Publikation International / Transnational - Amerika Guatemala: »Failed State« oder funktionierendes Herrschaftssystem?

Ein spektakuläres Video eines ermordeten Anwalts hat die Verstrickungen zwischen organisiertem Verbrechen und guatemaltekischer Regierung in die Schlagzeilen gebracht. »standpunkte international« 14-09 von Markus Plate

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Reihe

Standpunkte international

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Mai 2009

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Ein spektakuläres Video eines ermordeten Anwalts hat die Verstrickungen zwischen organisiertem Verbrechen und guatemaltekischer Regierung in die Schlagzeilen gebracht.

Die endemischen Morde, der Vormarsch von Drogenmafia, Menschenhändlern und Geldwäschern, die boomende private Sicherheitsbranche, geführt von vielen Ex-Militärs, die unterbesetzte und diskreditierte Polizei, die allgegenwärtige Korruption und die gewalttätigen Jugendbanden, und eine schwache zersplitterte Zivilgesellschaft – dieses Szenario ist nicht neu. Neu sind die plötzliche öffentliche Aufmerksamkeit und Diskussion. Befindet sich Guatemala auf Stufe fünf der Skala eines Mafiastaates? Handelt es sich gar um einen weiteren failed state? Der Text analysiert die Verstrickungen zwischen organisiertem Verbrechen, Regierung und Staat, sowie die aktuelle gesellschaftliche Diskussion und kritisiert diesen Ausdruck als oberflächlich. Denn Staat, Justiz und Sicherheitsapparat funktionieren durchaus effizient: Jedenfalls wenn es um die Interessen der Mächtigen geht. Komplementär dazu übernimmt die Zivilgesellschaft Aufgaben, aus denen sich der Staat zurückgezogen hat, wie bei Gesundheit, Bildung, Justiz und Sicherheit. Soziale Organisationen schulen Anwälte, decken den Genozid auf, arbeiten Gesetzesvorschläge aus und sind bei Katastrophen zur Stelle.

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