Publikation Kapitalismusanalyse - Migration / Flucht - Wirtschafts- / Sozialpolitik - Staat / Demokratie Pass auf, der will deinen Keks!

Mythen und Fakten zur neuen sozialen Unsicherheit

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Reihe

luxemburg argumente

Erschienen

November 2016

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«Ein Banker, ein Hartz-IV-Empfänger und ein Asylbewerber sitzen an einem Tisch. Auf dem Tisch liegen zwölf Kekse. Der Banker nimmt sich elf Kekse und sagt zum Hartz-IV-Empfänger: ‹Pass auf, der Asylant will deinen Keks.›»

Dieser Witz verbreitete sich vor Kurzem in den sozialen Netzwerken. Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, erzählt ihn gern, wenn sie deutlich machen will, wie sozial benachteiligte Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Zwar steht Deutschland im internationalen Vergleich wirtschaftlich gut da. Aber bei vielen Menschen kommt vom Aufschwung wenig an. Im Gegenteil: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander.

Verunsicherung bestimmt zunehmend das Leben vieler Menschen. Um die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung zu beschreiben, sprechen manche von neuer sozialer Unsicherheit, andere benutzen
ein Fremdwort dafür: Prekarisierung.

Oft wird geleugnet, wie sehr wir in eine Schieflage geraten sind. Wenn doch darüber gesprochen wird, geht es vor allem um Angst: Die Angst vor dem eigenen Abstieg, die Angst vor denen, die noch weniger haben, die Angst vor denen, die neu hinzukommen. Viele Menschen versuchen, die Zumutungen allein zu bewältigen, weil sie das Gefühl haben, sie müssten sich einfach nur mehr anstrengen. So werden sie vereinzelt und gegeneinander ausgespielt, statt sich gemeinsam zu wehren. Doch spätestens seit vermehrt Geflüchtete nach Deutschland kommen, kann auch die Politik die Augen nicht mehr verschließen vor Problemen, die schon vorher da waren – seien es fehlende preiswerte Wohnungen, marode Schulen oder unterbesetzte Ämter und Behörden.

Woher kommen die sozialen Umbrüche, und was bedeutet das für die Gesellschaft? Wie können wir dem Gegeneinander-Ausgespielt-Werden eine gemeinsame Perspektive und Solidarität  entgegensetzen? Darum geht es in diesem Heft.

Inhalt

Die neue soziale Unsicherheit

  • Was früher die Unterschicht war, ist heute das Prekariat
  • Bald gibt es keine Mittelschicht mehr
  • Prekarisierung heißt, dass die Erwerbsarbeit unsicher wird
  • Die Digitalisierung verändert alles

Gründe für die soziale Spaltung

  • Leistungsgerecht ist gerecht
  • Kleinere Einschnitte sichern die Zukunft
  • Uns geht’s doch noch gut
  • Deutschland ist immer der Zahlmeister

Auswege aus der Prekarisierung

  • Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
  • Das Prekariat schert sich nicht um Politik
  • Pegida, AfD und Co. sind das Prekariat

Zu guter Letzt

  • Widerstand ist nicht zwecklos
  • Glossar