Publikation Rosa Luxemburg Erhard Hexelschneider: Rosa Luxemburg und Leipzig

Rosa-Luxemburg-Forschungsberichte Heft 04, Autor*in: Erhard Hexelschneider, Herausgeber*innen: Klaus Kinner

Information

Herausgeber/ innen

Klaus Kinner,

Erschienen

Januar 2007

Zugehörige Dateien

Das Thema mag auf den ersten Blick verwirrend, ja sogar merkwürdig erscheinen. Rosa Luxemburg weilte nicht allzu oft in Leipzig und wohnte hier nie dauerhaft; Äußerungen über die Stadt sind folglich spärlich. Dabei zeigt schon ein flüchtiger Blick auf die Werke und Briefe, dass Leipzig in ihrem Denken und Handeln und vor allem in ihrem Schreiben durchaus einen bestimmten Platz eingenommen hat. Das betrifft besonders zwei Aspekte: ihre über mehr als 1 ½ Jahrzehnte bestehenden engen, ja innigen Beziehungen zur »Leipziger Volkszeitung« (LVZ) und ihren verschiedenen Chefredakteuren und ihr wiederholtes, wenn auch nicht sehr häufiges Auftreten vor den sozialdemokratischen Arbeiterinnen und Arbeitern in Leipzig und Umgebung, Erst dadurch wird eine bestimmte Affinität zu Leipzig und zur Sozialdemokratie der Stadt erkennbar. [...]
Die nachfolgende Darstellung will nun anhand der Werke und vor allem der Briefe Rosa Luxemburgs sowie weiterer Materialien das Gesamt der Beziehungen Rosa Luxemburgs zu Leipzig, der LVZ und zur örtlichen sozialdemokratischen Bewegung sowie ihren Funktionären behandeln, soweit das überhaupt möglich ist. [...] Im Vordergrund steht für mich das biographische Moment, steht die Frage, inwieweit auch in der Beziehung zu einer, dieser Stadt die Persönlichkeit dieser Frau erkennbar wird. [...]
Noch ein Gesichtspunkt wurde für das Abfassen dieser Schrift wichtig. Es soll nämlich der Frage nachgegangen werden, wie sich die Stadt Leipzig und die Leipziger Öffentlichkeit über die Jahrzehnte nach ihrem Tod zu dieser großen Revolutionärin verhalten haben: unmittelbar nach ihrer Ermordung und dann nach 1945 in der sozialistischen Zeit sowie nach dem Systemwechsel 1989/1990 bis heute. [...] Natürlich ist die Haltung der Stadt immer Spiegelbild der Jeweils herrschenden Verhältnisse; natürlich spiegeln die Auseinandersetzungen um das Vermächtnis von Rosa Luxemburg immer auch den allgemeinen Zustand der sozialistischen und kommunistischen Bewegung wieder. Dennoch soll hier der Versuch gewagt werden, in einer knappen Auswahl mir wichtig erscheinende wesentliche Sachverhalte vorzutragen, die das Verhältnis der Stadt und der KPD, später der SED und dann der politischen Kräfte nach der Wende, aber auch einige Leipziger Künstlerinnen und Künstler zu dieser bedeutenden Persönlichkeit charakterisieren. Ich möchte zugleich betonen: es handelt sich bei meinen Ausführungen um partielle Beobachtungen und subjektive Bemerkungen, nicht um eine systematische Untersuchung der Luxemburg-Rezeption in Leipzig seit ihrem Tod.


Inhalt:

  • Einführung (S. 7)
  • Über die großen Städte (S. 11)
  • Rosa Luxemburg in Leipzig (S. 21)
  • »Was ist das doch für eine prächtige Zeitung!« Rosa Luxemburg und die »Leipziger Volkszeitung« (S. 49)
  • Leipzig und Rosa Luxemburg - eher zufällige Beobachtungen (S. 89)
  • Einige Ergebnisse (S. 123)
  • Zum Autor (S. 125)
  • Neuerscheinungen 2007 der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V. (S. 127)

Kostenbeitrag: 7,00 Euro / für Mitglieder: 5,00 Euro

Bestellungen bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen unter: info@rosalux-sachsen.de, Tel: 0341-9608531

Diese Publikation wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.