Zum Hauptinhalt springen

Publikation : Ist die jüdische Einwanderung nach Deutschland am Ende?

Standpunkte 8/2008 von Irene Runge.

Wichtige Fakten

Reihe
Standpunkte
Erschienen
April 2008
Bestellhinweis
Nur online verfügbar
Zugehörige Dateien

Details


Im Jahr 2007 versandten die Bundesländer insgesamt 3 799 Aufnahmezusagen an die deutschen Auslandsvertretungen im Bereich der ehemaligen Sowjetunion (außer in die mittlerweile baltischen EU-Staaten). Diese betrafen überfällige Antragsteller, die gemäß der bis 31.12.2004 geltenden Regelung längst hätten nach Deutschland übersiedeln wollen – jetzt wurden sie als Übergangsfälle I bezeichnet und nach dem alten Reglement bearbeitet. Ihr Antrag dauerte schon seit vor dem Stichjahr 2001. Im gleichen Zeitraum erteilte das ab jetzt für die jüdische Einwanderung zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) genau 61 Aufnahmezusagen für sogenannte Übergangsfälle II, also jene Menschen, die zwischen 2002 und Ende 2004 zwar einen Antrag gestellt hatten, diesen aber nunmehr erneut auf einem aktuellen Formular einreichen mussten. Insgesamt 14 Zusagen erzielten sogenannte Neuanträge. Das ist der Bundestags-Drucksache 16/8641 zu entnehmen, ebenfalls, dass es nur eine Ablehnung gab, aber insgesamt 2 502 Menschen 2007 auf dem für alle Nachfolgenden nicht mehr anzuwendenden alten jüdischen Ticket eingewandert waren. Als „Opfer nationalsozialistischer Verfolgung“ hatte das BAMF 91 Personen akzeptiert, ob diese allerdings je ins Land kamen oder nicht, war der Bundesregierung unbekannt, denn diese Frage wie manche andere wird in den  Ländern statistisch nicht erfasst.

Hätte u. a. der Abgeordnete Joseph Philip Winkler von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen am 3. April 2008 im Bundestag keine kleine Anfrage zur Entwicklung der jüdischen Zuwanderung 2007 gestellt, wir würden nach wie vor im Dunkeln tappen und solche Zahlen nicht kennen.

>> mehr als pdf

Weitere Inhalte zum Thema

Steht Grönland vor der Annexion?

: Kommentar 12.01.2026

Sich Trump zu unterwerfen, wird nicht helfen, meinen Trine Pertou Mach und Pelle Dragsted

Sergio Bologna: Der Operaismus im Italien der 1960er und '70er Jahre, 16 April 2026

: Diskussion/Vortrag

Berlin19:00 Uhr

Neomarxismus oder heretischer Kommunismus?. Reihe: Vielfalt sozialistischen Denkens

Der Autoritäre Block: Die Verflechtung von Big Tech und Staatsmacht

: Kommentar 04.02.2026

Ein neues Projekt deckt die Infrastruktur techno-oligarchischer Kontrolle auf – und zeigt, warum…