Publikation Arbeit / Gewerkschaften - Gesellschaftliche Alternativen - International / Transnational - Sozialökologischer Umbau - Amerika - Nordamerika - Klimagerechtigkeit Die Krankheit des Einen ist das Anliegen aller

Die Gesundheitsfolgen der steigenden Nutzung fossiler Brennstoffe. Neues Working Paper der Gewerkschaften für Energiedemokratie, USA (Englisch)

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Reihe

Artikel

Autor/innen

Svati Shah, Sean Sweeney,

Erschienen

Juli 2016

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Fossile Brennstoffe töten uns. Sie töten uns direkt durch Umweltverschmutzung und indirekt durch den Klimawandel. Der zunehmende Einsatz von Kohle, Öl und Gas wird diese doppelte gesundheitliche Krise noch weiter zuspitzen. Wenn wir der extraktivistischen und zunehmend unkontrollierten Ölindustrie nicht gegenübertreten, das Energiesystem als Gemeingut zurückfordern und entsprechend wissenschaftlich festgelegter Ziele neu strukturieren, sind fatale Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen gewiss.

Die direkten negativen gesundheitlichen Auswirkungen der Nutzung fossiler Brennstoffe sind gut erforscht und allgemein anerkannt. Nach Angabe der Weltgesundheitsorganisation starben im Jahr 2012 sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung – ein Achtel aller Todesfälle. Luftverschmutzung ist das weltweit größte ökologische Gesundheitsrisiko.

Weniger offensichtlich, doch ebenso alarmierend – wenn nicht noch alarmierender – sind die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels. Die Erderwärmung beeinträchtigt die menschliche Gesundheit direkt durch die Belastungen übermäßiger Hitze und extremer Wetterereignisse. Außerdem hat der Klimawandel auch gefährliche sekundäre Auswirkungen auf die Gesundheit; zum Beispiel können Störungen der Ökosysteme zu Mangelernährung und der Verbreitung von Infektionskrankheiten führen. Darüber hinaus demonstrieren die tertiären Gesundheitsbelastungen die körperliche und geistige Bilanz der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der fossilen Brennstoffindustrie, einschließlich Arbeitslosigkeit, Verdrängung und sogar Krieg.

Von den Gesundheitsbelastungen fossiler Brennstoffe und des Klimawandels sind nicht alle gleichermaßen betroffen: Die bittere Ironie ist, dass diejenigen Länder, die am wenigsten zum Anstieg der Treibhausgasemissionen beigetragen haben – das heißt, die ärmsten Länder – die schlimmsten Gefahren tragen. Und innerhalb der einzelnen Länder herrscht die gleiche Ungleichheit; beispielsweise sind diejenigen, die im Freien und in unklimatisierten Räumen arbeiten, einer größeren Hitze ausgesetzt. Insgesamt spüren arme und arbeitenden Menschen, Frauen und gefährdete Menschen die Folgen der Umweltverschmutzung und die Gefahren des Klimawandels viel stärker.

In diesem TUED Working Paper behandeln Svati Shah und Sean Sweeney die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Gesundheitsfolgen fossiler Brennstoffe. Ihr Bericht bietet Gewerkschaften wichtige Informationen, um wirkungsvoll für das Wohlergehen ihrer Mitglieder einzutreten. Einige Gewerkschaften, vor allem im Bereich der Gesundheitsvorsorge, stellen sich den Gefahren der Nutzung fossiler Brennstoffe bereits entgegen, doch diese Gefahren betreffen Arbeitnehmer und Gewerkschaften aller Branchen gleichermaßen. Es ist Zeit für alle Gewerkschaften, sich der globalen Bewegung gegen die Förderung fossiler Brennstoffe anzuschließen – für das Wohl ihrer Mitglieder, der Menschen und des gesamten Planeten.

Veröffentlicht in englischer Sprache von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro New York, Juli 2016