renditegetriebene kapitalistische Wirtschaft und der exzessive Lebensstil der Reichen gefährden die Zukunft des Planeten. »Wir kommen jedoch heute nicht umhin anzuerkennen, dass ein wirklich ökologischer Ansatz sich immer in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde« (49).

»Diese Wirtschaft tötet.« Mit diesen Worten hatte Papst Franziskus in seinem ersten Rundschreiben über »Die Freude des Evangeliums« im November 2013 weltweites Aufsehen erregt und für Irritation gesorgt. Man war ausgewogene und diplomatische Stellungnahmen aus Rom gewohnt, eine kurial verschnörkelte Sprache, mit der die Machthaber gut leben konnten. Doch jetzt sprach ein Papst Klartext. Er schleuderte der kapitalistischen Wirtschaft ein vierfaches Nein entgegen: »Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung, Nein zur neuen Vergötterung des Geldes, Nein zu einem Geld, das regiert, statt zu dienen und Nein zur sozialen Ungleichheit, die Gewalt hervorbringt.« Medien und die politische Klasse waren alarmiert. »Drei Wörter: ›Diese Wirtschaft tötet‹, härter geht das nicht. Falscher auch nicht.« Diesem Urteil der SZ pflichtet die FAZ bei: »Dass es zur Überwindung der Armut Marktwirtschaft und Kapitalismus braucht, kann dieser Papst nicht sehen.« Genau das ist der Kern: Der Papst wagt es, den Kapitalismus als Ursache für ökologische Zerstörung und soziale Krisen zu benennen. [...]

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